PSOE plant Gesetz zur Einschränkung der Volksklage in Spanien

Die PSOE hat ein Gesetz registriert, das die Volksklage einschränkt und Richter ablehnungen erweitert. Es könnte laufende Fälle wie den von Begoña Gómez betreffen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

PSOE rückt vor, um sein Umfeld juristisch abzuschirmen

Die PSOE hat einen Gesetzentwurf eingereicht, der die Ausübung der „Volksklage“ (ein Rechtsmechanismus, der Bürgern oder Gruppen die Strafverfolgung erlaubt) einschränkt und die Gründe für die Ablehnung von Richtern erweitert. Laut Tweets, die die Debatte eröffnen, würde die Norm auf laufende Verfahren angewendet werden und Fälle wie die Ermittlungen gegen Begoña Gómez direkt betreffen. Der Text verhindert auch, dass sich Verbände von Richtern und Staatsanwälten als Nebenkläger beteiligen – ein Schritt, der als Versuch interpretiert wird, Ermittlungen zu stoppen, die das Umfeld des Regierungschefs berühren.

Der Vorschlag ist kein harmloser Entwurf. Die begleitende Übergangsbestimmung – hervorgehoben in einer der ersten Nachrichten – macht deutlich, dass die Absicht eine sofortige Anwendung ist, ohne auf zukünftige Legislaturperioden zu warten. Das bedeutet, dass offene Verfahren unmittelbar betroffen sein könnten. Die Volksklage, die es jedem Bürger oder Verband ermöglicht, einem Fall beizutreten, selbst wenn sie nicht direkt geschädigt sind, wäre in Fällen, die die regierende Koalition betreffen, praktisch neutralisiert.

Der Staatsanwalt als Schild

Eines der am häufigsten wiederholten Argumente in der Analyse ist die Rolle der Staatsanwaltschaft. Wenn die Privatklage eliminiert wird und die Staatsanwaltschaft von der Regierung abhängt, wer ermittelt dann? In Fällen wie dem von Begoña Gómez, so wird angemerkt, initiiert entweder die Staatsanwaltschaft oder die Privatklage den Prozess. Ohne letztere und mit einem Generalstaatsanwalt, der für seine Abhängigkeit von der Exekutive bekannt ist, wird der Fall archiviert oder gar nicht erst eröffnet. Der Staatsanwalt, erinnern Kritiker, wird genau deshalb angeklagt, weil er im Interesse der Regierung handelt, was den Verdacht verstärkt, dass das Gesetz unbequeme Ermittlungen verhindern soll.

Die Volksklage war bei Fällen wie Watergate entscheidend, wo Presse und Bürgerdruck das ans Licht brachten, was das offizielle System verbergen wollte. In Spanien ermöglichte sie die Beteiligung in Fällen wie Urdangarín oder Bárcenas. Nun will die PSOE diesen Weg einschränken. Die schwebende Frage lautet: Warum Angst vor Volksklagen haben, wenn es nichts zu verbergen gibt?

Das PP-Präzedenzfall und doppelte Standards

Dies ist nicht der erste Versuch, die Volksklage einzuschränken. Im Jahr 2017 schlug die PP vor, Parteien, Gewerkschaften und politischen Stiftungen die Ausübung der Volksklage zu untersagen. Damals kritisierte die PSOE dies scharf. Nun treibt die PSOE die Maßnahme selbst voran. Das Archiv zeigt Schlagzeilen, die sich gegenseitig widersprechen: Der PP-Sprecher im Kongress, Rafael Hernando, rechtfertigte die Absicht seiner Partei, die Volksklage zu „begrenzen“, um die Legitimität jener zu bestimmen, die ohne eigene Betroffenheit einen „verdreheten“ Gebrauch des Rechtswegs machen. Die PSOE nannte es damals einen Angriff auf die Justiz. Die heutige nennt es Modernisierung.

Der Wandel blieb nicht unbemerkt. Manche argumentieren, hätte die PP ein ähnliches Gesetz für die Gürtel-Affäre und Bárcenas gemacht, wäre der Skandal historisch gewesen. Aber da die „Guten“ an der Macht sind, ist alles erlaubt. Das Gesetz erweitert zudem die Gründe für die Ablehnung von Richtern, was Magistraten ausschließen könnte, die politische Aussagen getätigt haben. Die Kritik ist sofort da: Richter wegen politischer Aussagen abzulehnen, während die Regierung die Staatsanwaltschaft kontrolliert, klingt danach, den Schiedsrichter auswählen zu wollen.

Verbündete und die Kosten der Regierbarkeit

Das Gesetz braucht Stimmen. Und hier kommt Junts ins Spiel. Puigdemonts Partei, die bereits eine Regierung aufgrund eigener Interessen gestürzt hat, hält den Schlüssel. Spekulationen zufolge werden sie das Gesetz unterstützen, weil es ihnen nützt: Separatisten haben ebenfalls ein Interesse daran, die Volksklage in ihren eigenen Fällen zu schwächen. Währenddessen zahlt die PSOE weiterhin den Preis für eine Regierbarkeit, die von Partnern abhängt, die nicht zögern, Druck auszuüben. Schuldenerlass, Begnadigungen, Kurzarbeit... alles Teil desselben Spiels.

Wenn es verabschiedet wird, könnte das Gesetz beim Verfassungsgericht landen. Doch bis dahin ist der Schaden an laufenden Ermittlungen bereits angerichtet. Gerechtigkeit, sagen Kritiker, sei nicht für alle gleich. Und dieses Gesetz bestätigt es.



Was verpasst der Leser, wenn er die vollständige Quelle nicht liest?

Eine detaillierte Analyse der Übergangsbestimmung, die die Anwendung auf laufende Verfahren ermöglicht, die Parallele zum PP-Versuch von 2017 und die Liste der betroffenen Fälle. Außerdem die politische Berechnung darüber, wie Junts und andere Verbündete die Abstimmung beeinflussen können.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (128 Antworten).

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