Online-Angebotsportale: Man zahlt für Kontakte, die oft gar nicht existieren

Handwerker zahlen zwischen 6 und 30 Euro für Anfragen, die oft nie reagieren. Das Geschäftsmodell der Online-Angebotsportale lässt die Rechnung immer beim selben landen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Online-Angebotsportale: Man zahlt für Kontakte, die oft gar nicht existieren
Online-Angebotsportale: Man zahlt für Kontakte, die manchmal gar nicht existieren

Plattformen, die versprechen, Privatpersonen mit Handwerkern aus der Renovierungsbranche zu verbinden, verkaufen seit Jahren ein Modell, das auf dem Papier aufzugehen scheint: Der Kunde fragt kostenlos an, der Handwerker zahlt für den Zugang zur Nachfrage. In der Praxis zahlt immer dieselbe Seite die Rechnung. Wer zwischen 6 und 30 Euro pro Anfrage ausgibt, bekommt oft eine Telefonnummer, die niemand abnimmt, eine E-Mail ohne Antwort oder eine Anfrage, die nur nach einer groben Preisspanne suchte. Das Geschäft funktioniert. Für den, der kassiert.

Was ein Angebotsportal ist und wie es abrechnet

Das Modell ist fast überall identisch: Der Privatperson stellt ihre Renovierung kostenlos ein, die Plattform verkauft sie an mehrere Unternehmen der Branche weiter, und jedes zahlt, um sie zu sehen. Zwischen 6 und 30 Euro pro Anfrage, je nach Fall, und dieselbe Anzeige kann an vier oder fünf Handwerker verkauft werden, was bis zu 150 Euro für eine einzige Anfrage einbringt. Keine Garantie, dass der Kontakt echt ist oder zu einem Auftrag führt.

Die Einnahmestruktur kombiniert Monatsgebühren von rund 5 Euro mit dem losen Kauf von Kundenkontakten. Ein Handwerker, der vier oder fünf Kontakte pro Monat à 7 Euro kauft, gibt rund 480 Euro pro Jahr allein dafür aus, an Namen und Telefonnummern zu kommen. Kein Vermögen, aber es wird im Voraus bezahlt und ohne Netz.

Der Kunde, der nur den Preis wissen wollte

Hier liegt der Riss im Geschäft. Ein großer Teil derer, die ein Angebot anfragen, hat zu diesem Zeitpunkt keine Absicht zu beauftragen: Sie wollen eine Orientierung, vergleichen, wissen, ob die Renovierung ins Budget passt. Eine unter Handwerkern kursierende Rechnung beziffert neun von zehn Anfragen als reines Preistasten. Das verbleibende Zehntel ist zudem meist das preissensibelste.

Manche halten dagegen: Ein seriöses Angebot erfordere einen Vor-Ort-Termin, die Diskussion über Materialien und die Klärung des Umfangs, wer also nur eine Preisspanne sucht, verliere nicht so viel Zeit. Der Einwand ist berechtigt. Das Problem ist, dass diese Zeit genauso bezahlt wird und die Plattform für einen Neugierigen dasselbe verlangt wie für einen zahlungsbereiten Kunden.

Der Fall eines Installateurs, der doch profitabel arbeitete

Nicht alles ist Nebel. Eine Privatperson beauftragte die Verlegung von Fertigparkett in einer 65-Quadratmeter-Wohnung und erhielt drei oder vier Angebote mit einer Spanne von 7 bis 12-13 Euro pro Quadratmeter. Sie entschied sich für das günstigste, ein Handwerker, der die Arbeit in zweieinhalb Tagen allein erledigte, für 500 Euro. Der Installateur gestand, dass er rund 300 Euro pro Monat für solche Portale ausgibt. Wenn er jeden Tag Arbeit hat, geht die Rechnung auf.

Das Problem ist: Das ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Damit das Modell funktioniert, muss man Volumen kaufen, schnell filtern und sich an keine Anzeige hängen. Wer diese Umschlagfähigkeit nicht hat, zahlt für heiße Luft.

Beschwerden, Rückerstattungen und doppelte Anzeigen

Die häufigsten Beschwerden zielen auf dasselbe: unerreichbare Kontakte, Anzeigen, die Monate später mit denselben Daten wieder auftauchen, Rückerstattungen, die zu spät kommen oder nie ankommen. Eine Plattform räumte gegenüber einem Handwerker ein, dass 46 % der gemeldeten Vorfälle berechtigt waren, und bot ihm zwei Optionen: gehen mit dem unverbrauchten Teil der Gebühr oder bleiben, ohne weitere Vorfälle melden zu dürfen. Das Detail ist nicht trivial: Wenn das System Geld zurückzahlt, gibt es zu, dass der Kontakt nichts wert war.

Demgegenüber haben manche Portale ihr Angebot auf eine garantierte Rückerstattung gebaut, wenn der Kunde nicht antwortet, und manche Handwerker schätzen das. Der Unterschied zwischen dem Bezahlen für einen Kontakt und dem Bezahlen für einen verifizierten Kontakt ist in der Praxis der ganze Unterschied.

Die Alternative, die es längst gibt und die kaum jemand nutzt

Das Argument, diese Plattformen ersparten Werbung, hat ein Loch: Lokale Sichtbarkeit lässt sich kostenlos aufbauen. Ein Unternehmensprofil bei Google, eine einfache Website mit Fotos von Arbeiten und ein Kontaktformular genügen, um organische Anfragen zu gewinnen. Die Opportunitätskosten des Unterlassens sind real, aber sie rechtfertigen es nicht, für zweifelhafte Kontakte zu zahlen.

Die Branche erfindet derweil weiter Varianten: Plattformen, die den Kontakt an nur ein Unternehmen verkaufen, andere, die den Kunden vorher anrufen, um ihn zu verifizieren, wieder andere, die einfach kostenlos sind und auf Volumen hoffen. Keine hat das eigentliche Problem gelöst. Die Privatperson will es gratis. Der Handwerker will Gewissheit. Und irgendjemand muss die Differenz bezahlen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (40 Antworten).

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