Albert Gozlan: Kabbala-Workshop fiel von 1.850 auf 100 Euro

Ein Kabbala-Workshop in Madrid verliert innerhalb einer Woche drastisch an Wert. Das Geschäft der quantenbasierten Spiritualität wird genau analysiert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der „Quanten“-Workshop für 1.850 Euro, der für 100 endete

Am 14. Dezember 2025 war in Madrid ein eintägiger Workshop mit dem Titel «La Januquía cuántica» geplant. Maximale Teilnehmerzahl: zwanzig Personen. Preis: 1.850 Euro. Eine Woche später wurde dieselbe Veranstaltung per Zoom für 500 Euro und dann im Streaming für 100 Euro angeboten. Der Preisverfall war schneller als der Kollaps der Wellenfunktion.

Hinter dem Einbruch steckt kein Quantenexperiment, sondern die Gesetze eines Angebots, das keine Nachfrage fand. Den Workshop leitete Albert Gozlan, Kabbalist und Rabbiner, der einen YouTube-Kanal mit über einer Million Abonnenten betreibt, ein Ehevermittlungsunternehmen führt und dessen Honorare laut langjährigen Anhängern seit vor der Pandemie um das Dreißigfache gestiegen sind.

Das Geschäft der Spiritualität mit Quanten-Etikett

Der Begriff „quanten“ ist zum Joker der Selbstverbesserungsindustrie geworden. In diesem Fall ging das Angebot weiter: Meisterklassen, Mittagessen mit dem Lehrer, praktischer Workshop und Einzelberatungen. Die Werbung ist nicht neu. Ein Teilnehmer einer früheren Konferenz beschreibt Sicherheitskontrollen mit Personenschützern, ausverkaufte Kinoräume und Reden über die Ankunft eines Messias. Auch eine mit der Person verbundene Eheagentur wird erwähnt, was das Geschäft auf andere Lebensbereiche des Kunden ausweitet.

Von 1.850 auf 100 Euro: Wenn der Preis zum Thermometer wird

Die Preissequenz ist selbst eine Marktstudie. Der Präsenzworkshop, begrenzt auf zwanzig Personen, kostete 1.850 Euro. Angesichts geringer Beteiligung wurde eine Online-Variante via Zoom für 500 Euro angekündigt. Stunden später kam eine Streaming-Option für 100 Euro hinzu. Die Botschaft ist klar: Die Zahlungsbereitschaft lag nicht dort, wo der Verkäufer sie erwartet hatte. Währenddessen behielt die Website weiterhin das Präsenzformat als einziges mit seinem Kalender und seinen Bedingungen bei.

  • Präsenz-Workshop: 1.850 Euro
  • Online-Modus via Zoom: 500 Euro
  • Streaming: 100 Euro
  • Premium-Seminar 2026: 15.000 Euro

Und wenn jemand dachte, dass das Scheitern des Workshops die Gemüter abkühlen würde, gibt es die nächsten Events: ein fünftägiges Seminar in einem Luxushotel für 15.000 Euro, inklusive kostenlosem Begleiter, sowie ein Rosh Hashana- und Shabbaton-Erlebnis, das für September 2026 beworben wird. Das Geschäft scheint nicht in der Krise; vielmehr scheint es nach einem anderen Publikum zu suchen, oder vielleicht demselben, aber mit einer exklusiveren Formel.

Das verwirrende Detail ist dieses: Der „Quanten“-Workshop im Dezember wurde zu einem Schnäppchen für 100 Euro, aber dieselbe Marke verkauft bereits Erlebnisse für 15.000. Vielleicht liegt das Geschäft nicht in der Quantenphysik, sondern in der Ökonomie der Zugehörigkeit. Und dort funktioniert der Preis desto besser als Filter, je höher er ist. Wenn Sie 1.850 für einen Tagesworkshop gezahlt haben, sind Sie wahrscheinlich die Art von Person, die später 15.000 für einen Retreat zahlt. Wer nicht zahlen kann, kann es immer noch im Streaming sehen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (43 Antworten).

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