PP und Vox haben eine Vereinbarung für die Senatswahlen am 29. November getroffen: Vox wird in sechs Provinzen keine Liste aufstellen, die PP in drei, mit dem Ziel, die Sitze unter sich aufzuteilen und zu verhindern, dass die Linke den vierten umkämpften Sitz erhält.
Manche Abkommen erklären sich mit einer Karte und einem Bleistift von selbst. PP und Vox haben entschieden, dass getrennte Konkurrenz im Senat bedeutete, Sitze zu verschenken, und haben eine Entente unterzeichnet, die die Verteilung ziemlich klar regelt: Wo einer zurücktritt, räumt der andere ab. Die Partei von Santiago Abascal wird in der Oberkammer keine Kandidaten in **Las Palmas, Santa Cruz de Tenerife, Cádiz, Valencia, Castellón und auf den Balearen** aufstellen. Die Konservativen wiederum treten in **Lleida, Tarragona und Gipuzkoa** nicht an. Insgesamt wirkt sich der Pakt auf **23 Provinzen** aus.
Das Detail auf den Balearen hat es in sich: Dort gibt es keinen Vox-Stimmzettel, aber die PP wird auf Vorschlag Abascals einen „unabhängigen“ Kandidaten aufstellen. So soll der Vox-Wähler einen naheliegenden Namen finden, ohne dass das Parteilogo erscheint. In den beiden katalanischen Provinzen hat die PP nie einen Senator gewonnen; in der baskischen gelingt es ihr seit **26 Jahren** nicht. Dort zu verzichten kostet kaum Sitze und hilft, den Deal abzuschließen.
## Nur ein Kandidat in vierzehn Provinzen
Der weniger sichtbare Teil der Vereinbarung betrifft die Art der Stimmabgabe. Vox wird in **14 Provinzen** nur einen einzigen Kandidaten aufstellen: Sevilla, Huelva, Asturias, Badajoz, Álava, Navarra, Cáceres, Huesca, Zaragoza, Alicante, Granada, Cuenca, Pontevedra und Jaén. Damit verzichtet die Partei auf die beiden weiteren Namen, die sie auf jede Liste setzen könnte. Der Grund ist mechanisch: Im Senat wählt jeder Wahlkreis auf der Halbinsel **vier Senatoren**, und der Wähler kreuzt bis zu drei Namen an, die auch aus verschiedenen Parteien stammen können.
Bietet Vox nur einen Namen, ist der Weg für ihre Wähler frei, den Kandidaten Abascals und zwei der PP anzukreuzen. Das ist die Rechnung: drei Sitze für die Konservativen und einer für Vox in jeder Provinz. Das linke Bündnis, bestehend aus der PSOE und den meisten pogre Parteien, wird um diesen vierten Sitz kämpfen. Die Arithmetik ist kein Zufall; sie ist der Kern des Pakts.
## Der Senat als Schlüssel zum Verfassungsgericht
Die Oberkammer ist in diesem Wahlkampf von der Statistenrolle zur Hauptrolle aufgestiegen. Die Linke hat den ersten Zug gemacht und ein Bündnis ausgehandelt, das fast alle Parteien ihres Lagers vereint. Das Ziel war nicht nur, eine rechte Mehrheit zu verhindern, sondern eine Supermehrheit. Und darin liegt der Schlüssel: Sammeln PP und Vox **drei Fünftel** der Senatoren, können sie **vier Richter des Verfassungsgerichts** ernennen, deren Amtszeit abgelaufen ist.
Nach den Umfragen blieb die Rechte bei getrennten Kandidaturen weniger als zehn Sitze von dieser qualifizierten Mehrheit entfernt. Mit der vereinbarten Verteilung verkleinert sich der Abstand. Ohne dass es einer Vereinbarung zwischen den beiden großen Kräften bedarf, wie es historisch der Fall war, und ohne dass die PSOE bei der Abstimmung ein Wort mitzureden hat, könnten PP und Vox die derzeit pogre Mehrheit im Garantengericht umkehren. Das ist der Hauptpreis, der erklärt, warum beide Parteien ihre Differenzen für einige Wochen beiseitegelegt haben.
## „Niemand wird verwässert, niemand gibt seine Partei auf“
Die Botschaften beider Parteien waren sorgfältig gewählt. Der Generalsekretär von Vox, **Ignacio Garriga**, hat den Pakt unter dem Vorzeichen der „Nützlichkeit“ verteidigt und die Entente auf die Senatswahl beschränkt. „PP und Vox sind sehr unterschiedliche Parteien mit unterschiedlichen Diskursen, das haben wir immer gesagt“, erklärte er. Sein Pendant in der PP, **Miguel Tellado**, betonte dieselbe Idee: „Die Vereinbarung beschränkt sich auf den Senat. Niemand wird verwässert, niemand gibt seine eigene Partei auf.“
Tellado, der auch Feijóos Wahlkampfleiter ist, hat den Pakt als eine Zusammenarbeit präsentiert, „um die extreme Linke im Senat abrupt zu stoppen“, und gefeiert, dass dank dieses Annäherungspunkts „die PSOE und ihre Partner nicht nur ihre Mehrheit im Abgeordnetenhaus verlieren werden, sondern auch im Senat leer ausgehen werden“. Beide Politiker wollten Abstand markieren: Die Waffenruhe gilt für den Senat, es ist keine Ehe. Das Präzedenzfall steht jedoch bereits auf dem Papier.
Die Vereinbarung kommt nach Monaten wachsender Annäherung zwischen Génova (PP-Zentrale) und Bambú (Vox-Zentrale), mit beiseitegeschobenen Konflikten und einer politischen Waffenruhe, die die Aufteilung erleichtert hat. Vox forderte von der PP, in einigen Provinzen nicht anzutreten; Feijóo gab schließlich nach, um die Entente zu ermöglichen. Die Wahlen finden am **29. November** statt, und der Senat, der Sitze nach Provinz und nicht über einen einheitlichen Wahlkreis vergibt, wird zum Spielfeld einer Partie mit Folgen, die über die Oberkammer hinausgehen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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