USA verlassen Europa: der Preis der Hinwendung zu China

China kontrolliert 70 % der Seltenen Erden. Die USA verlassen Europa mit ihrer Hinwendung zu Asien und lassen den Kontinent ohne Verteidigung und ohne Rüstungsindustrie zurück. Eine Analyse von

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Sheriff ist nach Osten zum Geschäft gegangen: Europa bleibt ohne Toilettenpapier

China kontrolliert 70 % der Seltenen Erden des Planeten und 90 % ihrer Produktion. Ohne sie gibt es keine Raketen, keine Militärelektronik, keine Verteidigung. Und während die USA ihren Rückzug aus Europa als strategische Hinwendung nach Asien rechtfertigen, zeigen die Daten, dass es ein beschämender Abgang ist, der den Kontinent ungeschützt und ohne industrielle Ressourcen lässt, um den alten Sheriff zu ersetzen.

Der strategische Rückzug: von der NATO zur chinesischen Abhängigkeit

Die offizielle Erzählung spricht von einem „strategischen Rückzug“, um sich auf China zu konzentrieren, aber eine gründliche Analyse zeigt etwas Brutaleres: Die USA verlassen Europa, weil es billiger ist zu gehen als zu bleiben, und weil das NATO-Theater den jährlichen Aufwand von 10 Milliarden Dollar für die Militärpräsenz nicht mehr rechtfertigt. Das Problem: Ohne diesen Schirm sieht sich die EU einer Realität gegenüber, die sie jahrzehntelang ignoriert hat – ihre Rüstungsindustrie ist nicht in der Lage zu konkurrieren in einer Welt, in der sich kritische Rohstoffe in den Händen Pekings befinden.

Die Chinesen haben ihre Macht bereits demonstriert: Nach den Spannungen um Taiwan drosselten sie die Exporte Seltenen Erden in die USA und drohen nun, den Hahn ganz zuzudrehen. Die Ironie: Europa begibt sich statt auf Abkommen mit China oder eigene Alternativen in einen Handelskrieg, der die Preise für alles verteuern wird, was es importiert. Wie ein Analyst spottete: „Sie treiben die Energiepreise maßlos in die Höhe und wollen nun, dass alles, was wir kaufen, teurer wird.“ Der Plan scheint zu sein, Knappheit zu erzeugen, um einen Krieg zu rechtfertigen – nur gegen wen?

Das Nahost-Theater und die Industriekrise der USA

Während Europa hängen gelassen wird, führt die Trump-Regierung einen Hin-und-her-Krieg mit dem Iran. Nach einem US-Angriff auf einen Kommunikationsturm in Sirik antwortete die iranische Revolutionsgarde mit der Bombardierung der Luftbasis, von der der Angriff ausging. Der Kongress, die militärischen Eskapaden Trumps leid, hat ihm in einer Resolution Befugnisse entzogen, die der Präsident als „unpatriotisch“ bezeichnete. Doch das eigentliche Drama liegt in der Rüstungsindustrie: Die US-Militärauftragnehmer haben ihr industrielles Know-how verloren. „Sie haben sogar vergessen, wie man einen Niet setzt“, fasst ein Kommentar zusammen. Eine Rakete kostet fünf Millionen Dollar – und jede billige Drohne kann sie zu Schrott machen.

Dieselbe Krise betrifft Europa. Dem Kontinent fehlen nicht nur Seltene Erden; seine industrielle Basis zerfällt. Die Versuche, Zölle auf China zu verhängen, sind ein Flickwerk, das den inländischen Konsum verteuert, ohne das Kernproblem zu lösen. Währenddessen erschöpft der Ukraine-Krieg die Munitionsreserven, und die Drohung eines Handelskriegs mit China fügt eine weitere Schicht der Unsicherheit hinzu.

Das Ablenkungskino und das Erwachen anderer Akteure

Während sich die spanischen Bürger mit Netflix-Serien und Pizza unterhalten, wird die Welt neu geordnet. Alice Weidel, Vorsitzende der deutschen AfD, fordert, dass die Ukraine Deutschland für die Sabotage der Nord-Stream-Pipelines 2022 entschädigt, die ukrainischen Agenten zugeschrieben wird. Die deutschen Ermittler haben den mutmaßlichen Anführer identifiziert, aus Italien ausgeliefert. Berlin besteht auf seiner Version, doch Moskau bezweifelt sie und weist darauf hin, dass eine so raffinierte Operation nicht das Werk einer kleinen Gruppe gewesen sein konnte.

Parallel dazu bewegen sich Israel und die USA auf eine beispiellose militärische Integration zu, während die EU wegschaut. Die israelische Knesset billigte die Integration der US-Streitkräfte in ihre Armee, und die amerikanische NDAA unterstützt die Verschmelzung stillschweigend. Eine Art zu sagen: Der Sheriff geht nicht ganz – er verlegt sich in den Nahen Osten und lässt Europa ohne das Sicherheits-Toilettenpapier zurück.

Der europäische Abgrund

Da China 70 % der Seltenen Erden und 90 % ihrer Produktion kontrolliert, steht Europa vor einer unmöglichen Gleichung: entweder teuer bei China kaufen oder gar nichts kaufen. Die 10 Milliarden Dollar, die die amerikanische Militärpräsenz kostete, waren ein Schnäppchen im Vergleich zu dem, was der Aufbau einer autonomen Verteidigung in einer Welt ohne verlässliche Lieferanten kosten wird. Der ursprüngliche Artikel, der die Debatte auslöste, brachte es schonungslos auf den Punkt: Der Sheriff ist nach Osten zum Geschäft gegangen und hat Europa ohne Toilettenpapier zurückgelassen. Und vorläufig scheint niemand bereit zu sein, ihm eine Rolle zu bringen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (97 Antworten).

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