Deckelung der Zimmermieten fördert Schwarzmarkt

Die Kappungsgrenze für WG-Mieten könnte zu illegalen Zahlungen führen: Beispiel zeigt Differenz zwischen Vertrag und Realität.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Deckelung der Zimmermieten fördert Schwarzmarkt
Zimmermietendeckelung treibt Markt in die Illegalität

Wo soll leben, wer heute eine WG bewohnt, wenn die Miete für das eigene Zimmer nicht mehr steigen darf? Diese Frage steht im Zentrum der Ankündigung, dass die Summe aller Zimmermieten einer Wohnung den Preis für die gesamte Wohnungsmiete nicht überschreiten darf, wie von que.es berichtet. Auf dem Papier klingt dies nach einer Obergrenze. In der Praxis gehen mehrere Beobachter davon aus, dass der Markt bereits reagiert: durch Zahlung außerhalb des Vertrags. Diese Reaktion muss nicht auf die Verabschiedung des Gesetzes warten.

Die Logik der Maßnahme ist reine Arithmetik: Die Summe der Zimmermieten darf den Preis der gesamten Wohnungsmiete nicht übersteigen. Bis hierhin einfach. Das Problem entsteht, so diese Argumentation, wenn der Vermieter feststellt, dass die vermietete Wohngemeinschaft deutlich mehr einbringt als die Gesamtvermietung und dass der Verzicht auf diese Differenz bedeutet, mit denselben Wänden weniger Geld zu verdienen. Genau dort beginnt, laut diesen Warnungen, der Parallelmarkt.

Vertrag über 200 Euro, Zahlung über 500

Ein häufig zitiertes Beispiel im Diskurs ist die doppelte Buchführung: Unterschrift unter einen Mietvertrag für ein Zimmer über 200 Euro, während tatsächlich 500 Euro gezahlt werden, wobei die übrigen 300 Euro nicht dokumentiert sind. Ein anderer Teilnehmer schätzt, dass heute 80 % der Zimmermieten ganz oder teilweise schwarz bezahlt werden – eine Schätzung, deren Urheber zugibt, sie nicht mit Daten belegen zu können, und die daher nur als solche zu verstehen ist.

Mit der Deckelung, so wird argumentiert, würde dieser Weg vom Fehlverhalten zur einzigen Möglichkeit, die Rendite zu halten. Und im Schwarzmarkt hält sich alles, solange es funktioniert. Was außerhalb des Vertrags gezahlt wird, ist nicht dokumentiert; der Empfänger trägt das Risiko ohne schriftliche Absicherung.

Das katalanische Vorbild: Weniger Angebot, gleiches Problem

Das am häufigsten vorgebrachte Argument gegen die Deckelung ist theoretisch nicht neu. Ein Teilnehmer verweist auf Katalonien (Spanien), wo die Preise seit Monaten begrenzt sind, als Laboratorium, in dem das Ergebnis bereits sichtbar wurde: Vermieter ziehen ihre Wohnungen zurück, weder ganze Wohnungen noch Zimmer stehen zur Verfügung. Aus Sicht der Eigentümerseite lautet die Diagnose, dass die Norm nichts verbilligt, sondern lediglich die Anzahl verfügbarer Türen reduziert.

Wenn das legale Angebot versiegt, verschwindet die Nachfrage nicht. Sie ordnet sich neu. Und in diesem Prozess entstehen Zwischenprodukte mit englischen Namen: Coliving, wochenweise Zimmervermietung, Saisonmieten. Modelle, die neben dem klassischen Mietrecht existieren und dabei den Rahmen umgehen, den man eigentlich regulieren wollte. Andere Stimmen behaupten, der Entwurf werde ohnehin nicht verabschiedet, sei politische Inszenierung, und das Problem bleibe exakt dort, wo es war. Diese These wird dadurch gestützt, dass Zimmermietverträge dem spanischen Zivilgesetzbuch unterliegen, was eine Kündigung viel einfacher macht als bei einem städtischen Wohnraummietvertrag.

Wohin geht es für Menschen, die keine Verträge unterschreiben können?

Was außerhalb des gedeckelten Preises liegt, verdunstet nicht: Es verlagert sich, je nach Szenario im Diskurs, in erzwungene Wohngemeinschaften, in die Rückkehr zum Elternhaus und, im härtesten Fall, in Slumsiedlungen und informelle Siedlungen. Der Vergleich mit der Nachkriegszeit wird ungeniert gezogen, bezogen auf jene, die in Zimmern leben müssten.

Ein Teil der Unzufriedenheit verknüpft das Thema mit Migrationsdruck und dem Zustand peripherer Siedlungen. Dies sind Meinungen, die die Ankündigung nicht mit Daten untermauert und die die Angebotsknappheit allein nicht erklären, aber den Ton der allgemeinen Missstimmung prägen.

Mit diesen Bausteinen hat die Maßnahme eine unbestreitbare Stärke: Zum ersten Mal wissen Vermieter, Mieter und Gesetzgeber genau, welcher Preis auf dem Papier steht. Was niemand garantiert, ist, zu welchem Preis geschlafen wird.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (53 Antworten).

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