Puppy Linux: 300 MB für alte PCs, aber ohne 32-Bit-Unterstützung

Puppy Linux wirbt mit 300 MB, doch die neueste Version gibt es nur für 64 Bit – ausgerechnet die Rechner, die ein ultraleichtes System brauchen, sind meist 32-Bit-Geräte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Puppy Linux will alte PCs wiederbeleben – bootet aber nicht mehr auf ihnen

Ein Betriebssystem mit weniger als 300 MB, das von einem USB-Stick booten und einen Rechner aus der PC-Fútbol-Ära wiederbeleben kann. Das ist das Versprechen von Puppy Linux, einer Distribution, die seit Jahren in den sparsamsten Ecken des Heimrechners kursiert und immer dann wieder auftaucht, wenn der Gürtel enger geschnallt werden muss. Das Angebot klingt gut: ein funktionsfähiger Desktop, Updates und minimaler Ressourcenverbrauch. Das Problem zeigt sich, wenn man das Kleingedruckte liest.

Die neueste Version von Puppy gibt es nur für 64 Bit. Und damit bricht das Spielzeug. Der Rechner, der wirklich ein ultraleichtes System braucht – ein Pentium 4, ein Atom der ersten Generation, ein Laptop mit 512 MB RAM – ist meist ein 32-Bit-Gerät. Das aktuelle Puppy, auf einer Ubuntu-Basis aufgebaut, nachdem Ubuntu die 32-Bit-Architektur aufgegeben hatte, benötigt zum Booten einen Core 2 Duo. Mit dieser Leistung läuft jedes Linux Mint mühelos. Die Nische ist verwaist.

Der echte Ressourcenverbrauch, der nicht aufgehen will

Der Wert von 540 MB RAM im Leerlauf, direkt nach dem Start und ohne geöffnete Programme, weckt Misstrauen. Ein System, das als ultraleicht beworben wird, sollte direkt nach dem Start nicht so viel verbrauchen. Der Widerspruch ist der Hinweis, dass im Projekt etwas schiefgelaufen ist: Entweder wiegt der Desktop mehr als versprochen, oder es laufen Dienste, die niemand bestellt hat.

Demgegenüber setzen sich antiX und Loc-OS im Rennen um Leichtigkeit an die Spitze. Loc-OS, ein antiX-Ableger mit Debian-Basis nach einigen Update-Problemen, ist zur wiederkehrenden Empfehlung für Rechner mit sehr geringen Ressourcen geworden. Es gibt eine 32-Bit-Version, was Puppy in seiner neuesten Ausgabe nicht mehr bietet. Die Nuance zählt: Wer einen 64-Bit-Prozessor und 2 GB RAM hat, kommt problemlos mit modernen Systemen aus; wer 1 GB oder weniger hat, fährt mit 32 Bit besser.

Die 64-Bit-Falle bei bescheidenen Rechnern

Hier taucht einer der nützlichsten Erkenntnisse der Diskussion auf. Ein Laptop mit einem Intel Atom N450 mit 1,67 GHz ist entgegen der Annahme seines Besitzers ein 64-Bit-Gerät. Die Verwirrung ist häufig: Die ersten 64-Bit-Prozessoren waren so schwach, dass die Hersteller 32-Bit-Windows installierten, damit sie nicht zu langsam wirkten – und der Nutzer hielt die Hardware am Ende für 32-Bit. War sie aber nicht.

Die Regel lautet einfach: Mit 2 GB RAM oder weniger ein 32-Bit-System, außer ein unverzichtbares Programm gibt es nur in 64 Bit. Der Grund ist technisch und eindeutig: Speicheradressreferenzen und Befehle belegen doppelt so viel RAM, und das merkt man beim Start und beim Laden von Programmen. Der Unterschied ist nicht kosmetisch.

Der USB-Stick als letzter Zufluchtsort

Wo Puppy seinen Charme behält, ist das Szenario mit der toten Festplatte. Ein USB-Stick mit weniger als 1 GB – so einer, wie er früher auf Hochzeiten und Taufen mit dem Logo irgendeiner Firma verschenkt wurde – kann das System aufnehmen und booten, ohne sich zu verkorren. Dafür taugt er weiterhin. Es gibt auch eine Version für die ARM-Architektur, was die Tür zum Raspberry Pi öffnet. Und für Nostalgiker gibt es alte Versionen mit Kernel 2.4, die noch einen Toshiba mit 133-MHz-Pentium und 48 MB RAM in Bewegung halten.

Das Projekt scheint allerdings die Richtung verloren zu haben. Es ist die Rede von einem möglichen Wechsel zu einer Slackware-Basis, die die 32-Bit-Unterstützung zurückbringen würde, aber nichts ist bestätigt. In der Zwischenzeit bleibt die Ubuntu-basierte Version ein Unding für genau den Zweck, der sie berühmt gemacht hat.



Die Paradoxe ist serviert: Das System, das alte Computer wiederbeleben wollte, bootet nicht mehr auf denen, die es am dringendsten brauchen. Wer es noch nutzt, tut das aus Gewohnheit, aus Neugier oder weil der USB-Stick das Einzige ist, das in der Schublade noch lebt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (68 Antworten).

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