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Peralta: Nazi-Gruß bei PSOE-Protest in Madrid
Isabel Peralta, 2022 aus Deutschland ausgewiesen, zeigte bei einer Protestaktion vor der PSOE-Zentrale den Hitlergruß und wurde festgenommen.
Isabel Peralta zeigt Hitlergruß auf Kiosk bei PSOE-Protest
Ein Kiosk, ein erhobener Arm und die ersten Polizeieinsätze. Die Demonstration vor der nationalen Zentrale der PSOE (Partido Socialista Obrero Español) in der Calle Ferraz hatte einen unbequemen Hauptakteur: Isabel Peralta, bekannt für ihre Berufung auf NS-Symbolik und im März 2022 aus Deutschland ausgewiesen. Sie stieg auf einen der Kioske vor Ort, vollführte den Gruß und kurz darauf zeigten kursierende Videos ihre Festnahme. Der Tag endete damit, dass die Polizei gegen die Versammelten vorging, nachdem sich die Spannungen eskaliert hatten. Der Hitlergruß und das Cara al Sol (frankistisches Lied) teilten sich denselben Gehweg am selben Nachmittag.
Was geschah in der Calle Ferraz: Der Kiosk, der Gruß und die Einsätze
Die Sequenz ist kurz und aus mehreren Blickwinkeln gefilmt. Peralta taucht bei der Demonstration auf, klettert auf einen Kiosk und streckt den Arm nach oben. Die Reaktion lässt nicht auf sich warten: Laut verbreiteten Videos werden Gegenstände nach ihr geworfen, woraufhin sie selbst wieder heruntersteigt. Dann kommen die Beamten zum Zug. Die ersten Polizeieinsätze richten sich gegen Gewalt und die Eskalation der Spannung bei einer Versammlung, die bereits der Brennpunkt des Protests war.
Eine spätere Szene kursiert eher mit Spott als mit Ernsthaftigkeit: ihre Festnahme, mit Gerangel und einem Fluchtversuch. Wer das Video verbreitet, beschreibt es als schlecht inszeniertes Theaterstück, wobei die polizeiliche Leistung genauso schwach sei wie die der Protagonistin. Andere sehen genau das Gegenteil: eine Einstellung, in der sie klar porträtiert wird.
Wer ist Isabel Peralta?
Sie ist keine Unbekannte. Im März 2022 wurde sie verhaftet und aus Deutschland ausgewiesen, nachdem die Bundespolizei in Frankfurt NS-Symbolik in ihrem Gepäck gefunden hatte: einen Schlüsselanhänger und eine Flagge mit Hakenkreuz sowie ein Exemplar des Mein Kampf. Davor hatte sie ihre Ideologie für Schwierigkeiten bei der Jobsuche verantwortlich gemacht, mit öffentlichen Beschwerden darüber, dass niemand sie einstellen wolle.
Hier liegt der Kern des Konflikts: eine Figur mit eigener Akte, einem perfekt identifizierbaren Repertoire an Gesten und einem Drang zur Kamera, den sie nicht einmal zu verbergen versucht. Das große Interesse, das sie weckt, mischt politischen Widerstand mit anderen, weit weniger eingestehbaren Motiven.
Cara al Sol und das restliche Repertoire
In der Calle Ferraz skandierten einige Teilnehmer unisono das Cara al Sol, die frankistische Hymne. Kein Detail von geringer Bedeutung: Es ordnet Teile der Atmosphäre der Versammlung in ein sehr spezifisches Register ein und liefert Munition für jene, die behaupten, das Problem sei nicht eine Frau, die auf einen Kiosk klettert, sondern das Umfeld, das sie beherbergt.
Ein anderer Teil wischt dies mit Achselzucken beiseite: nichts Neues unter der Sonne. Die Provokation, so heißt es, gehöre seit Jahren zum Bild und selektiver Skandal diene nur dazu, die Figur zu füttern. Die Videos sammeln derweil weiter Aufrufe.
Römischer Gruß, Vokabular und der Kampf um die Bezeichnung
Nachdem die Geste viral gegangen war, wandelte sich die Diskussion zu den Worten. Manche lehnen das Etikett „Ultraextremista“ ab und erinnern daran, dass der Nationalsozialismus eine deutsche Partei der dreißiger und vierziger Jahre war; sie behaupten, der Begriff sei zum Platzhalter geworden, um jede nationalistische Strömung zu stigmatisieren. In diesen Topf werfen sie ausländische und nationale Anführer, die nichts mit Hitlers Deutschland zu tun haben.
Der Einwand kehrt sich gegen seinen Urheber, sobald die Inszenierung auftaucht. Wenn man wirklich eine spanische nationalistische Sache verteidigt, sollten Hakenkreuz, Mein Kampf und das übrige Requisitenmaterial völlig gleichgültig sein. Sie im Koffer zu tragen, wie es in Frankfurt geschah, macht das Etikett zu einem realen Problem und nicht zu einer Nachbarschaftsbeschimpfung.
Und dann gibt es noch den Rettungsversuch: die Geste als salutatio iberica zu reklamieren, eine Gewohnheit der Vorfahren, um den Ball zurückzuspielen an jene, die sie als Provokation lesen. Dies ist das am häufigsten wiederholte und zugleich abgenutzteste Argument: Der Gruß hat seit fast einem Jahrhundert einen Eigentümer.
Ballast oder Vorteil für den Protest?
Hier spaltet sich die Angelegenheit in zwei Lager. Eine Strömung behauptet, die Szene mache dem Gegner Werbung: Das Bild auf derselben Straße, wo man gegen andere Dinge protestiert, liefere die Erzählung auf dem Silbertablett und lenke den Fokus auf den Zirkus. Die Nachricht, sagen sie, sei nicht der Kiosk, sondern dass überhaupt darüber gesprochen werde.
Die andere Strömung verteidigt das Gegenteil: Der Feind sei die Regierung und ihr Umfeld, nicht eine Nebenfigur, die Kameras sucht. Nach diesem Kriterium sei es eine Verschwendung von Kräften, sie auszupfeifen, statt auf das eigentliche Ziel zu schießen. Manche warnen sogar, dass das Mittel der Angst vor dem Faschismus seine Wirksamkeit verloren habe und die Bestrafung auf anderem Weg erfolgen werde.
Dazwischen bleibt die leise am häufigsten vertretene Haltung: Man müsse nicht zwischen zwei gleichermaßen schlechten Optionen wählen. Dass ein Protest gegen eine umstrittene Entscheidung in einen Aufmarsch von Gesten ausartet, hilft niemandem, der die politische Debatte gewinnen will.
Es gibt keinen Konsens und wahrscheinlich wird es ihn auch nicht geben. Vorhersagbar ist, dass die Szene recycelt wird: Dasselbe Bild dient sowohl der Diskreditierung der Versammlung als auch der Selbstbestätigung ihrer Anhänger, während die Festnahme ihren Gang geht und niemand sich die Mühe macht, herauszufinden, wer den Kiosk gemietet hatte.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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