Spaniens DANA-Beauftragter mit gefälschtem Abschluss geht in Rente

José María Ángel, der spanische DANA-Beauftragte, dem die Fälschung seines Universitätsabschlusses vorgeworfen wird, geht trotz laufender Ermittlungen in den Ruhestand.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

José María Ángel geht nach Untersuchung wegen Betrugs bei seinem Abschluss in den Ruhestand

Es gibt eine Möglichkeit, einen Skandal zu beenden, ohne zurückzutreten, Geld zurückzuzahlen oder vor Gericht zu erscheinen. Sie besteht darin, den Sturm abzuwarten, bis das Rentenalter erreicht ist und die Akte sich von selbst schließt. Dies umgibt José María Ángel Batalla, den Regierungsbeauftragten für die DANA-Katastrophe in Valencia, dem vorgeworfen wird, seinen Bachelor-Abschluss gefälscht zu haben, um Positionen zu erhalten, die Qualifikationen erfordern. Die Ermittlung der Staatsanwaltschaft Anticorrupción (Staatsanwaltschaft gegen Korruption) wegen mutmaßlicher Urkundenfälschung gegenüber der Verwaltung hat ihn – laut kursierenden Berichten – nicht daran gehindert, mit voller Pension in den Ruhestand zu gehen. Das verwirrende Detail: Er leitete den Ethik-Ausschuss der valencianischen PSOE.

Der DANA-Beauftragte, der seinen Abschluss fälschte, leitete den Ethik-Ausschuss der valencianischen PSOE. Die Ironie liegt nicht bei uns, sie ergibt sich aus der Rolle selbst. Während einige über Rücktritt sprechen, sind andere präziser: Er tritt nicht zurück, er geht in den Ruhestand. Der Unterschied ist wichtig, denn ein Ruhestand kann nicht widerrufen werden, eine Disqualifikation nutzt nichts mehr und eine Verfolgung wird hinfällig.

Vom Verwaltungsangestellten zur A1-Stelle mit zwei gefälschten Zeugnissen

Der Karriereweg, wie er in Nachrichten rekonstruiert wird, hat Substanz. Ángel und seine Frau, Carmen Ninet – Tochter des historischen sozialistischen Führers aus Valencia, Santiago Ninet – hätten angeblich Beamtenprüfungen auf der niedrigsten Stufe bestanden, als Verwaltungsangestellte bei der Provinzverwaltung (Fruta). Von dort wechselten sie durch interne Beförderung auf A1- und A2-Positionen, die tatsächlich einen Universitätsabschluss erfordern. Hier tauchen laut Anklage die beiden gefälschten Zeugnisse auf.

Die Familie ist kein Einzelfall einer Beförderung aufgrund eigener Verdienste. Sein Schwiegervater, Santiago Ninet, war Ende der siebziger Jahre bereits ein großer Fisch in der Provinzverwaltung und der valencianischen PSOE, im Umfeld von Joan Lerma und Antonio Asunción. Daraus resultierten Vetternwirtschaft, interne Beförderungen und aufeinanderfolgende politische Ämter: Bürgermeisterschaften, Senatorensitze, Leitung der Notdienste der Generalitat unter Ximo Puig und DANA-Beauftragter. Ein Lebenslauf ohne einen einzigen Tag harter Arbeit außerhalb der Partei.

Das Gehalt für die Sonderstelle des DANA-Beauftragten für Valencia lag bei rund 120.000 Euro. Die Stelle wurde genau dafür geschaffen, die institutionelle Reaktion auf eine Katastrophe zu koordinieren, die die Verwaltung ohne Protokolle, Mittel und Führungskraft traf. Die unbequeme Frage bleibt: Wenn der Lebenslauf falsch war, was war dann noch falsch?

Die Ehefrau, das Museum und der Bruder als Lieferant

Das Familiengeflecht hat einen weiteren Zweig. Carmen Ninet arbeitet als stellvertretende Direktorin des Muvim, des Museu Valencià de la Il·lustració i la Modernitat (Valencia-Museum für Aufklärung und Moderne), in einer ebenfalls verdächtigen Stellung. Laut veröffentlichten Berichten wurden von dieser Position aus regelmäßig Dienstleistungen von Nebula Astrolúdico vergeben, einer Firma ihres Bruders Ricardo Ninet, die sich auf Wissenschaftsworkshops und astronomische Beobachtungen spezialisiert hat. Öffentliche Aufträge innerhalb der Familie.

Dies ist keine Kleinigkeit. Im valencianischen Kultursektor, so wird angemerkt, gibt es eine lange Liste von Posten, die von PSOE-nahen Personen mit fragwürdigen Abschlüssen besetzt sind, Handverlesene Stellen und jahrelang angesammelte Überheblichkeit. Viele warteten auf die perfekte Welle, um ihre Geschichte zu erzählen.

Ein Muster, das nicht nur eine Partei betrifft

Hier lohnt es sich, sich nichts vorzumachen. Das Muster – familiäre Vetternwirtschaft, interne Beförderung ohne Qualifikation, verkettete politische Ämter, Kreuzverträge zwischen Verwandten – ist nicht exklusiv für eine Abkürzung. In Valencia regierte die PSOE weniger als die Hälfte der autonomen Zeit, aber die Fälle häufen sich. In Andalusien, Madrid, Provinzverwaltungen und Rathäusern der Hälfte des Landes ist der Mechanismus identisch: Lokale Parteigliederungen funktionieren in der Praxis wie quasi-mafiöse Strukturen, in denen um Kontrolle über Posten, Verträge und Gefallen gekämpft wird.

Was sich ändert, ist nicht das Vorgehen, sondern die Reaktion. Ein Ruderer, der Beihilfe erhält und eine Erbschaft nicht erklärt, sieht sich der gesamten Staatsmaschine gegenüber. Ein Beauftragter mit einem gefälschten Abschluss und 120.000 Euro Gehalt geht mit voller Pension in den Ruhestand. Die Asymmetrie ist der wahre Skandal, mehr als der konkrete Fall.

Die Berechnung, die niemand macht: Beiträge aus krimineller Herkunft

Es gibt eine technische Ableitung, die fast niemand auf den Tisch legt. Wenn der Abschluss, der die interne Beförderung ermöglichte, falsch war, wären die Sozialversicherungsbeiträge, die während all dieser Jahre in A1- und A2-Positionen gezahlt wurden, streng genommen nicht existent. Es gäbe keine gültige Registrierung im Beamtenstatus, keine Beitragsgrundlage, keinen Anspruch auf volle Pension. Die vollständige Berechnung, Jahr für Jahr mit Zinsen, ergibt eine überraschende Zahl. Niemand hat dies offiziell getan.

Was bekannt ist, ist, dass die Angelegenheit zum Zeitpunkt dieser Diskussion offen bleibt. Die Ermittlung der Anticorrupción wegen mutmaßlicher Urkundenfälschung gegenüber der Verwaltung kommt voran, aber die biologische Uhr des Protagonisten tickt schneller als die juristische. Eine lächerliche Haftstrafe, eine Disqualifikation, die nichts mehr nützt, eine Rückzahlung von Gehältern, die niemand fordert. Das vorhersehbare Ergebnis: Er kommt davon.

Krankenhausaufenthalt und Angstzustände

Die letzte Wendung war José María Ángels Krankenhausaufenthalt nach einer Woche Medienbelästigung. Manche lesen dies als menschliche Geste, andere als das, was es ist: Angst vor dem, was ans Licht kam und vor allem vor dem, was noch kommen könnte. Das Verfahren bleibt offen. Ebenso der Ruhestand.

Kann ein System reformiert werden, das es jemandem erlaubt, mit voller Pension in den Ruhestand zu gehen, obwohl er angeblich den Abschluss gefälscht hat, der nötig war, um diesen Punkt zu erreichen?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (119 Antworten).

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