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VOX schafft Terminpflicht in Kastilien-León ab
VOX kündigt in Kastilien-León das Ende der Terminpflicht und die Einführung positiver Verwaltungsschweigen an. Ist das rechtlich machbar, oder kollidiert es mit dem Gesetz 39/2015?
VOX schafft die Terminpflicht in Kastilien-León ab: echte Maßnahme oder heiße Luft?
VOX hat diese Woche in Kastilien-León die Abschaffung der Terminpflicht in den Büros der Junta (Regionalregierung) und die Einführung positiver Verwaltungsschweigen angekündigt. Es klingt wie ein eingelöstes Wahlversprechen, doch zwischen Schlagzeile und rechtlicher Machbarkeit liegt eine Kluft, die das Gesetz 39/2015 nicht so einfach überspringen lässt.
Die Ankündigung: kein Termin mehr und Schweigen zugunsten des Bürgers
Die Partei teilte am Dienstag mit, dass Bürger künftig direkt in die Landesbehörden gehen können, ohne vorher einen Termin vereinbaren zu müssen. Außerdem wird das positive Verwaltungsschweigen eingeführt: Antwortet die Verwaltung nicht innerhalb der gesetzlichen Frist, gilt der Antrag als genehmigt. Nach Angaben von VOX soll die Maßnahme die Bürokratie reduzieren und die Effizienz der öffentlichen Dienste verbessern.
Das rechtliche Hindernis: Das Gesetz 39/2015 lässt sich nicht so leicht anfassen
Die größte Hürde: Das Verwaltungsschweigen ist durch das Gesetz 39/2015 über das gemeinsame Verwaltungsverfahren der öffentlichen Verwaltungen geregelt, ein staatliches Basisgesetz. Wie Experten betonen, können die autonomen Gemeinschaften weder die Art des Schweigens noch die Fristen eigenmächtig ändern. Die Junta de Castilla y León darf organisatorische Aspekte anpassen, doch eine Änderung der Natur des Schweigens würde eine Reform im Kongress erfordern. Das Ergebnis? Die Maßnahme könnte heiße Luft bleiben, wenn das Rahmengesetz nicht geändert wird.
Was würde es bedeuten, wenn es tatsächlich angewendet wird?
Würde das positive Schweigen wirksam, wäre die Verwaltung verpflichtet, fristgerecht zu entscheiden – oder zusehen, wie Genehmigungen, Lizenzen und Erlaubnisse automatisch erteilt werden. Theoretisch würde das die Beamten zur Arbeit zwingen und den bürokratischen Stau beseitigen. Es öffnet jedoch auch Tür und Tor für Missbrauch: Großunternehmen könnten in Zeiten Verwaltungskollaps Massenanträge stellen und per Schweigen Genehmigungen erhalten, womit Dritte wie kleine Eigentümer oder von Enteignungen Betroffene geschädigt würden. Das Risiko rechtlicher Unsicherheit ist real.
Skepsis und Zwietracht angesichts des Versprechens
Die Nachricht hat gemischte Reaktionen ausgelöst. Wer seit Jahren die Terminpflicht kritisiert – eingeführt während der Pandemie und nie vollständig abgeschafft –, applaudert der Ankündigung. Doch der Skepsis überwiegt: Die PP regiert die Region seit Jahren und hat keine ähnlichen Veränderungen angestoßen, und VOX' Versprechen in früheren Koalitionen sind nicht immer eingehalten worden. Zudem könnte die Abschaffung der Terminpflicht ohne Personalaufbau zu langen Schlangen und chaotischem Besuchsbetrieb führen. Die Erfahrung zeigt: Der Schlüssel liegt im Kleingedruckten des Erlasses.
Prognose mit Vorbehalten
Wahrscheinlich lässt sich die Abschaffung der Terminpflicht im Bereich des persönlichen Besuchs ohne größere Probleme umsetzen – sofern die freiwillige Terminbuchung erhalten bleibt. Das positive Verwaltungsschweigen hingegen dürfte aller Voraussicht nach vor Gericht landen oder mangels regionaler Zuständigkeit zur Makulatur werden. Letztlich liegt der Ball beim Gesetz 39/2015. Ohne Änderungen im Kongress wird VOX' Ankündigung nur eine weitere politische Geste bleiben, die beim ersten verwaltungsgerichtlichen Verfahren verpufft.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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