PP billigt mit PSOE das Ende des Verbrennungsmotors
Was genau hat die Partido Popular im Europäischen Parlament abgestimmt, dass sich halb Spanien an den Kopf fasst? Die Fraktion Patriots hatte einen Änderungsantrag eingebracht, um Artikel 5 bis der neuen EU-CO₂-Emissionsverordnung zu streichen – jene Regelung, die ab 2035 eine verpflichtende Reduzierung von 100 % bei allen Neufahrzeugen gegenüber dem Niveau von 2021 vorschreibt. Der Antrag fiel durch. Und er fiel mit den Stimmen von PP und Sozialisten zusammen, so die Darstellung, die über die Abstimmung vom 8. Mai 2025 kursiert. Übersetzt heißt das: Das Verbrennerauto hat in Europa ein Ablaufdatum, und die beiden großen politischen Familien, die sich an der Macht abwechseln, haben in dieselbe Richtung geschoben.
Das Ergebnis hat eine Spur von Reaktionen hinterlassen, die von Wut bis Resignation reichen. Die vorherrschende These lautet, dass PP und PSOE „zwei Seiten derselben Münze“ sind, dass sie in Brüssel abstimmen, was sie in Madrid beschönigen, und dass die konservative Wählerschaft in der Sache ohne echte Vertretung dasteht. Der Vorwurf ist nicht neu, aber der Kontext macht ihn unangenehmer: Dieselbe Partei, die in Spanien verspricht, den Verbrennungsmotor zu verteidigen, hat gerade sein legislatives Begräbnis in Straßburg besiegelt.
Was die EU-Emissionsverordnung für 2035 vorsieht
Der beschlossene Text hält am vollständigen Verbot von Verbrennungsmotoren für neue Pkw ab 2035 fest. Es ist keine Empfehlung und kein indikatives Ziel: Es handelt sich um eine Reduzierung der Emissionen um 100 % gegenüber 2021, was in der Praxis bedeutet, dass jedem Fahrzeug, das Benzin oder Diesel verbrennt, die Tür geschlossen wird. Der Antrag von Patriots verlangte, diesen Artikel zu streichen und den Übergang dem Markt und der technologischen Entwicklung zu überlassen.
Das wiederkehrende Grundargument lautet, dass die Maßnahme nicht auf wirtschaftlicher Kalkulation beruht, sondern auf einer per Dekret verordneten Klimaideologie. Es wird behauptet, sie werde massive Werkschließungen, den Verlust von Hunderttausenden Arbeitsplätzen – besonders in Ländern mit Automobilindustrie wie Spanien – und eine weitere Drehung der Schraube bei der Verarmung der Mittelschichten auslösen. Der eigentliche Vorwurf: die industrielle Souveränität Europas demjenigen zu überlassen, der Lithium und Batterien kontrolliert.
Warum wird der PP als „blauer PSOE“ bezeichnet?
Der Ausdruck hat sich festgesetzt. Die PP versteht nach dieser Lesart den nicht-rationalen Teil der Politik nicht: Sie glaubt, es genüge, besser als der PSOE zu regieren, und kauft alle Mantras der Linken, auch die verworrensten, aus Angst, als Faschist gebrandmarkt zu werden. Das Ergebnis: Wenn es in Brüssel darauf ankommt zu kämpfen, stimmt sie mit denen, die sie angeblich bekämpft.
Es gibt eine härtere Variante: dass die PP sogar gefährlicher ist als der PSOE, weil sie die Illusion erzeugt, unter Feijóo als Regierungschef wäre alles ein böser Traum gewesen. Und eine dritte, strukturellere: dass es jeder Partei so ergeht, die man ins Spiel lässt, denn wenn jemand unbequem wird, arbeitet die Medienmaschinerie oder die Richter. Zugeschnürt und gut zugeschnürt, so das Tenor.
Der Fall der Umweltzonen fügt weiteres Holz ins Feuer. In Valladolid beschloss der PP-geführte Stadtrat die ZBE-Umweltzone mit der Begründung, so „das Gesetz“ auf die „weniger schädliche“ Weise zu „erfüllen“. In Madrid lautet die Klage dagegen umgekehrt: Die Umweltzone erstreckt sich über die ganze Stadt, obwohl eine 600 Meter lange Fußgängerzone gereicht hätte, damit Europa keine Strafe verhängt. Der doppelte Standard ist offensichtlich und nährt das Gefühl, dass die Regeln nach Belieben angewandt werden.
Der Fahrzeugbestand altert und niemand weiß, welches Auto er kaufen soll
Während die Politik Termine festlegt, macht der Markt, was er kann. Die wiederkehrende Diagnose: Der Fahrzeugbestand altert unaufhaltsam durch eine Summe von Faktoren: Neue Verbrenner sind teuer in Anschaffung und Unterhalt; E-Autos werden zwar zugänglicher, schaffen aber weiterhin kein Vertrauen in ihre Haltbarkeit, mit Marken, die sich bei Garantie und Kundendienst aus der Verantwortung stehlen; und mit sinkender Kaufkraft fährt man das alte Auto so lange wie möglich.
Dazu kommt der technische Verdacht. Manche vermuten, dass die massive Elektrifizierung dazu dienen könnte, dass Millionen angeschlossener Autos die Nachfragespitzen absorbieren, wenn die Solar- und Windproduktion durchgeht. Das E-Auto würde also auch als Puffer fürs System dienen, nicht nur als Verkehrsmittel.
Der internationale Vergleich taucht immer wieder auf. Die 340 Millionen Amerikaner mit ihren Hubraum-Riesen rühren keinen Finger, während man hier den Bürger behandelt, als wäre er behindert. Die wiederholte Forderung ist einfach: Jemand möge die Studien, die Zahlen und die strategische Analyse veröffentlichen, die den Verzicht auf importiertes Öl rechtfertigen – und wenn sie glaubwürdig sind, kauft man das Argument. Bis dahin ist es Glaube.
Was passiert mit den Verbrennerautos, die bereits unterwegs sind?
Die Frage hat keine offizielle Antwort. Was geschieht mit den Millionen von Verbrennerfahrzeugen im Verkehr? Fahren Chinesen, Araber und Amerikaner künftig auch mit Batterieautos? Werden die großen Vermögenden ihre Yachten und Privatjets stehen lassen, um den Planeten zu retten? Das sind Fragen, die man in den Raum wirft, ohne eine Antwort zu erwarten – denn die Antwort existiert nicht.
Die andere Unbekannte ist die Infrastruktur. Wenn sich das E-Auto durchsetzt: Woher kommt der Strom und wer bezahlt das Netz? Manche erinnern daran, dass man, wenn die erneuerbare Erzeugung an ihre Grenzen stößt, nur noch kriechend vorankommt. Und andere spotten, man werde das Aufladen künftig mit einer Kurbel erledigen. Das Szenario permanenter Stromausfälle und einer von einem fragilen Netz abhängigen Elektromobilität ist keine Prognose, sondern eine zirkulierende Angst.
Der unmögliche Zeitplan und die Industrie, die auf der Strecke bleibt
Das Datum 2035 wird von vielen Seiten als Wunschdenken betrachtet. Maßnahmen über zehn Jahre, die nicht eingehalten werden, beschlossen, um Gehälter und Schlagzeilen zu rechtfertigen. Die europäische Automobilindustrie schießt sich derweil ins Knie: Entlassungen, Werkschließungen und ein Markt, der den chinesischen Herstellern überlassen wird, die Beifall klatschen.
Die Frage, die in der Luft hängt: Welches Interesse gibt es daran, über eine Technologie zu legislieren, die bei einem Volumen von Zig Millionen Fahrzeugen nicht machbar ist? Denn diejenigen, die die Norm vorangetrieben haben, wissen das. Und wenn sie es wissen, liegt die Erklärung weder in der Physik noch im Ingenieurwesen.
Unterdessen gewinnt die Option auszuwandern an Anhängern. 2035, sagt so mancher, werde ich längst in einem anderen Land in der Sonne liegen. Spanien und denen, die weiter dasselbe wählen, soll es recht sein. Mit diesen Weiden flechtet sich der Korb von selbst: Wer kann, geht, wer nicht, fährt das alte Auto weiter und wartet darauf, dass jemand zurückrudert. Wie bei der Atomkraft. Nur eines ist sicher: Zurücktreten wird niemand.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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