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Roboter ersetzen Jobs, nicht Migranten
KI und Roboter gefährden bis 2030 weltweit 300 Millionen Arbeitsplätze. In Spanien sind 60 % der Arbeitsstunden automatisierbar.
In einer chinesischen Fabrik montiert eine Produktionslinie pro Sekunde ein Smartphone – ohne einen einzigen menschlichen Arbeiter, rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Das ist keine Science-Fiction, sondern das Modell der „Dark Factory“, das bereits funktioniert und von Amazon, Xiaomi und anderen Giganten repliziert werden soll. Während die öffentliche Debatte die Migration als vermeintliche Bedrohung für den Arbeitsmarkt fokussiert, zeigen die Daten in eine andere Richtung: Der wahre Verdrängungsprozess ist technologisch und betrifft hunderte Millionen Stellen im kommenden Jahrzehnt.
Die Zahlen liegen auf dem Tisch
Die vorliegenden Schätzungen sind alarmierend. Laut einer Analyse, die von El Español veröffentlicht wurde, kann künstliche Intelligenz bereits fast 12 % der US-Arbeitskräfte ersetzen. Global wird von bis zu 300 Millionen Jobs gesprochen, die in den nächsten zehn Jahren wegfallen könnten. Morgan Stanley verzeichnet einen Netto-Rückgang von 4 % in Schlüsselbranchen, besonders betroffen sind Großbritannien und die Automobilindustrie. In Spanien warnt eine Studie der Funcas davor, dass KI in der Bankenbranche innerhalb eines Jahrzehnts 40.000 Arbeitsplätze vernichten könnte – bis zu 25 % der Belegschaften. Der Bericht von McKinsey & Company geht noch weiter: 60 % der Arbeitsstunden in Spanien sind automatisierbar, während die Nachfrage nach KI-Anwendungen sich vervierfacht hat.
Der Mythos des unersetzlichen Programmierers
Einer der Sektoren, der sich am stärksten gegen seine eigene Auslöschung wehrt, ist die Softwareentwicklung. Die Logik ist verständlich: Wenn KI programmiert, wer trainiert sie dann? Doch die Realität zeigt, dass das Werkzeug, das Entwickler heute als Copilot nutzen, von ihnen selbst und hunderttausenden Programmierern weltweit lernt. Wer es zum Generieren von Skripten getestet hat, bestätigt, dass es in Sekunden Ergebnisse liefert, für die früher Wochen nötig waren. Die unbequeme Schlussfolgerung lautet, dass Programmierer zu den Ersten gehören könnten, die ihren Job verlieren, nicht zu den Letzten. Das Argument, KI werde ewig nur Assistent bleiben, ist angesichts dieser Entwicklung eher ein Glaubensbekenntnis.
Das Konsumproblem: Roboter kaufen keine Wohnungen
Es gibt eine Paradoxie, die wenige ökonomische Analysen offen ansprechen: Wenn Automatisierung Jobs und Löhne eliminiert, wer kauft dann die von Maschinen produzierten Güter? Roboter mieten keine Wohnungen, schließen keine Hypotheken ab, machen keinen Urlaub und zahlen keine Airbnb-Gebühren. Das Immobilienrentenmodell, das in Spanien über Jahrzehnte das große Geschäft war, steht vor einer Zukunft ohne zahlungskräftige Mieter. Die Blase bei Mieten und Wohnraum könnte nicht wegen einer Finanzkrise platzen, sondern weil die Nachfrage verschwindet. Einige Analysten beschreiben dieses Szenario als eine „Kastengesellschaft mit rationierter Versorgung“, in der eine kapitalstarke Minderheit die Produktion kontrolliert und der Rest von Transferleistungen lebt.
Politische Antwort: Umverteilung oder Chaos
Die Geschichte bietet ein unbequemes Vorbild. Henry Ford erkannte, dass seine Arbeiter genug verdienen mussten, um die Autos zu kaufen, die sie bauten. Heute stellt sich die Frage, ob die Technologiebesitzer diese Lektion lernen oder lieber ein Modell der weit verbreiteten Armut wählen, wie es im Film Elysium dargestellt wird. Manche argumentieren, KI werde vor allem genutzt, um Angst unter Arbeitern zu schüren und schlechtere Arbeitsbedingungen durchzusetzen; das eigentliche Problem sei nicht die Technik, sondern Gier. Andere Skeptiker glauben, Automatisierung sei mit dem menschlichen Leben, wie wir es kennen, unvereinbar, und in weniger als zwei Jahrzehnten werde die Frage nicht mehr lauten, wie hoch die Arbeitslosigkeit ist, sondern welche Rolle Menschen überhaupt noch haben.
Ein verwirrender Fakt: Roman Yampolskiy, ein KI-Experte, warnt, dass es nicht um 10 % Arbeitslosigkeit gehe, sondern um 99 %. In fünf Jahren, so sagt er, werde auch jede körperliche Arbeit automatisierbar sein. Falls er recht hat, war die Debatte über Migration und Beschäftigung bestenfalls eine Ablenkung.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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