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Zwangsrekrutierung in der Ukraine: Festnahmen mitten auf der Straße
Videos zur Zwangsrekrutierung in der Ukraine zeigen Festnahmen auf offener Straße, Bestechung zur Vermeidung der Mobilmachung sowie die Einberufung von Frauen und Menschen mit Behinderung.
Was passiert, wenn einer Armee, die sich als Verteidigerin der Demokratie präsentiert, die Freiwilligen ausgehen? Die Aufzeichnungen, die sich seit über einem Jahr anhäufen, deuten auf eine unbequeme Antwort hin: Streifen, die Männer auf der Straße und auf offener Landstraße anhalten, um sie in einen Transporter zu verfrachten. Die Sammlung dieser Clips wird laufend in Etappen aktualisiert. Die Videos folgen einem Muster: kurze Kontrolle, Gerangel und, wenn Angehörige in der Nähe sind, Schreie und Hände, die sich an der Karosserie festklammern. Eine der am häufigsten gezeigten Szenen nimmt ein gutes Ende: Eine Frau klammert sich an den Wagen, der ihren Mann abführt, und erreicht seine Freilassung.
Wie die Rekrutierungsstreifen auf der Straße arbeiten
Das umlaufende Material beschränkt sich nicht auf die Front oder Kampfgebiete. Ein Großteil der Festnahmen geschieht in städtischen Gebieten, bei hellem Tageslicht und vor Zeugen, die mit dem Handy filmen. Es gibt Fälle, in denen Rekrutierer sich als Bekannte ausgeben, um an einen Kandidaten heranzukommen und ihn anschließend festzunehmen. Auch Widerstand kommt vor: Ein Anwohner stellt sich dem Streifen entgegen und wird laut der Begleitbeschreibung schließlich von den Rekrutierern selbst abgeführt. Wie lange diese Praxis schon besteht, zeigt sich deutlich: Zu den Clips gehören Festnahmen, die im Winter aufgenommen und erst Monate später in die Sammlung aufgenommen wurden.
Was der Guardian über Bestechung zur Vermeidung der Front berichtet
Der Guardian hat berichtet, dass zahlreiche Ukrainer der Zwangsrekrutierung auf zwei Wegen zu entkommen versuchen: durch Bestechung oder durch Untertauchen. Es ist einer der Befunde, die den Fokus am stärksten vom einzelnen Video auf ein strukturiertes Phänomen verlagern: Wer über Geld verfügt, entgeht der Mobilmachung, wer nicht, muss sie am Ende ableisten. Die Asymmetrie zwischen dem, der eine Bestechung bezahlen kann, und dem, der es nicht kann, zeigt sich in mehreren Beiträgen. Ein Zeugnis bringt es ungeschönt auf den Punkt: Wer sein Leben in prekärer Beschäftigung verbracht hat, verteidigt nun Interessen, die nicht seine eigenen sind.
Frauen, Menschen mit Behinderung und 18-Jährige
Die Mobilmachung ist längst nicht mehr nur eine Sache wehrpflichtiger Männer. In den Videos taucht eine schwangere Frau auf, die festgenommen wird, sowie Menschen mit körperlicher Behinderung, die ebenfalls einberufen werden sollen. Zur Altersgrenze kursiert die Behauptung, der US-Präsident Joe Biden habe die ukrainische Regierung gebeten, das Mindestalter auf 18 Jahre zu senken. Das Material enthält keine Regelung, die diese Änderung bestätigt. Zu sehen sind dagegen Frauen, die Straßen blockieren, um zu verhindern, dass ihre Angehörigen mitgenommen werden.
Auslieferungen außerhalb der Ukraine und ziviler Widerstand
Die Rekrutierung endet nicht an der Grenze. In den Beiträgen ist von Auslieferungsanträgen gegen in Irland lebende Ukrainer die Rede. Die gesellschaftliche Reaktion zeigt sich überall: Nachbarinnen, die Warnung geben, Ehefrauen, die ihren Mann am Arm festhalten, Angehörige, die vor den Rekrutierungsbüros zusammenkommen. In einem der meistdiskutierten Videos lautet die Deutung, dass die Ehefrau selbst die Rekrutierer informiert hat, damit sie ihren Mann mitnehmen.
Sind alle Videos echt?
Für jeden einzelnen Beitrag gibt es keine unabhängige Überprüfung. Ein Teil des Materials wird nach Angaben einiger Kommentatoren mit propagandistischer Absicht verbreitet, und manche vermuten, dass einzelne Szenen inszeniert sind. In einer davon trägt der Rekrutierer laut einem Kommentator Symbole, die nicht zu seiner angeblichen Seite passen, was den Zweifel nährt. Der begründete Verdacht lautet nicht, dass alles gefälscht ist, sondern dass ein Teil möglicherweise für den Erzählvorteil ausgewählt wurde. Der Zweifel besteht neben einer hartnäckigen Tatsache: Manche fliehen, manche zahlen, und manche landen in einem Schützengraben.
Am Ende macht die Armee, die Europa retten sollte, ihre Runde durch die Straßen. Alles sehr demokratisch: Der Transporter ist weiß, die Fahne weht weiter, und der Passagier hat das Ziel nicht selbst gewählt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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