29N: die Stimme als Zettel im Spalt des Systems

Die 29N-Wahl kommt mit der These, dass Wählen nur den Verwalter des Systems legitime: Sie entscheiden, du zahlst. Die Analyse des Stimmzettels als Zettel im Spalt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

29N: die Stimme als Zettel im Spalt des Systems
29N und der Betrug, den Verwalter der Herde zu wählen

Die These ist alt und unbequem geblieben: Wählen ändert das System nicht, es legitime nur den, der es verwaltet. Bei der Abstimmung am 29. November lautet das Argument dieser Analyse, dass der Bürger nicht sein Schicksal wählt, sondern nur den Verantwortlichen, der Entscheidungen umsetzt, die andere bereits getroffen haben. Das Bild ist das einer Herde, die alle vier Jahre glaubt, einen neuen Hirten zu bekommen, und feststellt, dass die Schur weitergeht wie bisher.

Der Ausgangspunkt ist ein Paradox: Je mehr Menschen sich beteiligen, desto mehr werden die Wähler für das verantwortlich gemacht, was sie nie entschieden haben. "Du hast diese Partei gewählt, du bist schuld" funktioniert als der perfekte Betrug — sie entscheiden, du zahlst. Die Kritik richtet sich nicht gegen eine bestimmte Partei, sondern gegen die Struktur: eine Parteien-Demokratie, die sich eher vor ihren Geldgebern als vor ihren Wählern verantworten muss.

Warum heißt es, alle Parteien seien gleich?

Die Diagnose: Das gesamte politische Spektrum teilt zwei Grundpositionen — die Steuerung der Masseneinwanderung und die bedingungslose Unterstützung Israels. In diesem Rahmen reduziert sich das Wahlangebot auf Varianten desselben Verwalters. Daher der Satz, der den ganzen Beitrag zusammenfasst: Das Problem ist nicht, die Hirten zu wechseln, sondern aufzuhören, Schafe zu sein.

Der Wahlkampf verstärkt den Verdacht. Ein paar Wochen lang verkleiden sich die Kandidaten als Schafe, steigen in den Stall hinab, versprechen bessere Weiden und lassen sich sogar beim Streicheln von Lämmern fotografieren. Danach kommen die Auszählung, die Enttäuschung und ein politisches Gedächtnis, das genau vier Jahre dauert.

Die Stimme als gebrauchtes Toilettenpapier

Die meistzitierte Analogie ist nicht freundlich: Wählen ist wie das benutzte Papier ins Klo zu werfen. Es geschieht, damit sich der Wähler eine Weile nützlich fühlt — und mehr holt er aus dieser Wahl nicht heraus. Die Ironie erstreckt sich auf konkrete Fälle: Die Stimme des einfachen Bürgers bewegt nichts, weder die der Person, die es eilig zum Wahllokal hat, noch die derjenigen, die aus reiner Gewohnheit wählt.

Manche halten dagegen, dass auch die Wahlenthaltung nichts löst. Und genau da liegt der Knoten: Die einen wählen, weil sie noch hoffen, das System ändern zu können; die anderen wählen nicht mehr, weil sie glauben verstanden zu haben, wie das System diejenigen verändert, die versprechen, es zu ändern.

Die Enttäuschung beginnt mit der offiziellen Auszählung

Der emotionale Kalender ist präzise beschrieben: Die Leidenschaft am Wahltag ist nicht die des Spieltagsendes, wenn das Ergebnis schon feststeht. Niemand schaut sich ein bereits gespieltes Spiel noch einmal an. Der Kater kommt mit der Auszählung und mit dem Gefühl, dass alles, was bis zur nächsten Wahl passiert, die Schuld des Wählers ist — obwohl er doch nur ein Schaf mit Stimmzettel ist.

Die Frage, die in der Luft bleibt, ist nicht, wen man wählen soll. Sondern ob es sich lohnt, weiter an einem Spiel teilzunehmen, in dem die Regeln, der Besitzer des Grundstücks und der Schur-Kalender nie auf dem Stimmzettel stehen.



Hinweis: Die Aussagen über das politische Spektrum und die Vergleiche in der Debatte sind Meinungen der Teilnehmer, keine überprüften Fakten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (23 Antworten).

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