Reihenhäuser in Spanien: Die Alternative zum Einfamilienhaus

Ein Reihenhaus für 500.000 Euro kostet wie eine Wohnung in Madrids Montecarmelo. Preis, Treppen und Lärm dominieren die Debatte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Reihenhäuser in Spanien: Die Alternative zum Einfamilienhaus
Das Reihenhaus: Die Wahl, wenn das Budget für ein freistehendes Haus nicht reicht

Lohnt sich der Kauf eines Reihenhauses oder ist es die schlechteste Option auf dem Markt? Die Frage beginnt mit einer provokanten These – die einige Teilnehmer des Threads als Vorschlag lesen, sie zu verbieten – und endet in einer detaillierten Analyse von Preisen, Treppen, Nachbarn und Nebenkosten. Das Reihenhaus hat sich als Wohnform für jene etabliert, die aus dem Mehrfamilienhaus ausziehen wollen, ohne den Preis eines freistehenden Einfamilienhauses zu zahlen. Diese Zwischenposition bringt ihm Kritiker von beiden Seiten ein. Für manche ist es ein vertikales „Taubenhaus“ mit nur 40 bis 60 Quadratmetern pro Etage; für andere die erschwinglichste Form des Eigenheims. Der überraschende Fakt: Manche behaupten, ein Reihenhaus in einem Dorf im Umland von Madrid (Sierra de Madrid) koste inzwischen fast so viel wie eine Wohnung im Stadtteil Montecarmelo.

Was man für den Preis einer Wohnung bekommt

Der häufigste Vergleich ist nicht mit dem Einfamilienhaus, sondern mit der Wohnung. Eine wiederkehrende Rechnung setzt den Preis eines Reihenhauses bei etwa 500.000 Euro an – eine Summe, die viele mit einer Wohnung in einem gut etablierten Viertel assoziieren, die aber dafür eine eigene Garage, einen Abstellraum, einen Garten und zwei Fassaden mit Licht bietet. Befürworter argumentieren, dass man beim Reihenhaus hundertprozentiger Eigentümer des Grundstücks ist, während man im Mehrfamilienhaus keine volle Bodenbesitzrechte hat. Sie fügen ein Langzeitargument hinzu: Auf diesem Grundstück können die Kinder in fünfzig Jahren etwas anderes errichten.

Die Gegenargumente sind pragmatisch. Die Kritik richtet sich weder gegen das Doppelhaus noch gegen das freistehende Haus; infrage gestellt wird, ob das Reihenhaus die Lösung ist. Manche fassen es schlicht zusammen: Es ist die Immobilie, die man kauft, um einer Wohnung zu entfliehen, ohne genug Geld für ein Einzelhaus zu haben. Die Fläche verrät es. Im Gegensatz zu den 200 oder 300 Quadratmetern Baufläche, die manche dem Modell zuschreiben, werden reale Reihenhäuser auf Etagen von 40 bis 60 Quadratmetern gebaut, im besten Fall 90, was das Haus in eine hohe Schuhbox verwandelt.

Treppen: Das Problem, das mit dem Alter kommt

Das am häufigsten wiederholte Argument hat nichts mit dem Preis zu tun. Täglich Treppen zu steigen hört auf, eine Tugend zu sein, und wird zur Last. Wer in einem zweigeschossigen Haus lebt, räumt ein, dass er den ganzen Tag unten verbringt und Tage, sogar Wochen vergehen können, ohne die obere Etage zu betreten, bis man jeden Aufstieg verflucht. Die Warnung erstreckt sich auf Reihenhäuser mit drei oder vier Stockwerken: Sie sind für junge Körper konzipiert, werden aber jahrzehntelang bewohnt.

Das Szenario, das niemand betrachten möchte, ist gebrochene Hüfte und eingeschränkte Mobilität. Die Empfehlung aus dieser Erfahrung ist klar: Das Leben im Erdgeschoss konzentrieren und die oberen Stockwerke nur zum Schlafen nutzen. Aber diese Lösung erfordert ein Erdgeschoss mit Schlafzimmer und Bad, was das durchschnittliche Reihenhaus nicht bietet. Und wenn das Problem auftritt, kommen die Kosten für Anpassungen: Manche erinnern daran, dass Aufzüge und Hublifte existieren, und warnen, dass nicht jedes Haus über den nötigen Schacht oder die Struktur verfügt, um sie zu installieren, weshalb dies vor dem Kauf überprüft werden sollte.

Lärm, Nachbarn und der Mythos vom Garten

Wände zu teilen ist das geerbte Fluch der Wohnung. Die genannten Fälle reichen von der Renovierung des Nachbarn, die die Trennwand freilegt – und die Akustik schlimmer macht als im Mehrfamilienhaus – bis hin zum Hund, der drei Meter vom Fenster bellt, dem Grill fünf Meter vom Wohnzimmer oder dem fremden Auto, das vor der eigenen Garage parkt, bis die Zufahrtsberechtigung bezahlt ist. Einige ziehen daraus die radikale Schlussfolgerung: Niemals etwas mit einem Nachbarn teilen.

Die gegenteilige Haltung leugnet den Lärm nicht, relativiert ihn aber. Ein Reihenhaus hat nur zwei Nachbarn, je einen auf jeder Seite, im Gegensatz zu denen oben, unten und gegenüber in einem Mehrfamilienhaus, was die Anzahl der Kontaktflächen reduziert. Beim Garten ist die Ironie wiederkehrend: In den meisten Reihenhäusern gibt es mehr bebaute Fläche als Grünfläche, und jeden Hof als Garten zu bezeichnen, ist eine Übertreibung. Sicherheit ist eine andere Medaille mit zwei Seiten: Manche schätzen, dass Nachbarn Einbrecher abschrecken, andere berichten von wiederholten Einbrüchen bis zum Verkauf des Hauses, wobei der Käufer am Umzugstag selbst ausgeraubt wurde.

Die Rechnung: Von geteiltem Dämmstoff zur Kälte der Hochebene

Hier regieren die Zahlen und widersprechen sich. Ein Eigentümer mit 450 Quadratmetern Nutzfläche verteilt auf zwei Stockwerke erklärt rund 400 Euro monatliche Stromkosten im Winter in einer kalten, feuchten Zone. Ein anderer, mit 150 Quadratmetern Nutzfläche auf einer einzigen Ebene und Wärmepumpe im Großraum Sevilla, versichert, dass die Ausgaben irrelevant seien und er die Heizung erst Ende Dezember einschaltete, bei 22 oder 23 Grad im Haus. Dazwischen liegt ein dritter Fall, der 65 Prozent des Verbrauchs der Heizung zuschreibt, mit fast 300 Euro monatlich.

Die geteilte Dämmung der Seitenwände spielt positiv, und gut ausgeführte Dämmung spielt eine noch größere Rolle. Wer dies betont, verweist auf mitteleuropäische Baustandards und Häuser, die das ganze Jahr über bei 21 Grad gehalten werden, fast ohne Heizkosten. Die Wartung fügt einen weiteren bescheidenen, aber konstanten Posten hinzu: In einem der genannten Fälle ist von durchschnittlich 58 Euro pro Monat die Rede. Die Falle liegt in der Größe und dem Klima, nicht im Typologie.



Am Ende geht der Vorschlag, Reihenhäuser zu verbieten, leer aus: Wenn es Geschäftspotenzial gibt und jemand bereit ist, fast so viel wie für ein Einfamilienhaus zu zahlen, um Sardinen-Duft vom Nachbarn zu hören, hat der Markt bereits abgestimmt. Verbieten sollte ohnehin verboten sein.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (395 Antworten).

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