WG-Zimmer in Madrid kosten bis zu 895 Euro

Forumsdaten zeigen Zimmerpreise in Madrid zwischen 570 und 895 Euro; Wohnungen kosten rund 2.000 Euro. Das gemeinsame Wohnen dominiert die Debatte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

WG-Zimmer in Madrid kosten bis zu 895 Euro
Wohngemeinschaft in Madrid: bis zu 895 Euro pro Monat

Eine Zahl fasst das Geschehen auf dem Madrider Immobilienmarkt besser zusammen als jeder Bericht: 895 Euro. So viel kostet ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft, und das ist noch nicht einmal die Obergrenze. Die Preisskala, mit der sich konfrontiert sieht, wer in den letzten Monaten in der Hauptstadt nach einem Dach über dem Kopf gesucht hat, reicht von 570 bis 895 Euro, mit Zwischenstufen bei 600, 700 und 790 Euro. Für diesen Betrag mietet man keine Wohnung: Man mietet ein Zimmer, inklusive Nebenkosten, wenn man Glück hat, in einer Wohnung, in der Fremde zusammenleben, die alle paar Monate wechseln.

Das Phänomen hat einen Namen aus einer Fernsehserie. Der Vergleich mit Friends – eine Kellnerin und eine Köchin teilen sich eine riesige Wohnung in Manhattan – ist zum wiederkehrenden Witz geworden, um die Distanz zwischen Fiktion und realem Gehalt zu messen. Eine andere Serie, The Big Bang Theory, dient demselben Zweck: eine Kellnerin, die allein in einer Wohnung in Pasadena lebt, die nach Marktpreisen Trinkgelder von einem anderen Planeten erfordern würde. Die Fiktion der Neunziger zeigte junge Menschen mit bescheidenen Gehältern, die allein in teuren Städten lebten. Die Realität heute zeigt Arbeitnehmer mit einem Monatsgehalt um 1.000 Euro, die in Sevilla 500 Euro für ein geteiltes Badezimmer zahlen.

Warum das WG-Leben zur einzigen Option wurde

Die Gleichung ist einfach und lässt kaum andere Interpretationen zu. Wenn die durchschnittliche Miete für eine Wohnung in Madrid oder Barcelona bei etwa 2.000 Euro liegt, wird das Zimmer zum einzigen Einstiegspunkt in den Markt für jene, die ein Durchschnitts- oder Niedriggehalt beziehen. Das Ergebnis ist eine Spanne von 600 bis 800 Euro inklusive Nebenkosten, je nach Lage und Zustand der Immobilie. In Sevilla wird dasselbe Produkt für rund 500 Euro für eine WG angeboten, oft gezahlt von jemandem, der kaum genug verdient, um zu leben, und der auch essen, pendeln und existieren muss.

Es kursiert eine Berechnung, die genau betrachtet werden sollte: die tatsächlichen Kosten des Teilens eines Zimmers, nicht nur einer Wohnung. Das bedeutet zwei Personen im selben Raum, mit Etagenbetten oder durch einen Sichtschutz getrennten Betten, wobei jeder seinen Anteil zahlt. Diese Praxis existiert, ist legal und breitet sich aus. Wer die vollständige Aufschlüsselung, Position für Position, möchte, findet sie in der Originalquelle.

Die Diagnose: Sozialismus, Boden oder Demografie

Hier beginnt der Streit. Eine Strömung vertritt die Ansicht, das Problem liege in der Bodennutzungsvorschrift: Dass man für das Stapeln zweier Steine aufeinander die Genehmigung eines Stadtrats braucht, der entscheidet, wo, wie, wann, in welcher Farbe und mit welchem Material. Die Schlussfolgerung dieser Analyse lautet, dass das Angebot künstlich gedrosselt wird und jede echte Liberalisierung den Bauboom ankurbeln würde. Dem gegenüber steht das Argument, dass die Immobilienblase nicht durch Bodenknappheit verursacht wurde, sondern durch Sparkassen, die Kredite an Käufer aufblähten, die diese nicht zurückzahlen konnten: Die Nachfrage wurde praktisch unendlich, und egal wie stark das Angebot stieg, die Preise kletterten weiter.

Der dritte Pfeiler der Debatte ist demografisch. Es wird argumentiert, dass Spanien auf dem Weg ist, 50 Millionen Einwohner zu überschreiten, mit nur 34 Millionen Einheimischen, was Druck auf Wohnraum, Gesundheitswesen, Bildung, Wasserressourcen und Sicherheit ausübt. Die konkrete Zahl ist diskutabel, aber der Rahmen der Debatte nicht: Mehr Menschen bedeuten mehr Nachfrage nach Wohnraum, und wenn der Bau nicht mithält, zahlt der Letzte, der kommt, den Preis. Die Gegenreaktion lautet, dass mehr Bevölkerung auch mehr Hände zum Bauen bedeutet und der Flaschenhals nicht die Menschen sind, sondern die Genehmigungen.

Das Lohn-Dumping, das niemand nennen will

Es gibt einen Nebeneffekt, der sich in die Unterhaltung einschleicht und direkte Auswirkungen auf Löhne hat. Behauptet wird, dass der massive Zustrom von Arbeitnehmern, die bereit sind, Wohnungen – und manchmal Zimmer – zu teilen, die Arbeitsbedingungen in Sektoren wie Bau, Gastronomie und Lieferdiensten drückt. Das Argument lautet, dass ein Arbeitnehmer, der Kosten mit seinem Partner oder Landsleuten teilt, ein Gehalt akzeptieren kann, das ein Spanier mit Hypothek nicht kann. Das Ergebnis wäre ein Lohn-Dumping, das Lohnsteigerungen in Berufen bremst, in denen diese Gruppe konzentriert ist.

Der Gegenpunkt ist, dass dieses Phänomen nicht exklusiv für Spanien ist und dort auch nicht begann: Es ist ein globales Muster in Volkswirtschaften mit hohen Migrationsströmen und angespanntem Wohnungsmarkt. Und dem Neuankömmling die Schuld zu geben, ist bequemer, als jene zu betrachten, die von billiger Arbeitskraft profitieren.

Sozialer Wohnungsbau, der Elefant im Raum

Einer der am häufigsten genannten Datenpunkte ist das Fehlen von sozialem Wohnungsbau in Spanien im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Der Fall der Niederlande wird erwähnt, wo etwa 35 % des Bestands öffentlicher Wohnungsbau sind, wobei betont wird, dass es sich nicht gerade um ein links regiertes Land handelt. Der Vergleich hilft, das Argument zu entkräften, dass die Knappheit an bezahlbarem Wohnraum unvermeidlich sei: Es gibt Modelle, in denen dies nicht der Fall ist.

Parallel dazu wird darauf hingewiesen, dass das Problem global ist und seit Jahrzehnten im gesamten Westen wächst. Die offizielle Antwort – dass der Markt sich selbst reguliert – kollidiert mit der Erkenntnis, dass das Problem in Spanien seit den Achtzigern, genau seit der Liberalisierung, nie aufgehört hat zu wachsen. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist unbequem: Weder der Markt ohne Staat noch der Staat ohne Markt haben irgendetwas gelöst.

Die Zukunft, für die bereits bezahlt wird

Die Frage, die über dem ganzen Thema schwebt, ist nicht, wie viel das Teilen einer Wohnung heute kostet, sondern wie viel es morgen kosten wird. Manche prognostizieren, dass wir in fünf Jahren Zimmer für 1.000 Euro sehen werden und 400 Euro für das Teilen eines Zimmers, alles legal. Andere gehen weiter und beschreiben ein Szenario, in dem man für ein Etagenbett zwölf Stunden lang zahlt, mit Spind im Flur und Recht auf eine tägliche Dusche. Es ist Ironie, aber die Ironie hat eine Grundlage: Jedes Jahr verschiebt sich die Schwelle des Akzeptablen.

Unterdessen wird die Familiengründung aufgeschoben. Wer Kinder, einen Hund und ein Auto will, stellt fest, dass sein Gehalt in einem Zimmer verschwindet. Und wer eine geerbte Wohnung hat, spielt in einer anderen Liga. Die Kluft ist nicht mehr nur eine Frage des Einkommens: Sie ist eine Frage des Zugangs zum Boden. Wie lange wird es dauern, bis der Markt auch dafür einen Preis festlegt?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (119 Antworten).

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