Spaniens Podemos entlässt IU-Koordinator auf Balearen wegen Missbrauchsverdacht

Mindestens zehn Frauen werfen dem IU-Koordinator der Balearen sexuellen Missbrauch vor. Podemos entzieht ihm das Vertrauen und leitet seine Abberufung bei der EMT ein.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Podemos entlässt IU-Koordinator auf Balearen wegen Missbrauchsverdacht
Podemos entlässt IU-Koordinator auf den Balearen nach zehn Anzeigen

Juanjo Martínez, Generalkoordinator von Izquierda Unida (IU) auf den Balearen, wird offiziell in der nächsten Plenarsitzung des Stadtrats von Palma sein Amt als Mitglied des Verwaltungsrats der Empresa Municipal de Transportes (EMT) niederlegen. Diese Entscheidung folgt auf Vorwürfe von mindestens zehn Frauen in sozialen Medien wegen angeblichen sens Missbrauchs, wie sie vom Instagram-Konto 'Abusos_Balears' veröffentlicht wurden. Podemos, das ihn für diese Position als seinen Vertreter nominiert hatte, hat ihm das Vertrauen entzogen und seine sofortige Abberufung eingeleitet. Martínez selbst lehnte es bisher ab, Stellung zu nehmen.

Vorwürfe und Reaktion der Partei

Die zunächst anonym verbreiteten Berichte beschreiben einen Mann, der seine organisatorische Position genutzt haben soll, um Aktivistinnen zu verführen, unter Druck zu setzen und in einigen Fällen sens zu missbrauchen. Eine Anzeigeerstatterin verwendet einen Begriff, den er selbst benutzt haben soll: „vaginale Zugehörigkeit“. Eine andere Frau gibt an, eine Panikattacke erlitten zu haben, als sie ihn bei einer feministischen Demonstration mit einem Banner sah. „Jahre vergehen, aber ich zögere immer noch, an Märschen teilzunehmen“, erzählt sie. Die Zeugenaussagen richten sich nicht nur gegen den Beschuldigten, sondern auch gegen ein Umfeld, das ihn laut den Vorwürfen geschützt habe. „Die feministischen Versammlungen der Partei behandelten das Thema, doch selbst die Frauen glaubten den Berichten nicht“, sagt eine ehemalige Aktivistin.

Lucía Muñoz, Stadträtin von Podemos im Rathaus von Palma (Cort), betonte, dass Martínez kein Mitglied ihrer Formation, sondern von Izquierda Unida sei, und erklärte, sie habe persönlich Kontakt zu den Anzeigeerstatterinnen aufgenommen, um ihnen Unterstützung anzubieten. Die Abberufung wird am Mittwoch dem Regierungsausschuss des Stadtrats von Palma vorgelegt.

Muster in den Zeugenaussagen

Die Berichte zeichnen ein über Jahre hinweg wiederholtes Vorgehen. „Er behandelte mich wie ein weiteres Rädchen in seiner Maschine und sagte mir genau das, was er wusste, dass ich hören wollte, um mich dort zu halten“, erzählt eine Frau, die Wochen nach ihrem ersten Treffen herausfand, dass er in einer Beziehung war. Andere berichten, dass der Kontakt nicht abbrach, als sie sich distanzieren wollten: Nachrichten mit sens Anspielungen sogar Jahre später, während er in einer festen Beziehung lebte. „Ein echter Wolf im Schafspelz“, fasst eine zusammen.

Laut diesen Berichten hatte der Missbrauch auch eine transaktionale Dimension. „Er bot mir berufliche Chancen, Verträge mit flexiblen Arbeitszeiten und Lebensqualität an, solange ich nach seinen Regeln spielte“, behauptet eine Aktivistin, die später feststellte, dass sie nicht die Einzige war, die solche Angebote erhielt. Eine Person, die eine der Frauen bei einer internen Beschwerde begleitete, erklärt, der Beschuldigte habe einen Parteianwalt und eine vorbereitete Strategie gehabt: „Seine Verteidigung war tadellos. Unsere war improvisiert.“

Internes Schweigen und Schatten über der Partei

Mehrere Frauen versuchten, innerhalb der Organisation Alarm zu schlagen, doch laut ihren Aussagen war die Vertuschung systematisch. „Es sind nicht eine oder zwei. Leider haben viele von uns sein Vorgehen erlebt“, sagt eine, die angibt, mindestens sechs Fälle aus erster Hand zu kennen. Eine andere erhielt eine versteckte Warnung, als sie versuchte, ihn anzuzeigen: „Um den linken Raum nicht zu schädigen, werden Opfer indirekt zum Schweigen gebracht.“

Ein Mann, der eine Betroffene begleitete, erklärt, „alles war bekannt, aber niemand handelte“. Er spricht von Partys, bei denen Alkohol unkontrolliert floss, und einer Führung, die auf Charisma, aber auch Angst basierte. „Wir Männer müssen helfen, dieses System zu zerschlagen, das Frauen allein aufgrund ihres Geschlechts systematisch misshandelt“, fügt er hinzu.

Ohne eine formelle Anzeige hat der Fall die Justiz noch nicht erreicht. Die Zeugenaussagen legen jedoch eine Realität offen, die sich laut den Erzählenden in Aktivistenräumen wiederholt hätte, wo Hierarchie und Abhängigkeit von Ämtern die Anzeige erschweren.



Wichtige Fakten

  • Mindestens zehn Frauen haben Juanjo Martínez in sozialen Medien wegen angeblichen sens Missbrauchs angezeigt.
  • Eine Anzeigeerstatterin gibt an, mindestens sechs Fälle aus erster Hand zu kennen.
  • Die Abberufung wird in der nächsten Plenarsitzung des Stadtrats von Palma behandelt, nachdem Podemos letzte Woche eine Entscheidung getroffen hat.
  • Martínez hatte einen Sitz im Verwaltungsrat der EMT als Vertreter von Podemos inne.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (119 Antworten).

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