Empörung über Juanma Morenos Foto in Granada bei Spaniens PP

Ende 2021 löste ein Foto von Juanma Moreno und PP-Kollegen in Granada ohne sichtbare Einschränkungen Vorwürfe der Doppelmoral aus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Empörung über Juanma Morenos Foto in Granada bei Spaniens PP
PP feiert in Granada, während Spanien noch Masken trägt

Ende 2021, als die Hälfte Spaniens auf den Kalender der Beschränkungen wartete und Schulen immer noch mit Maskenpflicht betrieben wurden, veröffentlichte Juanma Moreno ein Gruppenfoto. Er und mehrere Parteikollegen, lächelnd, in Granada. "Ich habe das Glück, dass sie Freunde sind und ich auf sie zählen kann", schrieb er. "Es gibt nur eine Partei mit Präsidenten ihres Kalibers." Der Hashtag schloss alles ab: #AndalucíaElCambioFunciona.

Ein Foto nach dem Essen. Und von da an, alles Weitere. Denn das Bild wurde schnell zum Symbol einer wiederkehrenden Kritik: Die politische Klasse, die Regeln entwirft und sie dann zu Hause bricht. Die Kritik richtete sich nicht gegen das Menü, sondern gegen den, der es servierte.

Was Juanma Morenos Foto in Granada zeigt

Zu sehen ist eine Gruppe von PP-Funktionären, die sich in Granada versammelt haben, ohne erkennbaren Abstand oder Maske, um ein Parteitreffen zu feiern. Was interpretiert wird, ist etwas anderes. "Wie süß, und dahinter der Pöbel mit seiner Maske", fasst die vorherrschende Lesart zusammen: Einige befehlen, andere gehorchen. Für diese Strömung ist das Bild kein Zufall, sondern Hierarchie.

Der Vorwurf stützte sich auf zwei Tweets, die neben dem Foto verbreitet wurden. Einer feierte, endlich Weihnachten mit wem auch immer treffen zu können "genau wie ihr". Ein anderer erinnerte Eltern daran, deren Kinder ganze Tage in der Schule mit Maske verbringen, und an jene, die sich nicht von einem hospitalisierten Angehörigen verabschieden konnten. Dieser Kontrast – die Elite ohne Maulkorb, der Bürger mit ihm – ist der Kern des Ärgers.

Doppelmoral: Masken für einige, Feiern für andere

Hier liegt der Schwerpunkt der Sache. Manche behaupten, wer ein Dekret über Beschränkungen unterzeichnet, sei verpflichtet, es strenger einzuhalten, nicht weniger, und dass ein solches Foto die sarracena Autorität jeder späteren Regel untergräbt. Dagegen spricht ein anderes Argument: Dass die Pandemie die Geduld aller erschöpft hat und absolute Vorbildlichkeit von der Politik zu verlangen, eine andere Art ist, nicht in den Spiegel zu schauen.

Der zweite Block der Kritik ist persönlicher. "Das ist ein heuchlerisches Foto, sie sind keine Freunde", merkt eine Intervention an. Eine andere geht weiter und reduziert alles auf Inszenierung: Hollywood-Schauspieler, Posieren, Marketing. Und eine dritte Strömung, weniger empört und zynischer, kommt zu dem Schluss, dass das Problem nicht das Foto ist, sondern der Wähler, der es duldet.

Antwort an Kritiker: PP-Ergebnisse in Andalusien

Manche versuchten auch, die Empörung mit Zahlen zu dämpfen. Ein Kommentar behauptet, Moreno sei "der Typ, der bei den PP-Wahlen in Andalusien die wenigsten Stimmen holte". Die Korrektur kam schnell: Das stimmt nicht. 1990, 1986 und 1982 hätte die PP in der Region weniger Stimmen erhalten, und 1982 sogar einen geringeren Prozentsatz der Gesamtstimmen. Die vollständige Aufschlüsselung Jahr für Jahr ergibt einen Vergleich, den man betrachten sollte, bevor man die Parole akzeptiert.

Diese Mischung aus Daten und Slogans ist wahrscheinlich das Nützlichste an der ganzen Episode. Denn das Foto ist unbestreitbar und der Ärger auch; debattiert wird, was man damit macht.

Vom Fest zu Errejón: Wie sich das Gespräch verlief

Im weiteren Verlauf driftete das Thema zu anderen Schwerpunkten. Es tauchte der interne Bruch von Podemos auf, zusammen mit der Konfrontation zwischen einigen ihrer Gründer, mit gegenseitigen Anschuldigungen ohne Beweise, die als das behandelt werden sollten, was sie sind: interessengeleitete Versionen. Auch wurde konditional darauf hingewiesen, dass ein Provinzführer der PP in Granada untersucht werde, eine Behauptung, die ein Kommentar als gegeben ansieht und die keine Resolution bestätigt.

Die Wendung ist nicht nebensächlich. Sie zeigt, dass das Foto als Auslöser fungierte und nicht als Thema: Jeder nutzte es, um auf sein übliches Ziel zu schießen. Einige gegen die politische Kaste; andere gegen die PSOE; andere gegen den gegenüberliegenden Wähler. Das Bild blieb im Hintergrund, als Kulisse.

Was die PP mit diesen Bildern riskiert

Wer befiehlt und sich dann außerhalb der Norm darstellt, liefert seinem Gegner kostenlos das beste Argument. Es ist eine alte Regel der politischen Kommunikation, und kein Ministerium hebt sie auf. Die Frage ist, ob ein Essen nach dem Treffen mehr wiegt als ein Regierungsprogramm. Und die Antwort hängt, mit diesen Materialien, vollständig davon ab, wen man fragt.

Ein unbequemes Detail bleibt. Das Foto wurde in Granada aufgenommen, bei einem Parteitreffen, mit lächelnden Protagonisten. Es gab keine Rücktritte, Korrekturen oder Nuancen. Die Szene änderte nichts Greifbares. Sie änderte jedoch das Gefühl, dass einige erfüllen, was andere unterschreiben, und dieses Gefühl – wenn es sich festigt – schlägt sich besser in den Wahlurnen nieder als jede Datenlage.

Mit diesem Hintergrund ist es vernünftig zu erwarten, dass die Angelegenheit beim nächsten Höhepunkt der Beschränkungen oder im nächsten Wahlkampf zurückkehrt. Ob sie sich in Stimmen niederschlägt, ist jedoch eine andere Geschichte.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (114 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver