Lärm in Spaniens Wohnungen: Warum die Schalldämmung scheitert

Betroffene in Spanien klagen über fehlende Akustikdämmung in Wohnungen, während Daten zum Neubau fehlen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Lärm in Spaniens Wohnungen: Warum die Schalldämmung scheitert
Ungedämmte Wohnungen: Der Nachbarschaftslärm, der nie aufhört

Eine Wohnung zu kaufen bedeutet nicht, Ruhe zu kaufen. Dies ist die Schlussfolgerung, die sich unter denen wiederholt, die mehrere Immobilien durchlebt haben und immer auf dasselbe gestoßen sind: Wände, die nichts dämpfen, und ein Nachbar, der bereit ist, um acht Uhr morgens Möbel zu schleppen. Die Ausgangsgeschichte ist fast ein Muster: ein halbes Dutzend Wohnungen in verschiedenen Städten und überall das gleiche Problem mit Nachbarschaftslärm, fehlender Schallisolierung und mangelnder Empathie der Nachbarn.

Der schmerzhafteste Fall ist der aktuelle, denn das Gebäude ist gut isoliert. Das Pech ist, dass oben ein Paar eingezogen ist, das jeden Samstag und Sonntag, pünktlich wie ein Wecker, ab 8:00 Uhr mit Hämmern und Schleifen beginnt. Die ganze Woche früh aufstehen, nur damit am Wochenende die Deckenplatte einen weckt. Und nicht mit ihnen zu sprechen, ist keine Feigheit: Eigene Erfahrung zeigt, dass sie erst alles leugnen und dann absichtlich lauter machen.

Warum hört man den Nachbarn in spanischen Wohnungen so laut?

Die Debatte teilt sich zwischen denen, die das Gebäude beschuldigen, und denen, die den Mieter beschuldigen. Ersterer zeigen auf die Bauweise: Papierwände, dünne Deckenplatten und Vorschriften, die es erlaubten, Wohnraum dort zu stapeln, wo einst freistehende Häuser standen. Manche fordern, das US-Modell von Genossenschaften und Eigentumswohnungen zu importieren, wo interne Regeln über dem Gesetz des Wohnungseigentums stehen. Die andere Strömung behauptet, der Stein sei nebensächlich und das Problem liege in der Erziehung: Man kann in einer alten Wohnung leben, ohne jemanden zu stören, und man kann den Nachbarn aus einer neuen Wohnung heraus zur Verzweiflung treiben.

Fast niemand bestreitet die Grunddiagnose. Es wird behauptet, Spanien sei das zweitlauteste Land der Welt, eine Aussage, die ohne Quelle kursiert und mit Vorsicht behandelt werden sollte. Was immer wieder auftaucht, ist das Gefühl der Straflosigkeit: Die Polizei wegen Lärms zu rufen, führt meist zu nichts, wenn nicht sogar zu mehr Lärm als Vergeltung. Manche raten direkt davon ab, den konfliktreichen Nachbarn zu warnen, und empfehlen Gegenmaßnahmen.

Ohrstöpsel stoppen keinen Trittschall

Mit Ohrstöpseln zu schlafen ist das letzte Mittel, und selbst das garantiert nichts. Trittschall – einen Stuhl ziehen, gegen den Boden treten, High Heels um acht Uhr morgens – reist nicht durch die Luft: Er überträgt sich über die gesamte Gebäudestruktur. Ohrstöpsel filtern diese Vibration kaum oder gar nicht, ebenso wenig tiefe Bassfrequenzen. Wer jahrelang darunter leidet, fasst es so zusammen: Das Gefühl ist nicht, den Lärm zu hören, sondern mittendrin zu sein.

Kein Hausmittel dreht den Hahn zu. Man erzählt von Klebern an Stuhlbeinen, geschenkten Teppichen für den Nachbarn, um Mitleid zu wecken, und allen Arten von Schallsanierungen. Ein dokumentierter Fall fügt 8 Zentimeter Dämmmaterial, Rigips und Schaumstoff in einem Raum hinzu, und trotzdem dringt an manchen Tagen der Fernseher vom Nebenmann durch. Akustische Isolierung reicht nur bis zu einem gewissen Punkt, und das Budget auch.

Besessen vom Lärm oder echtes Opfer?

Sobald jemand seine Qual schildert, erscheint die Standardantwort: Dass man zu empfindlich sei, dass das Problem im eigenen Kopf liege. Die häufigste Abwertung – dass sechs Wohnungen mit demselben Problem nur Besessenheit bedeuten können – zerbröckelt, wenn der Betroffene daran erinnert, dass Ohrstöpsel ihn weder vor Schlägen noch vor dem Möbelrücken um acht Uhr morgens schützen. Auch das Gegenargument wird gelesen, sarkastisch von einem anderen Teilnehmer lanciert: Wenn dich Ohrstöpsel nicht vor dem Aufwachen bewahren, kommt der Lärm aus deinem Gehirn.

Eine massive Deckenplatte unterscheidet jedenfalls nicht zwischen Nervosität und Vernunft: Sie macht Geräusche, und zwar jedes Wochenende zur gleichen Zeit.

„Pro-Lärm“ als Lebensstil

Es gibt eine Tendenz in der Diskussion, die über den konkreten Fall hinausgeht und von einer Kultur spricht: Lärm als Recht und Stille als Kränkung. Wer Ruhe will, gilt als seltsam; der Beschwerdeführer wird als verbittert angesehen, dem man rät, aufs Land zu ziehen. Mehrere Teilnehmer gehen davon aus, dass in Spanien Stille als Affront wahrgenommen wird und wer Erholung fordert, als jemand gebrandmarkt wird, der zu viel verlangt.



Neubau, Einfamilienhaus oder Reihenhaus: Was funktioniert und was nicht

Wenn die Wohnung unerträglich wird, ist die erste Versuchung umzuziehen, und die am häufigsten genannte Lösung ist ein Einfamilienhaus in einem Dorf. Ohne jemanden über oder unter sich, enden die Schläge auf die Decke. Im Gegenzug hängt man für alles vom Auto ab, sogar für Brot, und was manche als Strafe sehen, verkaufen andere als Befreiung. Das Problem ist, dass ein Einfamilienhaus nicht gegen Lärm immunisiert. In einem Reihenhaus teilt man Wände und Zaun, und der Garten des Nachbarn bringt Hunde, Grillfeste, Musik und Heimwerkerprojekte.

In einem Landhaus tut die Terrasse des Nachbarn zu unchristlichen Zeiten genau das, was vorher der Obermieter tat. Und manche fügen das Kleingedruckte hinzu: Ein freistehendes Haus ist mit vierzig großartig, wird aber mit sechzig unbequem, wenn Autofahren schwerfällt und Einsamkeit drückt. Die am häufigsten genannte und unspektakulärste Alternative ist, eine Renovierungsimmobilie zu kaufen und die Arbeiten für echte Schalldämmung zu nutzen. Das greift die Ursache an, nicht das Symptom, zwingt aber zu Arbeiten, deren Kosten in keiner Anzeige stehen.

Der Lockdown war das definitive Experiment. Monate in einer schlecht gedämmten Wohnung gefangen, mit Nachbarn, die die Stille nicht respektieren. Manche hielten acht Jahre durch, bevor sie ins Ausland zogen, um schlafen zu können, mit psychischer Gesundheit als Einsatz. Und es gibt immer noch keine garantierte Lösung: Am Ende hängt die Erholung weitgehend von der Nachbarschaftslotterie ab.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (133 Antworten).

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