Die Rechnung: Kosten einer Freundin oder für Sex bezahlen

Eine in einem Forum verbreitete Rechnung vergleicht die Kosten für Freundin, Ehefrau und Scheidung mit bezahlten Treffen: 81.000 Euro gegenüber 51.000 in fünf Jahren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Rechnung: Kosten einer Freundin oder für Sex bezahlen
Die Haushaltsarithmetik, die Freundin und Prostitution vergleicht

Drei Jahre in einer WG in Madrid, zwei Mitbewohner und ein dritter Mieter, der alles hatte: groß, sportlich, mit charmantem Lächeln und einer natürlichen Art, die ihn noch attraktiver machte. Er zahlte pünktlich, war sauber und höflich. Das Problem lag woanders: Er mochte Frauen, und die Frauen mochten ihn in außergewöhnlichem Maße. Die Geschichte, die wie eine Wohngemeinschaftskomödie beginnt, mündet am Ende in eine Diskussion über Geld, Beziehungen und die Frage, was eine stabile Beziehung wirklich kostet.

Die Wendung liegt nicht in der Anekdote über den unwiderstehlichen Mitbewohner, sondern in der Tabellenkalkulation, die danach auftaucht. Ein gutes Treffen mit einer jungen, attraktiven Frau kostet 50 Euro, so die kursierende Rechnung. Eine Freundin in der Verliebtheitsphase bekommt dreißig Treffen im Monat: 1.500 Euro. Mit den Jahren sinkt die Frequenz auf eines pro Woche, rund 200 Euro monatlich. Der Durchschnitt aus diesem Rückgang liegt bei 850 Euro im Monat.

Was man am Anfang nicht abzieht und am Ende bezahlt

Zu dieser Summe kommen Abendessen, Geschenke, Aktivitäten, Urlaub und eine gemeinsame Wohnung – oder eben nicht. Die Rechnung fügt 350 Euro monatlich an laufenden Kosten hinzu. Und sie warnt vor einem unbequemen Detail: Kürzt man, beschleunigt sich die Knappheit in der Intimität. Die Hochzeit, falls es so weit kommt, wird mit 60.000 Euro verbucht, zwölftausend pro Jahr. An diesem Punkt, so die Argumentation, kippt die Waage bereits.

Aber das Gröbste wird am Anfang nicht beziffert. Streitereien, ärgerliche Nächte ohne Intimität, Hypotheken, Betrug mit Freunden, latenter Feminismus und am Ende die Scheidung. Ohne Kinder verliert man die Hälfte des Vermögens. Mit einem Kind verliert man alles. Hinzu kommt das Risiko einer Anzeige wegen häuslicher Gewalt, die einen Vorstrafeneintrag hinterlässt. Das ist der Teil, den keine Tabelle erfasst und der nach dieser Analyse über das Endergebnis entscheidet.

Die Fünfjahresbilanz im Vergleich

Die Übung vergleicht zwei Szenarien über fünf Jahre – länger, als die meisten Beziehungen dauern. Auf der einen Seite: für Treffen bezahlen und die Freiheit behalten: 51.000 Euro. Auf der anderen: Freundin, Ehefrau und Ex: 81.000 Euro, dazu die Hälfte der auf eine Wohnung gezahlten Beträge bei 100 Euro monatlich, also 30.000 Euro. Und dann bleiben die immateriellen Dinge: Leid, Enttäuschungen, graue Haare und das Gefühl, vor der Gesellschaft gebrandmarkt zu sein, ohne noch flirten zu können.

Das arithmetische Fazit ist verblüffend: In fünf Jahren hätte man statt einer einzigen Frau 1.835 Treffen mit verschiedenen Frauen unter dreißig haben können. Die Zahl ergibt sich aus fünf mal 365. Der Autor der Rechnung fasst es in einem Satz zusammen, der keine Nuancen zulässt: Ich ficke seit Jahren Nutten, eine Wunder.

Die Falle der Rechnung und was sie auslässt

Die Übung hat ein offensichtliches methodisches Problem. Sie behandelt eine Paarbeziehung wie den Kauf einer Dienstleistung und vergleicht Einheiten, die nicht gleichwertig sind: ein einmaliges Treffen gegen ein Zusammenleben über Jahre. Sie rechnet die Einnahmen des anderen Partners nicht ein, gegenseitige Fürsorge, Unterstützung bei Krankheit oder Erbschaft. Sie rechnet auch nicht die Opportunitätskosten eines Verzichts auf ein stabiles Liebesleben ein, die keinen Marktpreis haben.

Dennoch trifft die Argumentation ein echtes Bedürfnis: die Wahrnehmung, dass eine Beziehung teurer geworden ist und dass eine Scheidung denjenigen finanziell ruinieren kann, der mehr Vermögen hat. Der Vergleich zwischen 51.000 und 81.000 Euro, dazu die 30.000 für die Wohnung, ist grob, stellt aber eine Frage, die sich viele still stellen und nur wenige laut aussprechen.

Der unwiderstehliche Mitbewohner aus der Eingangsgeschichte wohnt derweil noch immer in der Wohnung. Niemand wirft ihn raus. Er ist ein vorbildlicher Mieter. Und das ist vielleicht die einzige Zahl, über die es keinen Streit gibt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (22 Antworten).

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