Warum Anu angeblich die Apokalypse verhindert
Das Ende der Welt wird nicht eintreten, so eine These in dieser Debatte. Nicht weil die Menschheit sich bessert, sondern weil es für die Götter zu teuer wäre, ihre Farm zu verlieren. Die These, eher ironisch als prophetisch, schürt eine Debatte, die plejadische Kosmologie, heterodoxe Bibelauslegungen und Warnungen über das Schicksal der Seele mischt. Sie stellt einen vermeintlichen Kommandanten einer interstellaren Flotte als Luzifer dar und verkündet, die Apokalypse sei ausgesetzt. Alles durchsetzt mit Querverweisen und einem offenen Krieg zwischen Erzählungen, die dasselbe erklären wollen.
Die Prämisse kehrt die übliche Erzählung um. Wer wir als satanisch oder besessen bezeichnen, sind nicht Anhänger Luzifers, des Lichtbringers, sondern des wahren Gottes dieser Welt: ANU. Die Bibel, so heißt es, sei aus der plejadischen Kosmologie entnommen, und die Apokalypse – vom griechischen apokálypsis, „Offenbarung“ oder „Enthüllung“ – bedeute keine Zerstörung, sondern das Lüften des Schleiers, der die Wahrheit verbirgt. Mit diesem Puzzle wäre das Ende der Zeiten einfach ein schlecht geplantes Geschäft.
Umkehrung der biblischen Erzählung
Der Schlüssel liegt laut dieser Lesart im Buch Genesis. Wenn Menschen „nach Bild und Gleichnis“ ihres Gottes geschaffen sind und dieser Gott Realitäten erschafft, dann ist jede Person auch ein schöpferisches Wesen. Der Sprung: Wir sind keine Geschöpfe, wir sind Götter, die betrogen unwissentlich die Realität anderer aufbauen. Die Apokalypse wäre keine göttliche Strafe, sondern eine von Seelen-Erntern programmierte Erzählung.
Auf dem Tisch erscheint ANU definiert als „Gott der Spaltung“. Daher rühre die menschliche Unfähigkeit, sich auf irgendetwas zu einigen. Dieses Teil passt zur Idee, dass alles umgekehrt wurde: Dämonen als Engel dargestellt, Engel als Dämonen und Erlösung als Verdammnis.
144.000 Seelen und zwei mögliche Zukünfte
In der ausgearbeiteten Version drohen zwei Szenarien: Apokalypse oder keine. Das Gefürchtete ist, dass jene, aus dieser Sicht, die „Menschheit vernichten, 144.000 Seelen ernten und ungestraft davonkommen“ wollen, mit ihrem Gott in eine andere Galaxie ziehen. Das Erwünschte – und unvermeidliche – Gegenteil: Dass der Kommandant nicht auf Nibiru zur Erde herabsteigt und nur die in dieser 3D existierenden Menschen gerettet werden.
Im Hintergrund steht die Figur des Ashtar Sheran, hier als Antichrist präsentiert. Der Verteidiger der These versichert, dass bei Eintritt der Katastrophe genau deren Initiatoren am meisten Interesse hätten, sie zu verhindern.
Wenn das Ende der Welt Kali heißt
Das Argument erschöpft sich nicht in der jüdisch-christlichen Tradition. Indoarische Prophezeiungen werden angeführt, die ein Zeitalter des Verfalls beschreiben – das Kali-Zeitalter –, in dem „heilige Bücher nicht mehr respektiert werden“ und Männer „reizbar und sektiererisch“ werden, mit „falschen Lehren und trügerischen Schriften“ überall. Die Parallele zur Hauptthese ist offensichtlich: Die Zerstörung käme nicht von außen, sondern von der Abkehr vom Naturgesetz selbst. Dieses Material dient dazu, zu betonen, dass die einzige echte Katastrophe der sarracena Verfall ist, nicht ein wandernder Planet.
Von Engeln zu Außerirdischen: Portale und Besessene
Die Erzählung schreibt auch die Standard-Ufologie um. Es gäbe keine blonden Humanoiden in enganliegenden Anzügen, sondern Wesen aus einer anderen Dimension. Plejader fungieren als Engel, Reptiloiden als Dämonen. Menschen wären „organische Portale“: Jeder könnte besessen werden, der Weg dorthin wäre vorherige Beschwörung. Das dimensionale Portal am Golf von Aden und die Konzentration internationaler Flotten dort, theoretisch gegen Piraterie, werden als Beweis für ein Interesse der selbsternannten Lichtbringer genannt.
Hinzu kommt das sogenannte Blue-Beam-Projekt, ein vermeintliches Drehbuch, um Außerirdische als Retter darzustellen. Die Warnung: Misstrau jedem Rettungswerk von oben.
Eine Wendung mitten in der Diskussion
Die Erzählung korrigiert sich selbst. Irgendwann wird ein Bewertungsfehler zugegeben: Nicht der zweite Zeuge der Apokalypse sei deaktiviert worden, sondern der Prophet der Apokalypse. Ein Nuance, die für die Autoren weit voneinander entfernt ist. Die Korrektur, statt die These zu schwächen, wird als Beweis für Ehrlichkeit dargestellt. Vorwürfe des Verkaufs, gegenseitige Anschuldigungen, Seelen „versiegeln“ zu wollen, und die Warnung, dass der letzte Kampf nicht gegen die Menschheit, sondern gegen ihre eigenen Initiatoren gerichtet sei, kreuzen sich.
Die Apokalypse ist bereits hier
Gegen großspurige Prophetie tritt die irdischste Lesart: Die Apokalypse ist nicht Zukunft, sondern Gegenwart. Jemand prüft Daten, die nie eintrafen – das Jahr 2000, den Maya-Kalender von 2012 – und beharrt darauf, dass die Welt bereits ihr eigenes Hölle lebt, gemacht aus täglichem Leid. „Die Hölle ist diese Welt“, fasst ein anderer zusammen. Und ein Dritter erinnert daran, dass er nicht an nicht-existierende Wesen glaubt, und schließt den Kreis: Wenn etwas existiert, muss man nicht daran glauben.
Was, wenn die Apokalypse nie das Ende war, sondern die Ausrede, die manche brauchen, um ein Ticket nach draußen zu verkaufen?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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