Vom 10-Euro-Rule-of-Rose zu 300 Euro: Spekulation im Schrank
Ein PlayStation-2-Spiel, das in jedem Second-Hand-Laden für zehn Euro verkauft wurde, wird jetzt für 300 gehandelt. Ein Audi Quattro, der für 3.600 Euro inseriert wurde, liegt nicht unter 50.000. Ein Tente-Boot, 2007 für 17 Euro gekauft, wird heute für 90 angeboten. Je absurder das Objekt schien, desto mehr stieg sein Wert. Die Frage ist nicht, ob es Glücksgriffe gab, sondern welcher gerade unbeachtet in einer Schublade liegt.
Vom 14.000-Euro-Countach zum 500.000-Euro-Black-Lotus
Der erste Hinweis findet sich in einem Oldtimer-Magazin. Auf den letzten Seiten, im Kleinanzeigenbereich, tauchte ein „nationaler“ Lamborghini Countach für 14.000 Euro auf, mit dem Wort Tuning im Text. Es wirkte wie ein Schnäppchen. Jahre später wird eine Einheit desselben Modells über 350.000 Euro inseriert. Eine spätere Überprüfung dämpfte die Begeisterung: Das Auto aus der Anzeige war von 1968, hatte 105 PS und war eine plumpe Fälschung. Die Lehre blieb klar: Was heute teuer wirkt, ist morgen oft billig, und was billig wirkt, kann direkt falsch sein.
Neben dieser Szene gibt es eine kleinere, wiederholbarere. Ein Laden in einer Kleinstadt, ein Magic Black Lotus für 1.000 Euro inseriert und das Gefühl, einen Wahnsinn zu erleben. Dieselbe Karte wurde bis zu 500.000 Euro verkauft. Dazwischen ein ganzer Markt: Double Lands, die 1997 5 Euro kosteten, und Ausgaben, die je nach Auflage in Bruchteilen bewertet werden.
Was kosten PS2-Spiele heute und welche Titel beobachten?
Der PlayStation-2-Katalog umfasst rund 10.000 Titel, die aktuelle Obergrenze liegt bei etwa 300 Euro: Rule of Rose. Vor fünf Jahren konnte man dieses Spiel für zehn Euro in jedem Gebrauchtwarenladen kaufen. Der Sprung erklärt sich nicht durch Zustand oder Auflage, sondern durch etwas Vageres: Die Generation, die als Kind spielte, hat nun Einkommen.
Manche behaupten, ein PS2-Spiel werde irgendwann sechsstellig verkauft, geben aber zu, nicht zu wissen welches. Die kursierende Kandidatenliste ist kurz und konkret: Mr Mosquito, Kuon, Gradius V, Tengai. Alles, was nach Survival Pavor riecht, ist bereits explodiert; der Rest bleibt zu Lacherpreisen. Die nächste Wette zielt auf PS3: Beobachter rechnen damit, dass Spiele, die heute zwischen 50 und 80 Euro kosten, sich in einem Jahrzehnt verzehnfachen könnten, und nennen Kandidaten: Folklore, Puppeteer, Catherine, jedes Atelier, Eternal Sonata.
Oldtimer: Vom 3.600-Euro-Ur-Quattro zum 8.000-Euro-Serie-8
Der Oldtimer-Markt funktioniert wie ein Archiv verpasster Gelegenheiten. Ein Audi Quattro wurde für 3.600 Euro inseriert; heute geht er nicht unter 50.000. Ein Maserati Indy lag um 15.000 und ist selten unter 60.000 zu sehen. Ein „Hai“ für 1.200 Euro überschreitet heute 20.000. Und vor zwanzig Jahren kostete ein Quattro-Motor mit 100.000 Kilometern etwa 300 Euro, wobei ganze Schrottplätze als Teilequellen dienten.
Die Liste der Verworfenen ist fast aussagekräftiger. Ein BMW Serie 8 für 7.000 oder 8.000 Euro, geparkt aus Angst vor seinen Steuergeräten. Ein Alpine V6 für 6.000 Euro in Deutschland. Das Hindernis war nie, das Auto zu identifizieren, sondern Geld und Platz zur richtigen Zeit zu haben. Rendite belohnt nicht den Klugen, sondern den, der schon die Garage hatte.
Münzen, Rechner und Cent-Gadgets
Auf der niedrigsten Stufe des Marktes liegt eine andere Welt. Ein Nutzer, der diese Stücke verfolgt, spricht von römischen Münzlots, Spätantike oder Überprägungen, die beim Kauf großer Lots unter einem Euro pro Stück lagen, von Croats, Pyrales und Cornados, die schön für etwa 5 Euro zu finden waren und sich nun zwischen 15 und 60 bewegen, sowie von Reales aus der Zeit von Juan, Jaime, Pedro oder Enrique, die vor fünf oder sechs Jahren für etwa 100 Euro zu bekommen waren, mit einigen Stücken für 50 oder 60. Die Strömung, die diesen Markt folgt, behauptet, der Anstieg sei seit 2008 nachhaltig und scheint nicht erschöpft.
Noch häuslicher: Taschenrechner. Ein Casio FX5800P, gekauft für 8 Euro, wird auf 30 taxiert; ein HP 17bII+, erworben für 10, auf 30; ein HP 20S von 20 Euro auf 35; und ein HP 32S, gekauft für 14, auf 60. Kleine Margen, ja, aber mit einem unbequemen Detail: Wer sie ansammelt, endet oft mit vollem Abstellraum und keiner Verkaufsabsicht. Der Gewinn existiert auf Papier und verschwindet in der Faulheit, ihn auf einem Gebrauchtwarenportal einzustellen.
Zu derselben Stufe gehört alte Hi-Fi-Anlage. Die These ihrer Verteidiger ist einfach: Sie klingt gleich oder besser als moderne Anlagen, es bleiben wenige Einheiten und sie sehen gut aus. Funktional und dekorativ zugleich.
Das Risiko: Was nur zählt, solange sich jemand erinnert
Das unbequemste Argument gegen alles bisherige bestreitet nicht die Preise, sondern ihre Dauer. Ein Teilnehmer argumentiert, Dinge hätten Wert durch Nostalgie, solange die jungen Nutzer leben, und wenn diese Generation verschwinde, könnten ein Spectrum, MSX oder Walkman auf null fallen: Nur echte Qualität, Luxus und anerkannte Kunstwerke überstehen den Generationswechsel.
Der andere Einwand ist logistisch. „Für alle Fälle“ kaufen bedeutet laut einem anderen Nutzer, jahrzehntelang ein Lager zu mieten oder mit geordnetem Diogenes-Syndrom zu leben. Manche verwerfen die Übung: Wenn der Endgewinn tausend Euro beträgt, lohnt sich die Zeit fürs Fotografieren, Einstellen und Versenden nicht. Andere hingegen behaupten, Videospiele seien das Markenzeichen des neuen Millenniums und dass manche Auktion sechsstellig enden werde.
Nach diesen Regeln sollte der nächste Glücksgriff heute in einer Schublade liegen, weniger wert als der Staub darauf. Welches der Dinge in Ihrem Haus haben Sie nie zweimal angeschaut?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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