Raucher sind nur noch Reiche und Politiker

Ein Forum-Nutzer behauptet, der Tabakpreis habe das Rauchen zum Luxusgut gemacht. Der Thread vergleicht die Preise von Ducados seit den 33 Pesetas in den 80ern.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Raucher sind nur noch Reiche und Politiker
Forum-Nutzer: Rauchen ist nur noch was für Reiche

Ein Teilnehmer eines Forums behauptet, „Rauchen sei nur noch etwas für Reiche und Politiker“ und dass „Arme sich nicht einmal mehr eine Schachtel Ducados leisten können“. Die Beschwerde, wiederholt in einer Diskussion über den Tabakpreis, fasst die Wahrnehmung eines Marktes zusammen, in dem der Staat laut einem anderen Nutzer mehr als 25 % der rauchenden Bevölkerung besteuert – vor drei Jahrzehnten rauchte noch die Hälfte des Landes. Das unter den Beteiligten verbreitete Urteil ist unbequem: Die Sucht ist zu einem Luxusartikel geworden, für den im eng kalkulierten Einkaufskorb kein Platz mehr ist.

Von 33 Pesetas auf 5,35 Euro: Ein halbes Jahrhundert Preiserhöhungen

Die Preisgeschichte ist das beste Wirtschaftsarchiv dieses Landes. Manche erinnern sich daran, Ducados für 33 Pesetas in den Achtzigern gekauft zu haben, oder kurze Celtas ohne Filter für 11 Pesetas pro Schachtel. Andere zahlten noch weniger: 6 Pesetas für die Celtas und 30 Pesetas für Fortuna. Im Jahr 1989, als ein Ducado 51 Pesetas kostete, gab es einen nationalen Aufschrei, der im BOE (Staatsanzeiger Spaniens) dokumentiert wurde. Heute kostet dieselbe Schachtel 888 Pesetas (umgerechnet), und niemand ruft einen Streik aus.

Der Vergleich mit Alkohol entkräftet nach Ansicht einiger Diskutanten das Gesundheitsargument. Eine „Litrona“ (große Bierflasche) kostete vor dreißig Jahren 100 Pesetas und kostet heute einen Euro. Der Tabak hat seinen Preis mehr als zwanzigfach vervielfacht. Die Frage bleibt, warum ein ebenso schädliches Produkt um das Zwanzigfache steigt, während das andere kaum teurer wird. Die kursierende Antwort hat wenig mit Gesundheit zu tun: Die Tabaknachfrage ist starr, der Raucher verhandelt nicht, was ihn zur perfekten Melkkuh macht.

Wie viel vom Preis ist Steuer und wie viel Tabak?

Die Struktur des Geschäfts ist das Ärgernis. Laut einer im Thread kursierenden Berechnung wird der Tabak bei den Landwirten für 4 oder 5 Euro pro Kilo eingekauft und im Estanco (Tabakladen) für 250 Euro pro Kilo verkauft, stets mit Genehmigung der Regierung. Eine Marge, die die Ursprungskosten verfünfzigfacht und nur dank eines regulierten Verkaufsmonopols existieren kann. Der Vergleich mit Masken während der Pandemie taucht in der Unterhaltung fast von selbst auf.

Der rechnende Raucher findet Auswege. Manche sagen, sie kaufen Kilos für 30 Euro, was zwei Monate Konsum deckt. Andere blicken auf die Terrasse: Eigene Anzuchttöpfe, die, so heißt es, im Viertel beneidet werden. Die Option ist nicht einfach. Frisch geernteter Tabak ist roh und benötigt eine Fermentation unter kontrollierten Bedingungen, mit einer relativen Luftfeuchtigkeit von 85 % bis 95 % und Temperaturen bis zu 40 Grad – ein Prozess, der früher in den Laderäumen der Schiffe stattfand und als „Bodega-Tabak“ bekannt war.

Das Gesundheitsargument, das nicht aufgeht

Alle Seiten akzeptieren, dass Tabak schädlich ist. Uneinigkeit herrscht darüber, was man damit tun soll. Wenn er so schädlich ist, verlangt die Logik ein Verbot. Es gibt keines. Stattdessen wird besteuert. Während der Pandemie galt das Produkt als Grundbedarfsartikel, und die Estancos blieben offen – ein Detail, das viele mit bitterem Unterton hervorheben. Die Schlussfolgerung lautet, dass es nicht um öffentliche Gesundheit geht, sondern um Einnahmen, und dass die verbleibenden 25 % der Raucher einen Teil des Haushalts finanzieren, den früher die 50 % trugen.

Währenddessen hat sich die Qualität verschlechtert. Manche behaupten, der heutige Tabak könne aufgrund seiner schlechten Qualität unmöglich süchtig machen, und erinnern daran, dass Nikotin zwar nicht zu den krebserregenden Stoffen im Rauch gehört, aber die Abhängigkeit erzeugt, die das Geschäft rentabel macht. Das Intervall zwischen Zigarette und Zigarette, so fasst eine Analyse zusammen, ist reiner Entzugssyndrom.

Tabak als Indikator für die Geldbörse

Der Tabakpreis funktioniert als Indikator für etwas Größeres. 1996, als die teuerste Schachtel etwa 350 Pesetas kostete, waren die Gehälter ähnlich wie heute. Tabak stieg, Öl stieg, Wohnraum wurde teurer. Die Beschwerde über die 51 Pesetas von 1989 ist zur Resignation gegenüber jährlichen Preiserhöhungen geworden, die niemand hinterfragt. Die Fähigkeit zum Skandal ist erschöpft, bevor die Zahlungsfähigkeit versagt.

Die vollständige Berechnung, mit den Preisen Jahr für Jahr und der detaillierten Steuerlast, ergibt ein Bild, das erklärt, warum die Estancos weiterhin voll sind und der Einkaufskorb immer leerer.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (172 Antworten).

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