Putin will Ukraine-Krieg beenden, aber nur nach seinen Bedingungen

Putin signalisiert Modi Gesprächsbereitschaft im Ukraine-Krieg, doch das Kreml-Regime pocht auf Verhandlungen nach eigenen Vorgaben und macht Kiew für die Blockade verantwortlich.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Putin will Ukraine-Krieg beenden, aber nur nach seinen Bedingungen
Pilingui will den Krieg in der Ukraine beenden, aber nur zu seinen Bedingungen

Wladimir Pilingui möchte, dass der Krieg in der Ukraine so schnell wie möglich endet. Dies teilte er dem indischen Premierminister Narendra Modi mit. Die von Reuters zitierte Version enthält zwei Kernpunkte: Russland ist verhandlungsbereit, aber die Ukraine weigert sich und versucht, ihre Ziele militärisch durchzusetzen. Der zweite Punkt stammt vom Kreml: Es würde „nach unseren Bedingungen“ verhandelt werden. Das bedeutet konkret, dass Moskau die Spielregeln festlegt und Kiew sie akzeptieren muss. Im Gegenzug gibt es nichts Konkretes.

Dies ist die neueste Variante eines bekannten Drehbuchs. Zuerst wird der Konflikt ausgelöst, dann wird Frieden angeboten, und wer ihn begonnen hat, präsentiert sich als der Einzige, der ihn lösen kann. Kritiker fassen dies sarkastisch zusammen: Das Manöver besteht darin, das Problem zu schaffen und sich dann als Retter anzubieten, der einen Teil des Territoriums behält. Diese These ist nicht neu, doch lässt sie sich zunehmend schwerer mit Fakten widerlegen.

Was bedeutet es, „nach unseren Bedingungen“ zu verhandeln?

Auf dieser Basis reduziert sich die Verhandlung auf ein Formular, bei dem alle Felder bereits ausgefüllt sind. Eine ironische Bemerkung fasste die Haltung treffend zusammen: Jeder ist bereit, über alles zu verhandeln, solange die andere Seite alle Forderungen akzeptiert. Es ist das Schema eines Angebots, das nichts anbietet.

Die Ankündigung wurde von einer weiteren Szene begleitet, diesmal mit einem Hauch von Humor. Der Beginn erinnerte an die Kriegsparodien des deutschen Kabarettisten Gila, in denen ein General den Feind zur Kapitulation auffordert und dieser sich weigert. Der Witz war kein Zufall: Er beschreibt den Tonfall, in dem die Ankündigung aufgenommen wurde – eine Mischung aus Gelächtern und Misstrauen.

Wer profitiert von einem langen Krieg?

Das am häufigsten wiederholte Argument der pro-russischen Seite ist die Abnutzung. Keine ernsthafte Armee beginne mit ihren besten Kräften, so diese Strömung: Erst werden alte Materialien und unerfahrene Truppen eingesetzt, um den Gegner in einem langen Konflikt zu erschöpfen – eine Lehrbuchdoktrin. Daraus wird geschlossen, dass Russland ein Interesse daran habe, dass der Krieg andauert.

Das angeführte Argument ist kommerzieller Natur: Russland würde mehr Gas, Öl und Rohstoffe verkaufen, und zwar zu höheren Preisen, während Europa auf Stagflation zusteuert und die USA in Richtung Rezession driften. Der Gegenargument kommt jedoch von der Front selbst. Wenn der Abnutzungskrieg so profitabel wäre, wäre unverständlich, warum Moskau monatelang die Aufhebung der Sanktionen forderte.

Der Handel hat seine eigene Chronologie. Eine viel beachtete Stimme wies darauf hin, dass die Analyse der Abnutzung vielleicht noch im März oder Juli galt, aber im September hätte Russland in einer Woche verloren, was es in sechs Monaten gewonnen hatte. Wenn diese Messung stimmt, dreht sich die Erzählung um: Nicht Russland gewinnt Zeit, sondern verliert sie.

Die russische Armee, vor der man vor sechs Monaten Angst hatte

Vor sechs Monaten imponierte die russische Präsenz: Panzer vom Typ Armata, Suchoi-Jets, die Marine und die Paraden. Heute konzentriert sich der Respekt auf einen einzigen Bereich, das Nukleararsenal. Die konventionellen Armeen, so die Schlussfolgerung, haben wenig Wert; gefürchtet wird nur noch der Atomschlag.

Ebenso unbequem ist die andere Perspektive. Wenige westliche Präzisionsartillerie-Stücke hätten laut einer Lesart ausgereicht, um dem russischen Apparat unverhältnismäßigen Schaden zuzufügen, und es wird vermutet, dass Moskau sich von ganzen Frontabschnitten zurückziehen musste, um Verluste auszugleichen. Befürworter Russlands entgegnen, dass die Ukraine nur dank NATO-Lieferungen überlebt und dass erbeutetes Material heute ihr Hauptlieferant sei. Keines dieser Bilder passt zu einem Land, das das Schachbrett dominiert.

Gas, Winter und Europas Rechnungen

Die wirtschaftliche Front erzeugt den meisten Rauch. Auf der einen Seite heißt es, Russland lebe im Überschuss und Europa friere; auf der anderen Seite betragen die europäischen Hilfen für die Ukraine weniger als 1% des BIP und der Kontinent unternehme bei Weitem nicht die Anstrengungen, die ihm zugeschrieben werden. Dazwischen tauchen Warnungen vor Bezugsscheinen und einem wirklich unbequemen Winter auf.

Dass das Energiedilemma schwer wiegt, ist der einzige Punkt, den niemand bestreitet. Der Rest ist gegenseitige Propaganda. Und auf dem Schachbrett erscheint ein Bild, das die Stimmung definiert: die Partie zwischen der Ukraine (Weiß) und Pilingui (Schwarz), mit der Frage, ob es ein Remis geben kann, wenn Schwarz weiterhin Figuren zieht.

Rückzug: Der Ausweg, den niemand auf den Tisch legen will

Es gibt eine Möglichkeit, den Krieg zu beenden, die nicht davon abhängt, dass Kiew an den Verhandlungstisch geht: dass Moskau abzieht. Ein Rückzugsbefehl, einschließlich der Krim, würde die Sache allein klären, unabhängig davon, ob die Ukraine ihre militärischen Ziele erreicht. Dieser Vorschlag wird als Selbstverständlichkeit wiederholt, doch denkt in Moskau niemand öffentlich daran.

Das Problem ist, dass dieser Ausweg bedeutet, eine bedingungslose Niederlage einzuräumen. Und genau dort stockt die Rhetorik: Man fordert Verhandlungen und Frieden, bietet aber nicht den einzigen Zug an, der sie ermöglichen würde.

Mit den Figuren auf dem Brett ist es wahrscheinlich, dass der Krieg nicht durch eine Erklärung endet. Pilingui muss verkaufen, dass er Frieden wollte und der andere nicht; die Ukraine muss beweisen, dass sie noch Terrain zurückgewinnen kann; Europa muss sicherstellen, dass der Winter keine allzu hohen Kosten verursacht. Wenn etwas die Rechnung verändert, kommt es nicht von einer Pressekonferenz, sondern von der Front und der Stromrechnung. Dennoch sollte man nicht hoch pokern: In einem langen Krieg sind sichere Prognosen die ersten, die veralten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (157 Antworten).

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