Prozess um Bar-Spanien-Hoax auf Oktober verschoben

Gerichtsverhandlung gegen Verbreiter des Bar-Spanien-Falls am 16. Oktober 2026 in Castellón; Haftstrafe von 40 Jahren gefordert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Prozess um Bar-Spanien-Hoax auf Oktober verschoben

Der Prozess gegen die Verbreiter des „Bar-Spanien“-Falls hat nun einen Termin: 16. Oktober 2026 am Strafgericht Nr. 5 in Castellón de la Plana. Die ursprünglich für den 21.–30. September geplante Verhandlung wurde wegen Terminproblemen der Staatsanwaltschaft verschoben. Für einen Angeklagten fordert die Anklage 40 Jahre Haft, was eine intensive Debatte über die Verhältnismäßigkeit von Strafen bei der Verbreitung ungeprüfter Informationen auslöste.

Der Fall geht auf das Jahr 2013 zurück und durchlief zahlreiche Verfahrensschritte. Von den ursprünglichen 25 Angeklagten stehen nur noch 6 vor Gericht. Gesprächen zufolge könnten mehrere einer Verurteilung entgehen: einer wegen geistiger Unfähigkeit, eine andere, die bereits mit 20.000 Euro Geldstrafe belegt wurde, und weitere mangels Beweisen. Das Verfahren ist zum Symbol für die Langsamkeit der spanischen Justiz und die Wahrnehmung geworden, dass bestimmte Themen tabu sind.

Warum wird der Bar-Spanien-Prozess verschoben?

Laut verfügbaren Informationen liegt die Verschiebung daran, dass die Staatsanwaltschaft an den ursprünglichen September-Terminen nicht teilnehmen konnte. Der Prozess wird sechs Tage dauern, zwei weniger als geplant. Die zeitliche Nähe zum Geburtstag des Hauptangeklagten und seiner Tochter deutet dieser als mögliche Vergeltung, wofür es jedoch keine Belege gibt. Gerichtskalender sind komplex, Verzögerungen üblich.

Die Verhandlung findet im Strafgericht Nr. 5 am Bulevar Blasco Ibáñez in Castellón statt. Der Angeklagte beabsichtigt, vor 9 Uhr morgens vor dem Gerichtsgebäude zu erscheinen. Das Medieninteresse ist groß, obwohl der Angeklagte bezweifelt, dass die Berichterstattung so intensiv wie bei ähnlichen Fällen sein wird.

Geforderte Strafen und wahrgenommene Unverhältnismäßigkeit

Die Forderung nach 40 Jahren Haft für einen Angeklagten wurde stark kritisiert. Diese Zahl wird mit Urteilen in anderen Missbrauchsfällen verglichen, etwa dem Ex-Mann von Mónica Oltra, der zu fünf Jahren verurteilt wurde. Solche Diskrepanzen führen dazu, dass manche behaupten, das Justizsystem schütze bestimmte Interessen eher als schwere Verbrechen zu verfolgen.

Der Hauptangeklagte spricht von einem „rituellen Opfer“ und argumentiert, das eigentliche Ziel sei nicht der Bar-Spanien-Fall, sondern das Einschüchtern unerwünschter Personen. Seine Anhänger meinen, die Verbreitung von Informationen über angebliche Pädophilie-Ringe dürfe nicht so hart bestraft werden, besonders wenn die Vorwürfe nicht widerlegt seien. Andere sehen darin Lebenszerstörung durch unbewiesene Gerüchte und fordern konsequentes Handeln des Gesetzes.

Rolle der Medien und Zensur

Ein oft diskutierter Aspekt ist das Fehlen medialer Berichterstattung. Journalisten wie Albert Castillón oder Oriol Clavell wurden nicht als Zeugen geladen. Auch Dokumentationen wie „Astasastasastasastasastasastasastas al descubierto“ wurden nicht zugelassen. Dies steht im Kontrast zur enormen Aufmerksamkeit für Fälle wie La Manada (San Fermínes), die jede Dokumentation über Bar-Spanien überschattete.

Vorsorgemaßnahmen hindern den Angeklagten an freier Rede, während andere, wie der YouTuber „Las Cloacas del Sistema“, weiterhin Informationen verbreiten, ohne scheinbare Konsequenzen. Diese Asymmetrie nährt Theorien, das System schütze einige und bestrafe andere.

Bar-Spanien: Ein Hoax seit drei Jahrzehnten

Journalist Pablo Ramón Ochoa bezeichnete den Fall in El Periódico de Aragón als „Hoax seit drei Jahrzehnten“. Seiner Ansicht nach gab es die Geschichten über Pädophilie-Ringe nie; der Prozess richte sich gegen deren Erfinder. Verteidiger bestreiten dies und behaupten, der Fall habe Substanz gehabt und die Justiz sei manipuliert worden, um Schuldige zu decken.

Die Debatte erwähnt auch den Fall des „Malerkindes“, der jahrzehntelang als gelöst galt und nun wieder aufgerollt wird. Dieser Parallelfall dient als Argument für Nachlässigkeit der spanischen Justiz bei einflussreichen Personen.

Unsichere Zukunft des Prozesses

Ohne offizielle Bestätigung wird der Prozess voraussichtlich im Oktober 2026 stattfinden. Der Angeklagte hofft auf ein gutes Ende, fürchtet aber einen Medien-Zirkus. Eine Einigung mit der Staatsanwaltschaft ist nicht ausgeschlossen, doch er will bis zum Schluss kämpfen.

Währenddessen erzeugt der Fall viel Diskussion in Foren und sozialen Medien. Das Gefühl, dass Gerechtigkeit nicht für alle gleich ist, schwebt über einem Verfahren, das unabhängig vom Ausgang die öffentliche Wahrnehmung der spanischen Justiz tief prägen wird.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (233 Antworten).

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