Renault-Chef De Meo: EU-Regeln schuld am Ende des Kleinwagens

Luca de Meo macht die EU-Regulierung für das Verschwinden günstiger Autos verantwortlich, während der neue Renault 5 bei 25.000 Euro liegt und sein Gehalt bis zu 6 Millionen erreichen kann.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Renault-Chef De Meo: EU-Regeln schuld am Ende des Kleinwagens
De Meo gibt EU-Vorgaben die Schuld am Aussterben des Kleinwagens

In Orten wie Torreperogil, Jabalquinto oder Bailén in der Provinz Jaén, wo ein Neuwagen selten zu sehen ist, dominieren chinesische Marken mit frischen Kennzeichen: JAECOO, MG und asiatische Hybride. Wer durch diese Region reist, stellt fest, dass europäische Hersteller sich selbst zerstören. Während dies im ländlichen Spanien geschieht, hat Luca de Meo, CEO von Renault Group, erneut gegen Brüssel argumentiert: Die europäische Regulierung sei gescheitert und habe der Industrie den erschwinglichen Kleinwagen genommen.

De Meo behauptet, «die europäische Regulierung ist in den letzten 20 Jahren gescheitert» und nun werde «die endgültige Lösung mit der Geschichte der Elektroautos gesucht». Seiner Ansicht nach wurde diese Regulierung von deutschen Interessen getrieben, die komplexere Fahrzeuge bevorzugen, da ihr Markt Premium-Autos kauft. Das Ergebnis sei ein «verheerender Effekt» in Produktionsländern wie Frankreich und Italien sowie, in geringerem Maße, Spanien, wo Menschen kleine Autos kaufen, «weil sie kein Geld haben oder weil sie nicht in die Städte passen». Sein Rezept steht bereits im Titel: Zurück zur Produktion solcher Modelle.

Warum es keine einfachen und günstigen Autos mehr in Europa gibt

Die häufigste Erklärung zielt nicht auf Marketing, sondern auf Vorschriften. Europäische Anti-Emissionsgesetze und verpflichtende elektronische Sicherheitssysteme hätten es «unmöglich gemacht, billige und einfache Autos zu bauen». Als Beispiel dienen Nutzfahrzeuge vor vierzig Jahren: Ein Renault 18, ein Opel Corsa oder ein Peugeot 205 fuhren Autobahnen mit 120 km/h bei minimalem Verbrauch und einfacher Wartung. Solch ein einfaches, günstiges Auto existiert nicht mehr und ist auch nicht geplant. Der ironische Dank geht an Uropa.

Zu dieser regulatorischen Mauer kommt die kommerzielle Strategie hinzu. Dacia, die Low-Cost-Marke des Konzerns, deckte diese Lücke lange ab. Heute gilt als sicher, dass sich deren Modellpalette nach oben verschoben hat und für viele Familien teuer geworden ist. Wer ein neues, erschwingliches Auto wollte, stand buchstäblich ohne Option da.

Was kostet der neue Renault 5?

Der neue Renault 5 wird für 25.000 Euro verkauft. Es ist kein Kleinwagen für 9.000 Euro, sondern ein Auto mit Batterie, Bildschirm und einer Ausstattungsliste, die niemand angefordert hat. Bezüglich der Preise für Elektrofahrzeuge war De Meo explizit: «Das Letzte, was ich tun werde, ist bei den Margen nachzugeben.» Hier liegt die Spannung, die kritische Stimmen hervorheben. Wenn das Ziel ein Auto ist, das die Leute kaufen können, sind die Margen genau die Variable, die angepasst werden muss. Die Rhetorik passt schlecht zur Bilanz.

Der grundlegende Vorwurf besteht seit zwanzig Jahren: Europäischen Marken wird vorgeworfen, die Produktion verlagert, Preise erhöht und teure Finanzierungen angeboten zu haben, um nun Verständnis zu erbitten, wenn ihnen der Markt entgleitet. Niemand erwartet mehr, dass eine Pressekonferenz die Lösung bringt.

Wie viel verdient Luca de Meo als Renault-CEO?

Das Grundgehalt von Luca de Meo beträgt 1,3 Millionen Euro pro Jahr. Hinzu kommt eine variable Vergütung von bis zu 150% des Fixbetrags, also 1,95 Millionen, sowie eine langfristige Aktienkompensation bei Renault im Wert von etwa 2,6 Millionen. Insgesamt kann seine jährliche Vergütung 6 Millionen Euro übersteigen, wenn der Kurs stabil bleibt. Der Kontrast zum Durchschnittsverdiener, der das Auto kauft, ist für jemanden, der die Rückkehr zum populären Kleinwagen propagiert, mindestens unangenehm.

Chinesische Autos erobern die spanischen Dörfer

Während Europa diskutiert, entscheidet der Käufer. Manche, die einen acht Jahre alten Japaner in der Garage stehen haben, sind sich sicher, dass ihr nächstes Auto ein chinesisches Hybridmodell sein wird. Die häufigste Prognose besagt, dass der Markt in zehn Jahren aussehen wird wie bei Smartphones: chinesische Marken und einige Nischenanbieter für jene, die es einfach halten wollen. In den Dörfern von Jaén ist das Bild bereits klar: JAECOO und MG überall. Es ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Tatsache, dass der Fahrzeugbestand dort im Schnitt 15 bis 20 Jahre alt ist. (www.autopista.es)

Die Paradoxie des Fahrzeugbestands: 41 Jahre alte Autos bestehen die HU

Dem 25.000-Euro-Neuwagen steht die Resistenz gegenüber. Es gibt Fahrzeuge mit 41 Jahren, die die technische Inspektion problemlos bestehen, und Besitzer, die ihren alten Diesel so lange wie möglich behalten wollen. Die Kritik am aktuellen Auto zielt auf dasselbe Problem aus anderer Perspektive: Dreizylinder-Motoren, immer höhere Karosserien und Elektronikkomponenten, die jede Reparatur zu einer halben Autopflege machen. Bei hausgemachten Leistungssteigerungen gilt die übliche Warnung: Ingenieure rechnen bis ans Limit, und wer den Motor ohne Änderung von Turbolader und Intercooler bearbeitet, zählt am Ende Pannen statt PS.

So findet derjenige, der ein kleines, günstiges und reparaturfreundliches Auto sucht, ein Angebot vor, das bei 25.000 Euro beginnt und steigt. Das 41 Jahre alte Auto springt jeden Morgen weiterhin an.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (248 Antworten).

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