Renten: Kritik an 40 Milliarden für Nicht-Einzahler

Bericht über eine Aufschlüsselung der Rentenkosten, die laut The Objective 40 Milliarden Euro für Personen ohne Beitragszeiten vorsieht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Renten: Kritik an 40 Milliarden für Nicht-Einzahler
Renten: Die im Thread zitierte Aufschlüsselung der 70-Milliarden-Kosten

Im Diskussionsverlauf wird eine Aufschlüsselung von 70 Milliarden Euro für das Rentensystem in Spanien genannt: 40 Milliarden sollen an Personen gehen, die nie Beiträge geleistet haben, und 30 Milliarden an jene, die eingezahlt haben. Dies basiert auf einer Vergleichsanalyse, die ein Teilnehmer The Objective zuschreibt. Nach dieser Lesart entfällt die Hälfte der Kosten auf Nicht-Einzahler. Von diesem Ausgangspunkt aus ergibt sich die weitere Analyse fast von selbst.

Wie viel erhält ein Rentner pro Euro Beitrag?

Eine im Thread kursierende Berechnung ist deutlich: Pro geleistetem Euro erhält der Rentner 1,6 Euro Rente, also 60 % mehr als eingezahlt wurde, so die Interpretation. Ein anderer Beitrag behauptet, dass der Vater eines Teilnehmers 37,5 % mehr erhalten werde, als er eingezahlt hat, mit dem Hinweis, dass das System für eine damals kürzere Lebenserwartung konzipiert war. Einige argumentieren, dass Fälle, in denen die Auszahlung die Einzahlungen übersteigt, die Regel seien, während andere daran erinnern, dass viele nur vier oder fünf Jahre Rentenbezug vor dem Tod erleben. Diese Zahl unterscheidet nicht zwischen 45 Jahren Beitragszeit und 15 Jahren.

Beitragsbasen von 1980 und die Inflation

Gegenargumente beziehen sich auf historische Zahlen. Ein Nutzer beruft sich auf Angaben im BOE (Spanisches Amtsblatt), wonach die Mindestbeitragsbasis für Ingenieure 1980 bei 38.850 Peseten lag, was etwa 233,49 Euro entspricht. Eine Anpassung dieses Wertes an die Inflation der letzten vier Jahrzehnte verändert den Vergleich erheblich, so das Argument. Jahrelang reichten 15 Beitragsjahre für einen Rentenanspruch, berechnet nach den Basen der letzten Jahre. Wer 45 Jahre arbeitete, zahlte 1980 nicht denselben Betrag wie 2020; eine einfache Addition der Nominalwerte sei irreführend. Auch die Währungsumstellung wird erwähnt: Eingezahlt wurde in Peseten, ausgezahlt wird in Euro. Manche sehen darin den wahren Kern des Problems.

Ist ein Umlagesystem mit dieser Demografie tragfähig?

Ein kritischer Befund beschreibt das System als pyramidenartig. Ein Teilnehmer stellt fest, dass ein Verhältnis von drei bis vier Beitragszahlern pro Rentner nötig sei, um es zu tragen, was angesichts der aktuellen Geburtenrate nicht gegeben ist. Als Alternative wird das österreichische Modell der „Mochila“ (individuelle Konten plus Grundversicherung gegen Armut) genannt. Auf der anderen Seite wird betont, dass Sozialversicherungsbeiträge keine gewöhnlichen Steuern sind und das System darauf ausgelegt war, niemanden zum Arbeiten bis zum Tod zu zwingen. Ein Lösungsansatz sieht die Integration junger Arbeitskräfte vor; ein anderer hält dies für eine bloße Verzögerung, die den Druck auf die Ausgaben erhöht.

Das Januar-Gehalt und der Generationengerechtigkeitsmechanismus

Die Anpassung läuft bereits. Das Gehalt im Januar fällt niedriger aus aufgrund des Mechanismus zur intergenerationellen Gerechtigkeit, wie 20minutos berichtet. Die zentrale Frage lautet, was an intergenerationeller Gerechtigkeit liegt, wenn aktuelle Beitragszahler Renten finanzieren, die kaum jemandem zugutekommen. Jede Erhöhung des Rentenalters oder der Beiträge zeigt, dass die Regeln geändert werden, wenn das System nicht mehr aufgeht, so ein weiterer Kommentar.

Der Fonds, der nie existierte

Ein wiederkehrendes Gedankenexperiment: Hätte man diese Summe 40 Jahre lang in einen Fonds investiert, wären es bei 5 % Rendite 1.250.000 Euro, was einer jährlichen Rente von etwa 60.000 Euro entspräche, so eine Berechnung im Thread. Der Vergleich mit Norwegen taucht auf: Ein Teilnehmer behauptet, das norwegische Pensionsfonds erbringe etwa 30.000 Euro pro Bürger, hierzulande undenkbar. Unterdessen verteilen sich die Ausgaben auf beitragsfinanzierte und nicht-beitragsfinanzierte Renten, Mindestrentenaufstockungen, Pflegeleistungen und various Boni. Die Abgrenzung der Sozialbeiträge von allgemeinen Steuern wird von einigen als Verteidigungslinie des Status quo gesehen.

Angesichts dieser Zahlen stellt der Thread nicht die Frage, ob das System hält, sondern wie lange man die Regeln noch dehnen kann, bevor sie brechen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (347 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver