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PP wählen oder ins Exil: das Dilemma spanischer Rechtswähler
Ein Teil der rechten Wählerschaft will am 29N die PP wählen, um Sánchez zu stürzen, und die Partei später abstrafen. Die Wahl zwischen taktischer Stimme und Auswanderung.
Ein Teil der rechten Wählerschaft befürwortet, die PP bei der nächsten Parlamentswahl zu wählen, um Sánchez aus dem Amt zu drängen, und die Abstrafung der Partei für die Regional- und Kommunalwahlen aufzusparen. Wer diese Strategie vorschlägt, rechtfertigt sie als das kleinere Übel gegenüber der Alternative, das Land zu verlassen.
Es gibt eine Strömung unter rechten Wählern, die die Stimme nicht mehr als Ausdruck von Vertrauen sieht, sondern als Hebel. Die Idee, ungeschminkt zusammengefasst: die PP bei der nächsten Parlamentswahl wählen, so sehr es auch ekelt, um Sánchez zu stürzen, und die Abrechnung mit der Partei für die Regional- und Kommunalwahlen aufzusparen. Das ist keine Begeisterung. Das ist Kalkül.
## Die Stimme als Werkzeug, nicht als Vertrauen
Wer diese Position vertritt, verschweigt seine Verachtung für die PP nicht. Er räumt ein, dass die Partei in den letzten Jahren enttäuscht hat und das Land nicht retten kann. Doch das sei egal, denn die Mission sei nicht, die PP zu retten, sondern die PP so zu benutzen, wie die PP die Spanier benutzt hat. Der Satz, der diese Logik zusammenfasst: Die PP zu wählen wird Sánchez' erstes Gefängnis sein.
Der Plan folgt einer klaren Abfolge. Erst Sánchez. Dann die PP. Die Partei soll an den Regional- und Kommunalurnen bezahlen, was ihr bei der Parlamentswahl nicht angelastet wird. Es ist eine Zweistufen-Strategie, die Wahl Disziplin und einen starken Magen verlangt. Ihre Verfechter sagen es ohne Umschweife: Die PP zu wählen ist ekelhaft, aber nicht mehr Spanier zu sein ist noch ekelhafter.
## Das Exil-Dilemma
Das Argument verschärft sich, wenn es ums Bleiben im Land geht. Manche behaupten, wer die PP nicht wähle, könne sich das Exil leisten – eine Option, die nicht allen offensteht. Der Vergleich mit deutschen Rentnern, die in Spanien ein Zweitwohnsitz halten, dient als Beispiel für Menschen, die sich den Wegzug ohne Anstrengung leisten können.
Das Dilemma wird brutal formuliert: wählen oder ins Exil gehen. Wer diese Position vertritt, sagt, Wählen koste Geld, aber das Exil würde viel mehr kosten. In dieser Rechnung gibt es keine Nuancen. Die Entscheidung wird als Überlebensfrage dargestellt, nicht als politische Präferenz.
## Der 29N als Stichtag
Das Datum im Zentrum all dessen ist der **29N**. Verfechter der taktischen Stimmabgabe sehen darin den Moment, in dem entschieden wird, ob die Spanier wieder Bürger werden oder zu Sklaven. Der Satz ist in den Kreisen, wo diese Position diskutiert wird, wörtlich gemeint. In ihrem Wortschatz gibt es keine Mitte.
Das zentrale Argument lautet, Sánchez habe die Institutionen gespalten und ein Klima der Polarisierung mit einem Ziel geschaffen: zwei Blöcke, aber nur einer vertrete Spanien. Wer dies behauptet, sagt, der Block hinter Sánchez habe die Arbeiterklasse und die Mittelschicht vertrieben und regiere nur für seine Klientel. Deren Schlussfolgerung: Sie werden nicht regieren, um die Familien zu schützen.
## Die Doppelmoral als Kränkung
Die am häufigsten geäußerte Kränkung ist die Doppelmoral. Die Klage: Begeht der PSOE Korruption, wird das damit gerechtfertigt, dass es überall Korruption gebe; ist die Rechte korrupt, müsse das Land stillstehen. Diese Asymmetrie wird als Ungerechtigkeit empfunden, die die Strategie der taktischen Stimme befeuert.
Auch die Idee taucht auf, die Linke brüste sich mit ihren Fehlern und ihrer schlechten Regierungsführung, was kommunistischen Systemen eigen sei. Der Vergleich mit **Kuba** und **Venezuela** dient als Warnung: Wenn Sánchez bleibt, könnte Spanien das nächste sein. Es ist ein Argument, das in diesen Kreisen wiederholt wird, ohne dass Daten es belegen.
Die Schlussfolgerung der Verfechter dieser Strategie: Man muss zählen, Stimme für Stimme, Spanier für Spanier. Am 29N entscheide sich, ob man Sklave ist oder wieder Bürger. Und so sehr es auch koste, das sei besser, als zu erfahren, was das Exil kosten würde. Es ist eine Position, die keine Begeisterung verlangt, sondern Disziplin. Und die davon ausgeht, dass die PP ein Instrument ist, kein Ziel.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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