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Pyrenäen: Touristen treiben Mieten auf 2.000 Euro
Saisonarbeiter in Formigal schlafen in Wohnmobilen, da Mieten bis zu 2.300 Euro kosten. Viele Betriebe schränken ein.
Mieten von 2.000 € und Saisonkräfte in Wohnmobilen in den Pyrenäen
Wie viel muss man verdienen, um in einem Skigebiet arbeiten zu können? In den aragonesischen Pyrenäen geben die Inserate die Antwort: Eine 83-Quadratmeter-Wohnung in Sallent de Gállego wird für 2.000 Euro pro Monat angeboten, eine andere mit 90 Quadratmetern für 2.300 Euro. Bei dem Gehalt von 1.400 Euro, das eine Mitarbeiterin des Skigebiets nennt, lässt diese Rechnung wenig Spielraum. Die am 7. April endende Saison zeigt dasselbe Bild wie die vergangenen Winter: Ein Dutzend Wohnmobile und Transporter übernachten auf dem Parkplatz der Wohnsiedlung Formigal, viele davon bewohnt von Köchen, Kellnerinnen und Trainern, die keine konventionelle Wohnung finden – oder sich nicht leisten wollen.
Der Parkplatz von Formigal als Arbeiterviertel
Dani Rivas arbeitet im Snowpark von Formigal. Im Winter 2022/2023 teilte er sich eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit fünf Kollegen für 1.000 Euro monatlich, nachdem er zu Saisonbeginn 5.000 Euro plus Kaution gezahlt hatte. Genervt von diesem Modell kaufte sich der aus dem Baskenland stammende Arbeitnehmer ein Wohnmobil. „Hier ist es sehr schwierig, eine Unterkunft zu finden; sie werden immer weniger und teurer“, fasst er zusammen. Neben ihm sagen Gabriela García und Iván Pérez, die in ihrer ersten Saison aus Almería angereist sind, offen: „Wir sind gekommen, weil wir unser Wohnmobil haben; sonst könnten wir hier nicht arbeiten.“ Er ist Koch, sie Kellnerin und arbeitet nachmittags zusätzlich in einem Hotel, wo ihr erlaubt wird, zu duschen und Wäsche zu waschen.
Dieses Phänomen beschränkt sich nicht nur auf Saisonkräfte. Mariano Izquierdo, ein Madrider, der Formigal seit zwei Jahrzehnten frequentiert, stellt jeden Winter fest: „Früher gab es das nicht, aber jetzt sieht man in allen Skigebieten der Pyrenäen, ohne Ausnahme, auch in Andorra, Arbeiter in Wohnmobilen.“
Was kostet eine Mietwohnung in Sallent de Gállego?
Der Immobilienmarkt im Tal erklärt die Szene. In Sallent de Gállego gibt es Angebote von 2.300 Euro für 90 Quadratmeter, 2.000 Euro für 83 Quadratmeter sowie günstigere Optionen für 1.200 und 650 Euro. Der Durchschnittspreis liegt bei 20,65 Euro pro Quadratmeter, doppelt so hoch wie in der Stadt Zaragoza. Die billige Alternative hat versteckte Kosten: Das Pendeln von Sabiñánigo bedeutet 45 Minuten Hinweg und 45 Minuten Rückweg, mit Staus und verschneiten Straßen mitten im Winter.
Die Vorauszahlungen machen die Gleichung komplett. Für eine Wintersaison verlangen manche Vermieter 6.000 Euro im Voraus „und zögern nicht“, berichtet der Besitzer eines Restaurants im Ort.
Der Unternehmer, der ebenfalls die Zeche zahlt
Das Problem trifft nicht nur die Arbeitnehmer. David Guillén, Inhaber des Restaurants Cambium Pirineos, räumt ein, dass „die Arbeiter den Preis des Tourismus zahlen“ und er mit ihnen: Ihm fehlen zwei Personen im Personal, die Stelle erfordert hohe Qualifikationen und er findet keine Kandidaten. Einer seiner Mitarbeiterinnen half er beim Umzug von einer 28-Quadratmeter-Wohnung in Biescas für 700 Euro in eine andere in Sallent für hundert Euro mehr, mit zwei Zimmern.
Ángel Fernández, Leiter des Hotels Valle de Izas in Sallent, schloss sein Restaurant und behielt nur die Zimmer. „Man verliert wirtschaftliche Aktivität und wird klein, weil man keine Arbeitskräfte hat“, beklagt er. Die großen Hotels reagieren anders: Sie reservieren eine ganze Etage für das Personal und reduzieren damit die zum Verkauf angebotenen Zimmer. Der Engpass ist der Wohnraum: Einer der Hoteliers erzählt, dass er 50 Personen interviewt und sechs eingestellt habe, wobei nur wenige bereits eine Unterkunft hatten.
Das Modell, das vor zwanzig Jahren funktionierte
Valvanera Salas begann vor zwei Jahrzehnten im Skigebiet und verbringt diese Saison in den Alpen. Ihre Diagnose zielt auf Ferienwohnungen ab, die „die Preise in die Höhe treiben“. Sie erinnert daran, dass Aramón über ein großes Hostel zur Unterbringung seiner Mitarbeiter verfügte, das später verkauft wurde. Der Vergleich mit dem Nachbarland ist unbequem: „Hier in den Alpen bieten 95 % der Jobs eine Unterkunft an.“
In ihrer Bilanz steht eine Zahl, die wie eine Warnung wirkt: „Man kann keine 1.000 Euro Miete zahlen, wenn man 1.400 Euro verdient. Ich habe Freunde, die aufgehört haben, Saisonarbeit zu machen, weil es sich nicht mehr lohnt.“
Fehlt Wohnraum, gibt es zu viele Touristen oder sind die Löhne zu niedrig?
Die Analyse geht in verschiedene Richtungen. Ein Teil der Betrachtung weist auf das knappe Angebot hin: In einer Berggemeinde ist der verfügbare Boden begrenzt, die Topografie verteuert jedes Bauprojekt und Genehmigungen hängen von den Rathäusern ab, während private Investoren keine Rentabilität im sozialen Wohnungsbau sehen. Ein anderer Fokus liegt auf den Löhnen: Keine Preisanpassung löst ein Gehalt, das die Miete nicht deckt. Und eine dritte Strömung kritisiert das Tourismusmodell selbst, bei dem Wohnungen in Kurzzeitunterkünfte umgewandelt werden und den Wohnungsmarkt für Dauermieter verengen.
Es wird auch argumentiert, dass ein Teil des Drucks von Arbeitnehmern ausgeht, die härtere Bedingungen akzeptieren, ein Standpunkt, der in den vorliegenden Materialien als Meinung ohne Datenbasis erscheint. Es gibt drei mögliche Lösungsansätze, die sich nicht ausschließen: Mehr Wohnraum anbieten, Löhne erhöhen oder Betriebe schließen lassen. Manche Unternehmer haben bereits unfreiwillig die dritte Option gewählt: Weniger Tische, weniger servierte Mahlzeiten, weniger geöffnete Bars.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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