Ruine in Zamora für 15.000 Euro: die versteckte Rechnung

Ein 153 m² großes Haus in Zamora (Spanien) wird für 15.000 Euro angeboten. Der Abriss kostet 5.000 Euro mehr, ein neues Dach 20.000. Der wahre Preis des ländlichen Traums.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Eine 153 m² große Ruine für 15.000 Euro: Was die Fotos verschweigen

Die Anzeige hat alles, was ein Schnäppchen ausmacht – und zugleich alles, was nach Falle klingt. Ein 153 Quadratmeter großes Haus, 22 Minuten von Zamora entfernt, wird für 15.000 Euro angeboten. Die Bilder zeigen die Fassade, den Flur, das Wohnzimmer, das Badezimmer und eine Sicherheitstür, die mit einem Brett abgestützt ist. Von der Küche fehlt jede Spur: Der Verkäufer hat keine Fotos hochgeladen. Der Preis wirkt absurd, und das ist er auch – aber nicht wegen dessen, was man sieht, sondern wegen dessen, was man ahnt.

Abriss kostet mehr als der Kauf

Der erste Schlag folgt bei der Kalkulation des Abrisses. Die Entrümpelung eines 100 Quadratmeter großen Hauses wird auf rund 2.600 Euro geschätzt. Mit Steuern, Gebühren und Unvorhergesehenem steigt die Summe auf 5.000 Euro. Und das ist nur das Abreißen. Ein neues Ziegeldach kostet mindestens weitere 20.000 Euro. Die Gesamtkosten, um aus dem Schutthaufen ein sauberes Grundstück zu machen, fast verdreifachen den Kaufpreis. Die Anfangsinvestition liegt nicht mehr bei 15.000 Euro, sondern nähert sich gefährlich der 40.000-Euro-Marke.

Baustatisch gesehen: ein Grundstück mit Überresten

Die technischen Einschätzungen, die zu den Fotos kursieren, lassen keinen Raum für Optimismus. Aufsteigende Feuchtigkeit im Sockelbereich, Schlieren an den Wänden, die auf Undichtigkeiten hindeuten, Ziegel ohne jede Dämmung und vermutlich ohne Fundament. Das Dach besteht außerdem aus Faserzement mit Asbest, dessen Entsorgung gesetzlich vorgeschrieben und reguliert ist. Die Schlussfolgerung lautet in mehreren Gutachten dasselbe: Das ist kein sanierungsbedürftiges Haus, das ist Abrissmaterial. Verkauft wird der Boden; das Gebäude ist überflüssig.

Der Airbnb-Schein und das leere Spanien

Es fehlt nicht an Leuten, die darin eine Geschäftsidee sehen: Wände streichen, eine anständige Tür einbauen und für 100 Euro pro Nacht auf Airbnb vermieten. Die Fantasie prallt auf die demografische Realität. Dasselbe Angebot findet sich in Dörfern in Zamora, Soria oder Badajoz, wo Ruinen für 60.000 oder 70.000 Euro zum Verkauf stehen und seit über einem Jahrzehnt keinen Käufer finden. Das Haus für 15.000 Euro hat zumindest die Tugend, keinen absurden Preis für das zu verlangen, was es nicht ist. Der Preis passt zu einem Grundstück, nicht zu einer Wohnung.

Die Anzeige wird weiterhin dort stehen. Jeder Besucher wird dieselbe Rechnung anstellen: Was kostet der Abriss, was der Wiederaufbau, was die Rückkehr in ein Dorf ohne Infrastruktur. Die Sicherheitstür mit ihrem Vorhängeschloss bleibt an ihrem Platz. Sie hat noch den Originalschlüssel – das Einzige, was es nicht zusätzlich zu kaufen gibt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (69 Antworten).

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