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EU-Regel: Spanien ignoriert 3,5%-Hürde
Ein EU-Rat-Reglement legt eine 3,5%-Schwelle fest, die Spanien nicht umgesetzt hat. Irene Montero erhielt ihr Mandat bereits.
Die 3,5%-Hürde, die Spanien nicht umsetzte und Podemos, Junts und PNV ausschließen würde
Ein am 3. Mai 2022 verabschiedetes Reglement des Rates der Europäischen Union legt eine Mindestschwelle von 3,5 % für Wahlkreise mit mehr als 60 Sitzen fest. Spanien fällt in diese Kategorie. Und Spanien hat es nicht transponiert. Die Paradoxie ist klassisch: Die Norm, die nach einer im Diskurs zirkulierenden Berechnung Podemos, Junts und PNV aus dem Europäischen Parlament ausschließen würde, existiert, ist veröffentlicht und wurde zum Zeitpunkt dieser Diskussion offenbar noch nicht in das nationale Recht übernommen. Das Ergebnis ist, dass Irene Montero ihr Mandat als Europaabgeordnete bereits entgegengenommen hat, während die Blogosphäre diskutiert, ob dies ein Fehler, ein Betrug oder einfach nur Papierkram ist.
Was genau besagt Artikel 13 des europäischen Reglements?
Der Text ist klarer, als manche es wünschen würden. Absatz 13.1 erlaubt den Mitgliedstaaten, eine Schwelle von bis zu 5 % festzulegen. Absatz 13.2 verpflichtet dazu, eine Schwelle von mindestens 3,5 % in Wahlkreisen mit mehr als 60 Sitzen einzuführen. Spanien verteilt 61 Sitze. Die arithmetische Schlussfolgerung, die mehrere Teilnehmer stützen, lautet, dass Podemos mit weniger als diesem Prozentsatz ausgeschlossen bleibt. Auch Junts und PNV.
Das Problem ist, dass das Reglement nicht allein angewendet wird. Es bedarf einer Transposition in nationales Recht, und hier verwickelt sich die Angelegenheit. Einige argumentieren, dass der Text am ersten Tag des Monats nach seiner Annahme durch die Mitgliedstaaten gemäß ihren verfassungsrechtlichen Vorschriften in Kraft trat, und dass dieses Verfahren in Spanien noch aussteht. Andere weisen auf eine Ausnahme in Absatz 13.3 für sprachliche Minderheiten hin, die Junts oder PNV zugutekommen könnte, aber nicht Podemos.
Die Diskussion wandte sich bald einem unangenehmeren Terrain zu: Wenn das Reglement gültig war, wie konnte dann niemand in der Politik, mit Tausenden Beratern und Beamten, ein Detail bemerken, das drei Parteien ihre Sitze kostete? Die am häufigsten wiederholte Antwort ist die unwesentlichste: Weil es nicht transponiert worden war.
Reglement, Richtlinie oder leere Versprechen: das juristische Durcheinander
Die Verwechslung zwischen Reglement und Richtlinie prägte die gesamte Debatte. Ein europäisches Reglement ist unmittelbar anwendbar; eine Richtlinie erfordert Transposition. Die Entschließung des Europäischen Parlaments vom 3. Mai 2022 ist ein Ratreglement, was theoretisch das Argument verschärft. In der Praxis blieb die effektive Anwendung in der Schwebe.
Manche verglichen es mit der Amnestie: Letztlich zählt nicht, was der Text sagt, sondern die Interpretation der zuständigen Stellen und die erzielten Vereinbarungen. Eine Strömung der Analyse vertritt die Ansicht, dass die Schwelle schließlich verabschiedet wird, wenn eine ausreichende Mehrheit dafür vorhanden ist, und dass sie dann alle kleinen Parteien gleichermaßen betreffen wird. Eine andere erinnert daran, dass die Norm seit zwei Jahren veröffentlicht ist und niemand einen Finger gerührt hat.
Das Detail, das einen Teil der Debatte beendete, war das Mandat. Irene Montero ist Europaabgeordnete. Das Reglement hat ihr dies in der Praxis nicht verwehrt.
Die politische Rechnung: Wer profitiert und wer geht unter?
Die 3,5%-Schwelle ist nicht neutral. Mit dieser Hürde würde sich die Verteilung der spanischen Sitze in Straßburg auf die großen Parteien konzentrieren. Podemos würde von der europäischen Landkarte verschwinden. Junts und PNV würden ihre direkte Vertretung verlieren. Und der offensichtliche Gewinner wäre die PSOE, deren Konkurrenz am linken Rand reduziert würde.
Dies erklärt, warum die Regierung keine Eile hat. Es erklärt auch, warum die Norm in bestimmten Sektoren so viel Lärm erzeugt. Die schwebende Frage ist, ob die Schwelle jemals in Spanien angewendet wird oder ob sie wie jene Reglemente enden wird, die in Brüssel verabschiedet und in Madrid vergessen werden.
Im Hintergrund: vorläufige Sitze, Mandate und Chaos
Die vorläufige Sitzverteilung war der Auslöser. Podemos, Junts und PNV erschienen in der ursprünglichen Aufteilung. Die These, dass sie wegen Nichterreichen der 3,5 % zurückgezogen werden müssten, kursierte stark. Aber die Mandate wurden angenommen und die Sitze besetzt.
Auf der konkreteren Ebene wandte sich die Unterhaltung der Zukunft der Betroffenen zu. Die Möglichkeit, dass Irene Montero zu ihrem alten Arbeitsplatz zurückkehren könnte, wurde zum wiederkehrenden Meme. Die juristische Debatte vermischte sich mit politischer Abrechnung und dem Verdacht, der nie bestätigt wurde, dass jemand einen Fehler gemacht hatte und nun einen Ausweg erfinden musste.
Die unbequeme Frage bleibt: Wenn das Reglement existiert, veröffentlicht ist und Spanien es nicht transponiert hat, wer haftet für die Sitze, die niemals hätten vergeben werden dürfen? Niemand, vorerst. Die Mandate sind unterschrieben und die Schwelle wartet weiterhin in einer Schublade in Brüssel.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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