Weder Vox noch das System: Der Streit um die identitäre Wählerbasis
Es gibt eine Strömung, die behauptet, dass die Wahl von Vox lediglich die Unterstützung einer weiteren Partei des Establishments bedeutet und dass der Nationalsozialismus die einzige echte Alternative sei. Diese These, die in einem langen Nachrichtenaustausch leidenschaftlich vertreten wurde, besagt, dass Santiago Abascals Partei Teil des „korrupten und freimaurerischen Traficante-Regimes“ ist, das den Mächten dient, die 1945 siegten. Die Argumentation ist nicht neu, doch Tonfall und Beharrlichkeit sind es: Der Verteidiger betont, dass das System „nicht dumm“ sei und deshalb jede Äußerung dieser Ideologie „verbiete, kriminalisiere und illegalisiere“.
Das zentrale Argument lautet, dass es nur eine Ideologie gebe, die „Schlüssellösungen“ für die grundlegenden Probleme der Gesellschaft bieten kann, und dass dies nicht die von Vox repräsentierte Ideologie sei. Die Partei wird als „anti-spanisch, anti-weiß, anti-faschistisch, kapitalistisch, demokratisch, verfassungstreu, juancarlistisch, atlantistisch, einwanderungsfreundlich, pro-Mestizisierung, Zigeunertorero, nfreundlichnfreundlichnfreundlichnfreundlich, zionistisch, ELbichito-konform, genozidal“ beschrieben. Die Liste ist bewusst provokativ formuliert, um jeden Raum für Moderation zu schließen.
Die Reaktion des liberalen und rechten Lagers
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Ein Großteil der Teilnehmer bezeichnete den Ansatz als „Unsinn“ und erinnerte daran, dass der letzte Versuch ähnlicher Art „furchtbar schiefging“. Der Vergleich mit Anhängern des Hakenkreuzes war wiederkehrend: „Jetzt erzeugen sie nur noch Grauen und Ekel“, hieß es. Andere setzten auf direkte Spottreaktionen: „Toter Sozialist, Dünger für meinen Garten.“
Auch das Vox-kritische Lager kam nicht ungeschoren davon. Ihnen wurde vorgeworfen, „liberal-rechts“ zu sein und Parolen eines „Bots von Libertad Digital“ zu wiederholen. Die Diskussion entwickelte sich zu einem Austausch persönlicher Beleidigungen, der an mehreren Stellen jede seriöse Analyse unmöglich machte. Die Erwähnung der „jüdischen Verschwörung“ und der „internationalen semitischen Finanzmafia“ durch den Verfechter des Nationalsozialismus verschärfte die Stimmung weiter.
Welche Rolle spielt Santiago Abascal in diesem Streit?
Santiago Abascal, der Vorsitzende von Vox, wird im Austausch direkt angegriffen. Er wird als „Sau und Judaisierer aus Amurrio“ bezeichnet und mit Amichai Chikli, dem israelischen Minister für Diaspora-Angelegenheiten, in Verbindung gebracht, basierend auf einem Treffen mit IDF-Truppen am 29. Mai 2024. Das Bild, veröffentlicht im The Jerusalem Post, wird als Beweis für die angebliche Unterwerfung der Partei unter ausländische Interessen genutzt.
Der Vorwurf stützt sich jedoch nicht auf überprüfbare Daten jenseits des Fotos. Das Treffen mit Chikli impliziert allein keine Souveränitätsübertragung. Im Kontext des Austauschs dient es jedoch dazu, die These zu untermauern, dass Vox „Teil des Systems“ und keine echte Alternative sei.
Das Gespenst des Franquismus und das Erbe von 1945
Die Diskussion lenkt auf die Rolle Francos und seine angebliche strategische Intelligenz. „Unterschätze nicht Francos Intelligenz, Zeiten ändern sich, Franco wusste genau, wie man sich anpasst. Er war zweifellos viel schlauer als Hitler“, wird behauptet. Der Vergleich mit Hitler dient dazu, den Nationalsozialismus als politische Option zu diskreditieren: „Hitler war ein Schwachkopf, ihr Nancys wirkt fast zascandil, abgesehen davon, dass ihr Hundeliebhaber und Abtreibungsbefürworter seid.“
Das Argument, dass der Franquismus auch „offiziell katholisch“ war und „nur dem Feind gedient hat“, wird als Beweis dafür angeführt, dass jede Allianz mit dem System in Verrat endet. Die Debatte verstrickt sich in historische Haarspaltereien über den Zweiten Weltkrieg, die Rolle der Rothschild-Bank und die bayerischen Illuminaten, ohne zu einer operativen Schlussfolgerung zu kommen.
Der Vorschlag von Falange und Democracia Nacional
Angesichts des Mangels an Alternativen schlägt jemand vor, Falange oder Democracia Nacional zu wählen. Die Antwort ist abschätzig: „Zu billig für meinen Geschmack. Und über die Ersten will ich gar nicht reden. Manche denken wohl, das wäre Bruderschaft mit reaktionären und klerikalen Elementen des Franquismus.“ Gefordert wird ein „Kampf gegen das System“, der „alle Sphären unserer Gesellschaft“ umfasst, nicht nur „bestimmte Bereiche, wie es die extreme Rechte tut“.
Der Verweis auf „Intellektuelle wie den großen William Pierce, Kevin Strong usw.“ verortet die Debatte auf einem eher theoretischen als praktischen Feld. Niemand erklärt, wie sich dies in Stimmen oder konkrete politische Aktion übersetzen lässt. Die Frage, ob es „eine Nancy-Gruppe mit einem realistischen Aktionsplan zur Machtergreifung und kampfbereiter Haltung auf Straßen und in sozialen Medien“ gibt, bleibt unbeantwortet.
Minarchismus als Ausweg und Selbstverwaltung als Zuflucht
Eine andere Strömung greift ein, um darauf hinzuweisen, dass „die Lösung für die vorherrschende pogre Ideologie nicht aus einer Idee kommen kann, die auf den Schlachtfeldern besiegt wurde, ob zum Guten oder Schlechten“. Es wird auf Minarchismus und Libertarismus als Wege gesetzt, um „mehr Handlungsspielraum“ zu haben und die Abhängigkeit vom Staat zu reduzieren. „Anarchie ist Selbstverwaltung, was erleichtert, die Ziele der Gemeinschaft zu erreichen, auch wenn es eine kleine Gruppe in einem ländlichen Umfeld ist“, so das Argument.
Die Diskussion entfernt sich damit vom Nationalsozialismus und betritt Gebiete, die eher dem radikalen Liberalismus eigen sind. Die Schlussfolgerung, falls es eine gibt, ist, dass weder beim Diagnose noch bei der Strategie Einigkeit besteht. Nur eine gemeinsame Gewissheit: Das aktuelle System repräsentiert sie nicht.
Ist Vox eine echte Alternative oder nur ein weiteres Schachbrettstück? Die Frage bleibt offen. Wer den Nationalsozialismus verteidigt, weiß es: Nein. Wer Vox wählt, ebenfalls: Sie ist ihnen gleichgültig, was die Ersten sagen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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