Ábalos pokert, während die PSOE einen Sündenbock sucht
José Luis Ábalos, ehemaliger Verkehrsminister, behauptet, es lägen keine strafrechtlichen Anklagen gegen ihn vor. Während er dies wiederholt, verhandelt sein Umfeld die Bedingungen eines Abgangs, den die PSOE nicht als Rücktritt bezeichnen möchte. Der vorgesehene Schutzwall ist sein früherer Berater, Koldo García. Das Problem ist, dass dieser Schutzwall nicht hält, und die dahinterliegende Drohung – dass der Ex-Minister sprechen könnte – bleibt auf dem Tisch.
Warum greift die PSOE Ábalos an, bevor er aussagt?
Die häufigste Erklärung deutet auf das Bedürfnis nach einem Sündenbock hin. Wenn alle involviert sind, wie viele Analysen nahelegen, wirkt der Schutzwall um Koldo unglaubwürdig, und die Partei braucht jemand Größeren als einen Berater. Diese Person ist sein Chef.
Das Detail, das stört: Der Beschuldigte sagt, es gebe keine strafrechtliche Anklage gegen ihn. Niemand hat erklärt, warum der Apparat sich gegen jemanden richtet, der formal sauber ist, bevor er aussagt. Wenn Erklärungen fehlen, füllt sich die Erzählung von selbst, meist in die für Schweigende ungünstigste Richtung.
Manche deuten den Schritt anders: Es ist keine Säuberung, sondern der erste Zug einer Verhandlung. Der Beschuldigte kennt die Regeln und weiß, dass sein Wert steigt, je mehr er droht, zu sprechen.
Die Masken-Spur: 1,6 Millionen und ein Vertrauenslieferant
Die Spur führt zu den Notfallverträgen der Pandemie, einem Bereich, in dem Dringlichkeit das Unerklärliche rechtfertigte. Laut Vozpópuli wurde das Budget für Masken unter Innenminister Fernando Grande-Marlaska um 1,6 Millionen Euro aufgebläht, um beim Vertrauenslieferanten von Ábalos zu kaufen.
Zudem kursiert, ohne unabhängige Bestätigung, die Behauptung, die Regierung habe 2020 die Staatsanwaltschaft und die Generalstaatsanwaltschaft mobilisiert, um Koldos Partner zu verteidigen. Genau diese Art von Daten macht aus einem Provisionsfall einen Staatsfall und erklärt, warum niemand viel reden möchte.
Mit diesen Elementen hört das Schweigen des Ex-Ministers auf, Vorsicht zu sein, und verhält sich wie Ware: Es wird gekauft, verkauft und die Lieferbedingungen werden bewertet.
Von Bárcenas bis Pujol: Warum fast niemand alles auspackt
Die jüngere Geschichte lehrt, dass jene, die alles hätten erzählen können, es selten taten. Luis Bárcenas hatte genug Gründe – die Umschläge, die Mariano Rajoy schützten – und gab dennoch nicht alles preis, weil er selbst in jedem Dokument auftauchte. Der ehemalige katalanische Präsident Jordi Pujol warnte im Regionalparlament, wenn man an einem Ast rüttle, fielen alle herunter, und mit dieser Warnung fuhr er gut.
Das Muster wiederholt sich: Der Fall Tito Berni, gewerkschaftlicher Missbrauch bei Schulungskursen, erfundene Krankheiten bei EREs (spanischen Personalabbauverfahren). Rücktritt, Schweigen und Vergessen. Die vorherrschende Prognose ist, dass es diesmal genau so läuft, Ábalos am Ende bezahlt wird und die anderen weiter rudern.
Der Ex-Minister selbst sagte, es gebe keine Decke. Ein kurioses Detail: In Spanien haben wir vom Verlieren von Kriegen zum Verlieren von Decken übergegangen.
Die Bodega von Peñafiel: Das Foto, das Regierung und Wirtschaft verbindet
Am 5. November 2022 nahm der heutige Verkehrsminister Óscar Puente an der Geburtstagsfeier des Unternehmers Sergio Zaitegui in der Bodega Palacio de Villachica in Peñafiel teil, einem gemeinsam genutzten Raum von David Mato, Sergio Zaitegui und David Perica, laut verbreiteten Bildern. Man mag es als Anekdote lesen, aber es skizziert den Kreislauf, in dem öffentliche Ämter und Unternehmer sich treffen: Feiern, namentlich bekannte Bodegas und eine vermutete herzliche Beziehung.
Auch offen bleibt die Frage, die niemand beantwortet: Was war in den Koffern von Delcy Rodríguez im Flugzeug, und ob jemand plant, es jemals zu erzählen.
Die Kernthese: Parteien als geschlossene Zünfte
Die Diagnose geht über einen Namen hinaus. Parteien seien zu Zünften mit mafioser Führung geworden, wo man für eine verantwortungsvolle Position das Vertrauen des Kerns gewinnen muss. Und der Weg dazu ist einfach: die Hände schmutzig machen und klarstellen, dass die Partei über allem steht.
Der Unterschied zur klassischen Mafia ist unbequem. Dort wird der Dissident eliminiert. Hier wird der Dissident bezahlt, und zwar mit dem Geld aller. Ob das besser oder schlechter ist, bleibt unbeantwortet und wahrscheinlich unbeantwortbar.
Wo die Analyse ins Stocken gerät
Wenn Ábalos nichts zu sagen hat, versteht man weder die Panik noch die Geschwindigkeit, mit der sein Platz freigeräumt wurde. Wenn er viel zu sagen hat, versteht man nicht, warum er dort bleibt, bezahlt wird und keinen Rücktritt unterschreibt. Die zwei Teile passen nicht zusammen, und keine verfügbare Version erklärt beide gleichzeitig. Bis jemand unterschreibt, bleibt die Decke gefaltet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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