Raspberry Pi 3 in Spanien: 45 Euro im Laden, 35 ohne MwSt.

Die Raspberry Pi 3 kommt nach Spanien: im Laden kostet sie 44 Euro, beim offiziellen Distributor wird sie mit 35,65 ohne MwSt. gelistet – mit Versand sind es 50. Integriertes WLAN und das…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Raspberry Pi 3 in Spanien: 45 Euro im Laden, 35 ohne MwSt.
Raspberry Pi 3: 45 Euro im Laden und 35 ohne MwSt. beim Distributor

Ein Gerät in Größe einer Kreditkarte, das weniger kostet als zwei neue Videospiele. Das war der Köder, mit dem die Raspberry Pi 3, das neue Modell der britischen Platine, in Spanien ankam – und der Grund, warum das halbe Land voller Bastler loszog, um Preise zu vergleichen. Bei Raspipc steht sie für gut 44 Euro im Angebot. Beim offiziellen Distributor RS Online wird die Platine mit 35,65 Euro gelistet. Das Kleingedruckte: Dieser Preis ist ohne MwSt. Mit 21 % und Versandkosten landet die Rechnung bei knapp 50 Euro.

Die Platine kommt mit integriertem WLAN und Bluetooth, zwei Dinge, die das Vorgängermodell nicht ab Werk hatte. Für Emulatoren, Mediacenter und Sensorprojekte ist der Sprung gegenüber der Pi 2 deutlich. Der Cortex A58, sagen die technisch Versierten, lässt den A7 der vorherigen Generation weit hinter sich. Die Frage ist nicht mehr, ob sich der Kauf lohnt, sondern wo man sie kauft, ohne beim Versand über den Tisch gezogen zu werden.

Die MwSt., die niemand im Schaufenster zeigt

Nach Aussage eines Teilnehmers hat die Raspberry Pi Foundation die amerikanische Angewohnheit übernommen, Preise ohne Steuern zu bewerben. In den USA sind die 35 Dollar ebenfalls ohne Steuern. Hier macht das aus einer 35-Euro-Platine an der Kasse eine für 50 Euro. Die Differenz zwischen Schaufensterpreis und echtem Preis liegt bei rund 40 % – und das vor den Versandkosten.

In Spanien ist der günstigste bisher gefundene Laden Raspipc mit jenen gut 44 Euro. Per Post beim offiziellen Distributor zu bestellen lohnt sich nur, wenn man mehr als ein Exemplar bestellt oder die Versandkosten teilt. Bei einer einzelnen Platine gewinnt der Ladengeschäft klar.

Wofür benutzt man eine Raspberry Pi 3?

Die praktischen Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Daten mit Sensoren erfassen, programmieren, Filme und Serien schauen, ein Mediacenter mit Kodi aufbauen, Arcade-Spiele mit RetroPie spielen. Die Raspberry-Community im Netz ist riesig, und es gibt Anleitungen für fast alles. Das ist das meistgeführte Argument: Man kauft keine Hardware, man kauft Zugang zu einem Ökosystem aus Dokumentation.

Für Emulatoren ist die Pi 3 die günstigste Option fürs Wohnzimmer. Controller sind wichtig, und die Platine kann Befehle der TV-Fernbedienung über HDMI empfangen. Allerdings: Man muss basteln. Nichts mit anschließen und fertig.

Hitze und Hintergrundrauschen

Ein Detail sollte man vor dem Kauf kennen: Laut einem Nutzer überhitzen manche Pi-3-Einheiten, und die automatische Drosselung greift nicht immer. Sie können also über 100 Grad erreichen. Es empfiehlt sich, das zu testen und in jedem Fall einen Kühlkörper anzubringen. Das ist keine Panikmache, sondern Vorsorge.

Das integrierte WLAN funktioniert gut. Zehn Meter vom Router entfernt und durch zwei Ziegelwände hält die Verbindung durch. Allerdings hat die Platine keinen VGA-Ausgang. Nur HDMI. Für alte Monitore braucht man einen HDMI-zu-VGA-Adapter, der fast nichts kostet.

Die Alternative, die keine Raspberry ist

Manche behaupten, für 100 Euro sei ein Mini-PC mit Windows 10 besser. Deutlich leistungsstärker. Dagegen spricht das ewige Argument: Versuch mal, mit einem Mini-PC ein halbes Dutzend Sensoren und ein paar Motoren zu steuern. Die Raspberry konkurriert nicht über Leistung, sondern über GPIO, Stromverbrauch und Größe.

Eine weitere Alternative ist Android TV. Für 35 Euro auf einer chinesischen Website bekommt man einen Mediaplayer mit vorinstalliertem Kodi und mehreren Add-ons. Zum Filme schauen ohne Komplikationen gewinnt Android TV. Zum Basteln gewinnt die Pi.

Die Pi Zero und das Knappheitsspiel

Die Raspberry Pi Zero ist überall ausverkauft. Die Produktionslinien sind auf die Pi 3 umgestellt. Die Produktion der Zero soll nach dem Launch wieder anlaufen, aber niemand nennt Termine. Und wenn sie kommt, gilt eine Grenze von einem Exemplar pro Kunde. Das schreckt jeden ab, der ein auch nur halbwegs ernsthaftes Projekt aufbauen will.

Die Zero hat nur einen USB-Anschluss. Für WLAN braucht man einen Adapter oder einen Hub, der mehr kostet als die Platine selbst. Manche bauen lieber einen Mini-USB-Hub an, um mehr anzuschließen. Für fortgeschrittene Automatisierungsprojekte wäre die Zero perfekt, hätte sie WLAN ab Werk. Hat sie nicht.

Der wiederholte Rat: Image auf die Karte und los

Um Kodi einzurichten, ist es am sinnvollsten, ein vorkonfiguriertes SD-Image herunterzuladen. Es gibt Anleitungen, die tausendmal mehr wert sind als jedes selbstgebastelte Tutorial. Ein Tipp: Keine Skins ausprobieren, bevor das System nach deinem Geschmack konfiguriert ist. Wenn alles läuft, erstelle ein Image der SD-Karte und speichere es auf dem Rechner. Danach kannst du experimentieren.

Dietpi ist eine minimale, auf Raspbian basierende Distribution, mit der man optimierte Software und Dienste installieren kann. Sie läuft performant und erleichtert die Einrichtung. Fürs Mediacenter bevorzugen manche Peine: Es rennt wie der Teufel und macht keine Probleme. Das Image von AikonCWD hat dagegen schon manchen enttäuscht: Kodi auf Raspbian ist im Vergleich zu Peine quälend langsam und geht am Ende kaputt.

Der Brexit und der künftige Preis

Angesichts des Brexits stellt sich die Frage, ob er die Raspberry-Preise beeinflussen wird. Die Platine wird im Vereinigten Königreich hergestellt und in Euro verkauft. Ein abrupter Wechselkurswechsel kann die Rechnung verändern. Ob das passiert, weiß noch niemand. Bekannt ist: Die Pi 3 bleibt die günstigste Option fürs Wohnzimmer, wenn du alte Konsolen emulieren willst, ohne die endlosen DLCs der heutigen Konsolen zu zahlen.

Die verblüffende Rechnung: 35,65 Euro ohne MwSt. 44 im Laden. 50 mit Versand. Und trotzdem bleibt es das günstigste Gerät, um im Wohnzimmer ein Mediacenter oder eine Arcade-Maschine aufzubauen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (77 Antworten).

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