Pentagon fordert Waffenstillstand im Ukraine-Krieg

Am 13. Mai forderte das Pentagon einen Waffenstillstand in der Ukraine, das erste Gespräch seit dem 18. Februar, mit dem Donbas als Schwerpunkt der Kämpfe.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Pentagon fordert Waffenstillstand im Ukraine-Krieg
Pentagon drängt auf Waffenstillstand während Debatte über Verlierer

Am 13. Mai telefonierte US-Verteidigungsminister Lloyd J. Austin III erstmals seit dem 18. Februar mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Schoigu. Er forderte einen sofortigen Waffenstillstand in der Ukraine und betonte die Wichtigkeit offener Kommunikationskanäle, wie das Pentagon bestätigte. Das Gespräch fand zweieinhalb Monate nach Beginn der Invasion statt, parallel zu einer bereits laufenden Änderung der russischen Strategie. Die sofortige Frage war nicht, was Austin sagte, sondern warum der Waffenlieferant eine Pause verlangt, nicht aber der Empfänger.

Die Begründung, unbequem für die offizielle Erzählung, lässt sich in einem Satz zusammenfassen, der kursierte: Es wäre das erste Mal in der Geschichte, dass die Kriegsgewinner einen Waffenstillstand von den Geschlagenen fordern. Wenn die russische Armee zerfiel, warum dann eine Pause anbieten? Die gegenteilige Lesart hat ebenfalls Gewicht: Eine Feuerpause ist dringend nötig, weil die Kosten an Menschenleben und Material die Pläne des Angreifers übersteigen. Ein festgefahrener Frontabschnitt wird nie durch ein Kommuniqué gelöst.

Sjewjerodonezk und die erwartete Einkesselung

Der militärische Fokus lag im Donbas. Nahe Sjewjerodonezk tobte die entscheidende Schlacht des Moments. Die vorherrschende These war die Einkesselung: Gelänge es den russischen Streitkräften, die Verteidigungslinie zu durchbrechen – Feldberichte deuteten darauf hin, dass ukrainische Einheiten sie nicht aufhalten konnten –, wären etwa 40.000 der besten Soldaten der ukrainischen Armee gefangen. Diese Einkesselung erklärt laut dieser Strömung die Eile Washingtons.

Gegen diese Version wiesen andere Stimmen darauf hin, dass der russische Vormarsch aus materiellen Gründen langsam sei, nicht wegen Unfähigkeit. Das Gelände begünstigt den Verteidiger und macht jeden Kilometer zu einem ruinösen Austausch. Dies wurde mit einem harten Bild beschrieben: Monate lang Stellungen brechen und das Feld wie Verdun zurücklassen. Die verbreiteteste Gegenlesart behauptete, die ukrainischen Befestigungen seien auf die ersten Dutzend Kilometer konzentriert; einmal überwunden, biete das Gelände weniger Deckung und die Lage könnte sich schnell drehen.

Die wirtschaftliche Front und kommende Rationierung

Die These, die an Boden gewann, lenkte den Blick weg von der Karte. Hier geht es wirklich um Wirtschaft. In Syrien fehlte der Wirtschaftsfaktor; hier ist er das Haupt-Schlachtfeld. Sowohl in den USA als auch in der Europäischen Union drohte eine Rezession, und die Idee kursierte, Brüssel bereite eine Energie-Rationierung vor. Das Argument war zweischneidig: Russen hätten keine solche Rationierung, könnten aber den Aufwand ohne Kosten nicht unbegrenzt tragen.

Die Zahlen zum Verschleiß der Kriegsführung zeigten in dieselbe Richtung. Eine Schätzung sprach damals von 60.000 getöteten Ukrainern; bei drei Verwundeten pro Totem ergaben sich 240.000 kampfunfähige Kräfte, fast das Äquivalent der gesamten regulären Armee. Daher die wiedereröffnete Rekrutierung, die Entsendung von Freiwilligen der Territorialverteidigung an die Front und eine immer weniger professionelle Truppenzusammensetzung. Auf der anderen Seite erinnerte man an den Ausgangspunkt: Russland schickte 125.000 Soldaten, die Hälfte dessen, was die Ukraine hatte, und musste auf 200.000 erhöhen, um das Gleichgewicht herzustellen.

Demografische Berechnungen, die nicht aufgehen

Bei Langzeit-Zahlen wird das Material literarischer als buchhalterisch. Man griff auf Daten zurück, wonach Stalin 20 Millionen Menschen tötete und weitere 27 Millionen im Krieg starben, Summen vor dem Holodomor. Die Schlussfolgerung des Darstellers war ironisch: Seltsam sei nur, dass die Russen noch nicht ausgestorben sind. Die russische Demografie steht seit Jahrzehnten im Zentrum anderer Debatten, dient hier aber als Hintergrund für die Diskussion der Nachhaltigkeit jeder langen militärischen Anstrengung.

Es gab auch Raum für Hin und Her darüber, wer mehr Widerstand leistet, zusammengefasst in einem Satz, der das Klima einfängt: Bald wird es keine Russen mehr geben, doch sie scheinen immer wiederaufzuerstehen. Die Ironie zielt auf denselben Punkt: Die Distanz zwischen Zusammenbruch-Prognosen und dem, was der Kalender Monat für Monat zeigte.

21 Monate später ging die Prognose nicht auf

Das Grundproblem ist, dass die Angelegenheit offen blieb und nie abgeschlossen wurde. Der Waffenstillstand, den das Pentagon jenen Mai forderte, kam nicht zustande, und die verstrichene Zeit machte viele scharfe Prognosen zu Archivmaterial. Ein kritischer Teilnehmer sammelte die verketteten Schlagzeilen – Selenskyj kapituliert, Ukraine kurz vor der Kapitulation, Niederlage liegt in der Luft – und stellte sie hintereinander, damit der Kontrast die Arbeit erledigte. Weder der oft angekündigte ukrainische Zusammenbruch noch der schnelle russische Sieg traten innerhalb der versprochenen Fristen ein.

Es ist aufschlussreich, wie sich solche Themen abnutzen. Die Seiten ändern ihre Meinung nicht; sie ändern ihren Zeithorizont. Als die Vorhersage, Kiew in 48 Stunden einzunehmen, nicht eintraf, verschob man sie zur nächsten Schlacht, dann zur übernächsten. Monate später ist die Frage, die Austin klären wollte, weiterhin ungelöst, und der exakte Punkt, an dem die Analyse ins Stocken gerät, ist dieser: Zwei unvereinbare Narrative können unbegrenzt aufrechterhalten werden, solange die Front sich kaum bewegt, und keiner fühlt sich verpflichtet, Rechenschaft abzulegen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (137 Antworten).

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