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PSOE und Podemos ändern Spaniens Paritätsgesetz für Männer
PSOE und Podemos haben sich darauf geeinigt, das spanische Paritätsgesetz zu ändern, sodass Frauen die 60%-Quote überschreiten dürfen, während es für Männer keine Untergrenze gibt.
PSOE und Podemos vereinbaren Abschaffung der 60%-Obergrenze für Männer im Paritätsgesetz
Die von PSOE und Podemos ausgehandelte Änderungsantrag bricht die Balance des Paritätsgesetzes: Frauen dürfen in öffentlichen Gremien und Vorständen börsennotierter Unternehmen mehr als 60 % der Sitze einnehmen, während für Männer keine Untergrenze gilt. Der Bericht wurde im Gleichstellungsausschuss des Kongresses mit 20 Ja-Stimmen und 17 Nein-Stimmen verabschiedet, gegen die Stimmen von PP und Vox. Die Norm betrifft die Regierung, das Verfassungsgericht, den CGPJ, den Staatsrat und den Rechnungshof.
Was genau ändert sich durch den Antrag zum Paritätsgesetz
Der ursprüngliche Gesetzestext sah eine Geschlechterbalance vor: Kein Geschlecht durfte 60 % überschreiten oder unter 40 % fallen. Die neue zusätzliche Bestimmung besagt, dass das Kriterium der ausgewogenen Präsenz „nicht angewandt werden kann [...] wenn die Vertretung der Frauen sechzig Prozent übersteigt“, was jedoch begründet werden muss. In der Praxis schreibt das Gesetz mindestens 40 % Frauen vor, erlaubt Männern aber, ohne Limit unter diesen Prozentsatz zu fallen.
Die Generalsekretärin von Podemos, Ione Belarra, begrüßte die Änderung und nannte das Ministerkabinett von Irene Montero als Beispiel, wo sie Frauen hätten entlassen müssen, um die Mindestquote von 40 % Männern zu erfüllen. Parteiquellen argumentieren, dass eine Deckelung der Frauenvertretung bei 60 % die Positive Action faktisch beenden würde und Frauen aus Führungspositionen verdrängen könnte, ähnlich wie bei der Zusammensetzung des Parlamentsvorstands der Kanarischen Inseln 2019.
Warum akzeptiert PSOE nun die Aufhebung seiner eigenen Quote
Die Einigung kam spät, während der Abstimmung über den Gesetzentwurf vor der Plenarsitzung. Sie wurde mit derselben Mehrheit von 20 zu 17 Stimmen angenommen. Die PSOE brauchte die Stimmen von Podemos, um die Verabschiedung des Gesetzes im letzten Schritt sicherzustellen.
Kritiker sehen darin eine asymmetrische Parität: Schutz einer Mindestquote für Frauen, aber nicht für Männer. Befürworter argumentieren, dass Positive Action nur historische Nachteile ausgleicht und symmetrische Quoten Ungleichheit zementieren. Der Kern der Debatte ist, ob Parität einen ausgeglichenen Zustand oder eine Untergrenze für unterrepräsentierte Gruppen bedeutet.
Wer ist vom Paritätsgesetz betroffen und ab wann
Sobald in Kraft, gilt die Norm für Verfassungsorgane – Regierung, Verfassungsgericht, CGPJ, Staatsrat, Rechnungshof – sowie für die Geschäftsführung staatlicher öffentlicher Einrichtungen, Vorstände börsennotierter Unternehmen, Berufsverbände und Vergabegremien der Zentralverwaltung.
Die Auswirkung auf den privaten Sektor bleibt abzuwarten. Das Gesetz setzt den Rahmen, doch die Durchsetzung in Unternehmensvorständen hängt von zukünftigen Kontrollmechanismen ab. Im öffentlichen Sektor müssen Abweichungen von den Paritätskriterien begründet werden.
Kritik: Verfassungswidrigkeit und Doppelstandard
Einige Analysten argumentieren, dass der Antrag eine geschlechtsbezogene Diskriminierung einführt, die Artikel 14 der spanischen Verfassung widersprechen könnte, der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts verbietet. Diese Einwände sind nicht neu; bereits das Originalgesetz warf Zweifel an der Vereinbarkeit mit dem Prinzip der formellen Gleichheit auf.
Häufigster Kritikpunkt ist der Doppelstandard: Wenn Parität verbietet, dass ein Geschlecht 60 % überschreitet, aber Frauen dies erlauben, während Männern untersagt wird, unter 40 % zu fallen, wird Parität zu einem gerichteten Konzept. Die offizielle Rechtfertigung lautet, dass Positive Action nur zur Korrektur der Unterrepräsentation von Frauen dient, nicht zur Wahrung einer symmetrischen Balance.
Mit diesen Bestimmungen wird das Gesetz wahrscheinlich im Plenum verabschiedet. Wie sich die tatsächliche Zusammensetzung entwickelt, bleibt jedoch unklar, ebenso ob das Verfassungsgericht die Asymmetrie thematisieren wird. Vorsichtige Prognose: Die juristische Debatte hat gerade erst begonnen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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