Plünderungen und Krawalle in Barcelona: 'Blocus' droht Frankreich zu wiederholen

Plünderungen in Barcelona und die 'Blocus'-Bewegung plant weiteres Chaos: 128 Festnahmen und der Schatten einer koordinierten Operation in Europa.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Plünderungen und Krawalle in Barcelona: 'Blocus' droht Frankreich zu wiederholen
Plünderungen in Barcelona: Krawalle, 'Blocus' und der Schatten Frankreichs

Der Samstagabend im Zentrum von Barcelona bot ein Bild, das viele nur aus Paris kannten: organisierte Gruppen stürmten Geschäfte und verwüsteten Stadtmöbel mitten auf der Plaça Catalunya. Es war kein spontaner Protest gegen steigende Mieten, wie manche Medien darstellen wollten. Die Botschaften, die in sozialen Netzwerken kursieren, und die Aussagen von Zeugen selbst sprechen von verhüllten Gesichtern, fehlenden Transparenten und einer Koordination, die auf mehr hindeutet als auf Wut im Viertel. Das Ergebnis: Festnahmen, eingeschlagene Schaufenster und ein Déjà-vu-Gefühl, das durch Europa geht.

Vom sozialen Protest zur Plünderung: So begann alles

Der offizielle Auslöser war eine nicht angemeldete Versammlung gegen steigende Wohnkosten, spontan über das Internet organisiert. Soweit nichts Neues in einer Stadt, die Demonstrationen gewohnt ist. Doch das Drehbuch geriet aus den Fugen, als – so berichten es jene, die die Ereignisse in Echtzeit verfolgten – die Parolen und Forderungen Sturmhauben und Fluchtjagden Platz machten. Ein Tweet aus dem Material fasst es sarkastisch zusammen: „Keine Transparente, keine Parolen, keine Forderungen. Verhüllte Gesichter und alles kaputt machen."

Die am häufigsten gesehene Szene war die Belagerung großer Kaufhäuser. Das El Corte Inglés an der Plaça Catalunya schloss mit Kunden im Inneren, wie Zeugen berichten, während draußen die Zwischenfälle sich überstürzten. Die offizielle Erklärung bestimmter Medien – die jungen Leute reagierten auf die „Gaza-Wut“ – stieß bei vielen Anwesenden auf Unglauben. „Sie sind sich nicht mal mehr auf eine Ausrede einig, um Ärger zu machen“, fasste eine andere Nachricht zusammen. Das Fehlen einer einheitlichen Erzählung nährte die Theorie, dass es keine Erzählung gibt, sondern nur Interessen.

'Blocus' und der Verdacht einer koordinierten Operation

Im Laufe des Wochenendes verlagerte sich die Diskussion auf einen bestimmten Namen: 'Blocus'. Laut Presseberichten, auf die sich das Material bezieht, sollen mehr als 70 TikTok-Konten zu Plünderungen in Madrid und elf weiteren Städten aufgerufen haben, um „das von Frankreich zu wiederholen“. Der Schatten eines hybriden Krieges liegt über der Angelegenheit. Eine Nachricht bringt es klar auf den Punkt: „Diese Art von Operationen, die ein digitales Ökosystem aus Netzwerken anonymer, automatisierter Konten nutzen und massive Desinformationskampagnen fahren, um das Sicherheitsgefühl künstlich zu verschlechtern... passen haargenau zu den Destabilisierungshandbüchern.“

Die These ist nicht unumstritten, findet aber zunehmend Anhänger. Das Ziel sei es, das Vertrauen in den Staat zu untergraben und die Gesellschaft zu polarisieren, sodass die demokratische Debatte durch ein „Wir oder das Chaos“ ersetzt wird. Die rassistische Ausrichtung einiger Krawalle – mit Angriffen auf von Migranten geführte Geschäfte – wird als ein weiterer Bestandteil dieses perfekten Sturms gedeutet. „Wenn die Wählerschaft davon ausgeht, dass das System zerbrechlich, regierungsunfähig oder dem dauerhaften Chaos ausgeliefert ist, ist die demokratische Debatte auf programmatischer Basis ausgehebelt“, ergänzt dieselbe Quelle.

Das Geschäft mit der Empörung: Wem der Chaos nützt

Wirtschaftlich betrachtet sind die Krawalle nicht neutral. Die Black-Friday-Kampagne steht vor der Tür, und die Händler sehen mit Angst der Möglichkeit entgegen, dass die Übergriffe sich wiederholen. Eine Nachricht sagt es unmissverständlich: „Es sind nur noch wenige Tage bis zu den Verkäufen des schwarzen Freitags – da kann man nicht zulassen, dass man ihnen die Ware klaut und die Kampagne ruiniert.“ Für manche ist die zeitliche Übereinstimmung kein Zufall; sie sehen in diesen Vorfällen einen direkten Angriff auf den kleinen und mittleren Handel.

Ein weiteres Thema ist der Wohnungsmarkt. Der ursprüngliche Protest berief sich auf steigende Mieten, doch die Plünderungen lenken die Aufmerksamkeit ab. Manche behaupten, der Vandalismus diene nur dazu, den Law-and-Order-Diskurs zu stärken und den sozialen Forderungen die Glaubwürdigkeit zu nehmen. „Mir egal, wenn alles abbrennt – mehr Stimmen für die Rechten“, schreibt sogar ein Teilnehmer und zeigt damit offen die Wahltaktik, die manche anstellen. Die politische Instrumentalisierung des Chaos ist vielleicht der einzige stillschweigende Konsens.

Was passiert mit den Festgenommenen und den rechtlichen Folgen?

Die offiziellen Zahlen sprechen von 128 Festnahmen nach den Ausschreitungen, wie aus der Nachricht hervorgeht, die dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez zugeschrieben wird. „Was wir dieses Wochenende in Barcelona gesehen haben, ist kein Akt der Demokratie: Es ist reiner Vandalismus, der aus den sozialen Netzwerken angestiftet wurde“, heißt es in dem Text. Die Ermittlungen laufen, und die Festgenommenen sollen demnächst dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Frage, die in der Luft liegt: Werden die Anführer identifiziert, oder bleibt alles am Ende nur Kollateralschaden?

Das Misstrauen in die Fähigkeiten des Staates ist eine weitere Achse der Debatte. „Ist es wirklich so schwer, die Anführer dieser Krawalle zu entlarven und hinter Gitter zu bringen? Ich glaube nicht. In dieser Zeit von Hyperüberwachung und orwellianischer Kontrolle behaupten sie, sie könnten die Verantwortlichen nicht ausfindig machen“, ist in einer Nachricht zu lesen. Das Gefühl der Straflosigkeit nährt die Theorie, dass eine höhere Agenda die Gewalttäter schützt.

Die Lunte, die durch Europa reist: Belgien, Italien und der Ansteckungseffekt

Es ist kein isoliertes Phänomen. Das Material erwähnt gleichzeitige Krawalle in Belgien und Italien, mit Brüssel und Lüttich in Flammen und besetzten Schulen in Frankreich. Die zeitliche Übereinstimmung stärkt die These einer internationalen Koordination. „Das Chaos springt von Frankreich nach Belgien und Italien: In 3 Ländern passiert gleichzeitig etwas“, merkt eine Nachricht an. Die europäische Schuldenkrise und die Unfähigkeit der Regierungen, ausgeglichene Haushalte vorzulegen, werden als Nährboden genannt.

In Spanien weitet sich die Alarmbereitschaft auf die Halloween-Nacht aus. Laut ABC organisiert das Kollektiv 'Blocus' angeblich einen koordinierten Aufstand mit Plünderungen in Madrid und Barcelona. Die Puerta del Sol brennt auf dem Plakat des Aufrufs, ein Symbol, das manche als direkte Herausforderung der Macht deuten. Die Frage ist, ob die Sicherheitskräfte eine Welle eindämmen können, die bereits andere europäische Hauptstädte überflutet hat.



Die verstörende Zahl: Während die Krawalle andauern, bleiben die TikTok-Konten, die sie aufgerufen haben, aktiv. Die digitale Hyperüberwachung hat nicht verhindert, dass eine Handvoll anonymer Profile Tausende Menschen in Bewegung gesetzt hat. Vielleicht, weil das Problem nicht die Technologie ist, sondern die soziale Lunte, die jemand entzündet.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (508 Antworten).

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