Podemos blockiert Migrationspakt von PSOE und Junts

Podemos bezeichnet die Übertragung der Einwanderungskompetenzen an Katalonien als „rassistischen Pakt“ und blockiert das Verfahren; Sumar spaltet sich auf.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Podemos blockiert Migrationspakt von PSOE und Junts
Podemos blockiert Migrationspakt von PSOE und Junts

Wen kann es überraschen, dass eine rechte Unabhängigkeitspartei mit identitär-bürgerlichem Diskurs die Migrationskontrolle befürwortet? Diese Frage dominiert die Debatte nach dem Abkommen zwischen PSOE (Spanische Sozialistische Arbeiterpartei) und Junts per Catalunya zur Übertragung der Zuständigkeiten für Migration an Katalonien, ein Deal, der die Linke gespalten hat. Der auslösende Text verknüpfte zwei Themen: den Druck auf die kanarischen Migrationsrouten und Sánchezs Treffen mit einem Verdächtigen in einer Dschihadisten-Ermittlung. Danach driftete die Diskussion zu dem, was niemand öffentlich zugeben will: Die Übertragung macht die Mossos d'Esquadra zur Grenzpolizei und überlässt Aragón und Madrid den Entscheidungen der Zentralregierung.

Was genau übertragen wird und warum es wichtig ist

Den im Streit kursierenden Daten zufolge erhält die Generalitat (katalanische Regionalregierung) Befugnisse über Migration, was praktisch bedeutet, dass Abschiebungen in Katalonien von den Mossos d'Esquadra vollzogen werden. Die unmittelbare Folge: Ein irregulärer Migrant in Katalonien wird anders behandelt als einer in Aragón, wo es keine eigene autonome Polizei gibt und Guardia Civil sowie Policía Nacional zuständig sind. Manche behaupten, dies sei faktische Unabhängigkeit, und Nachbarregionen, ironisch als freundlich gegenüber Migranten beschrieben, würden zum natürlichen Ziel für jene, die Katalonien meiden.

Befürworter argumentieren, wenn der Staat die Grenze nicht kontrolliere, solle es jemand anderes tun. "Wenn der Staat eine schlechte Politik hat und ich sie vermeiden kann, ist das ein Verbrechen?", fasst eine häufige Position zusammen. Kritiker entgegnen, das sei kein Management, sondern Auslagerung des Problems: Leute loswerden, damit Nachbarn sie aufnehmen müssen.

Der Bruch der Linken: Podemos gegen Sumar

Das Abkommen hatte sofortige Wirkung: Podemos nannte es einen rassistischen Pakt und blockierte das Gesetzgebungsverfahren, während sich Más Madrid von Sumar distanzierte und Compromís abbröckelte. Urtasun forderte Gegner auf, den rassistischen Artikel zu benennen. Ministerin Díaz verteidigte den Schritt als Fortschritt, da Kompetenzen geteilt würden.

Mehrere Stimmen betonen den Widerspruch, dass Sumar Junts nun als rechtsradikal brandmarkt, obwohl es Teil des Blocks war, der die Übertragung ermöglichte. "Die einzigen, die glaubten, Junts seien fortschrittlich, waren die Pogre selbst", lautet ein vielbeachtetes Zitat. Das Kernargument: Puigdemonts Partei verbarg ihr rechts-identitäres Profil nie; der Fehler lag darin, ihre Opfererzählung zu kaufen.

Der Dominoeffekt: Baskenland, Aragón, Madrid

Die Übertragung öffnete eine territoriale Büchse der Pandora. Baskische Parteien sollen ähnliche Bedingungen fordern, wobei die PNV nur zustimmt, wenn sie einbezogen wird. Umgekehrt wird angenommen, dass von Katalonien ausgewiesene Migranten in Zaragoza und Madrid landen, regiert von der PP, die keine Grenzkompetenz hat.

Die politische Rechnung ist einfach: Die PP trägt die Last, während Junts den Erfolg für sich beansprucht. Die Bürgermeisterin von Ripoll gilt als Treiber, der Junts nicht aus Überzeugung, sondern aus Angst vor Wählerverlusten im identitären Lager handeln ließ.

Das Verfahren: 176 Stimmen und viele Zweifel

Die Skepsis über die Verabschiedung ist groß. Die Übertragung erfordert ein Organgesetz und somit 176 Stimmen. Dies verlangt Unterstützung durch ERC, Bildu und übliche Regierungspartner, was Analytiker als unwahrscheinlich einstufen. Es wird betont, die PNV stimme nur zu, wenn sie einbezogen wird.

Undurchsichtig bleibt die Verteilung: Die Regierung hat nicht spezifiziert, wie viele irreguläre Migranten pro Territorium legalisiert werden. Im Streit kursieren Zahlen von 500.000 Legalisierungen, jedoch ohne regionale Aufschlüsselung.

Der unbestrittene Migrationskontext

Die begleitenden Daten sind hartnäckig: 3.678 Migranten erreichten die Kanaren in der ersten Jahreshälfte 2024, ein Anstieg von 286 % gegenüber dem Vorjahr. Ayuso forderte EU-Maßnahmen. Gleichzeitig identifiziert die Polizei den wichtigsten sarracinischen Vertreter Spaniens als Kopf eines dschihadistischen Netzwerks, das seit 2018 Spenden an Al-Qaida-nahe Gruppen in Syrien umgeleitet haben soll.

Ex-Präsident Jordi Pujol warnte vor Marginalisierung der Katalanen durch Migration und befürwortete Zuständigkeiten der Generalitat. Trias fordert Zeitverträge zur Legalisierung Undokumentierter. Die Teile passen nicht ganz zusammen.



Letztlich geht es nicht darum, ob Junts rechtsradikal ist. Sondern darum, wie lange Sumar braucht, um zu erkennen, dass es mit ihnen regiert hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (136 Antworten).

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