Olivenölpreise steigen rasant: Warum der Preis im Ursprungsländer explodiert
Vor wenigen Wochen kostete der Liter extra natives Olivenöl (EVOO) von Eigenmarken noch knapp über vier Euro. Jetzt steht derselbe Behälter in manchen Regalen für 7,70 Euro und in anderen für 8,50 Euro, mit Angeboten, die bei 12 Euro liegen. Wer vier Flaschen für 6,50 Euro kaufte, weil das Preisschild noch nicht aktualisiert war, fand am nächsten Tag dasselbe Öl im selben Supermarkt für 8,50 Euro. Das letzte günstige Element im Einkaufskorb ist weggefallen.
Die Preise bewegen sich zwischen acht und zwölf Euro pro Liter. Es scheint kein isolierter Ausreißer zu sein, sondern der Trend, den die Etiketten und die grenzüberschreitenden Preisvergleiche zeigen. Vergleiche in sozialen Medien deuten darauf hin, dass der hier für 8,59 Euro erhältliche Liter auf der anderen Seite der Pyrenäen für 6,29 Euro verkauft wird. Dasselbe Öl, zwei Preise, zwei Länder.
Warum sind die Olivenölpreise gestiegen?
Die häufigste Erklärung hat drei Säulen, keine davon ist angenehm. Die erste ist die Dürre: Seit 2015 erreichen die Kampagnen in Jaén und Córdoba nicht mehr das Niveau großer Ernten. Die zweite ist der Hagel im März und April, der die Blüten zerstörte. Die dritte ist der Export: Das Produkt wird im Ausland zu Preisen verkauft, die hier nicht erreicht werden.
Auf dieser Basis schätzen einige, dass die Produktion nur etwa ein Drittel des Normalen beträgt, während andere von der Hälfte oder einer fast vollständig verlorenen Ernte sprechen. Manche behaupten, dass letztes Jahr bereits der sogenannte Peak Olive Oil überschritten wurde – die Produktionsgrenze, von der es kein Zurück gibt. Weniger Frucht, mehr ausländische Nachfrage und keine Möglichkeit, schnell einen Ersatz zu improvisieren. Zudem hat die Türkei ihren Ölexport verboten, was eine der Einfallstoren schließt, die den Binnenmarkt entlasteten.
In diesem Szenario entspricht das, was ins Regal kommt, nicht immer dem, was das Etikett verspricht. In den Diskussionen wird eindringlich gewarnt, dass neben den Mono-Ursprungs-Verpackungen Mischungen mit importierten Ölen im selben Regal stehen und als extra nativ verkauft werden.
Spanien zahlt laut Vergleichen den höchsten Literpreis vor Frankreich
Das Gefälle zum Ausland ist der verwirrendste Faktor. Hier 8,59 Euro; in Frankreich 6,29 Euro, nach den in sozialen Netzwerken verbreiteten Vergleichen. In der Schweiz wurde EVOO sogar in Apotheken für 32 Euro pro Liter verkauft, eine Exzentrik eines reichen Landes, die zeigt, wie tief das Portemonnaie greifen muss. Die Vergleiche umfassen auch Australien — 5,64 Euro für eine Packung und 6,52 Euro für eine andere — und vervollständigen das Bild eines globalisierten Marktes.
Die ökonomischste Analyse antwortet, dass dies Lehrbuchwissen ist: Wenn der Liter an einen deutschen oder chinesischen Käufer für zwölf Euro verkauft werden kann, gibt es keinen Grund, ihn hier für fünf zu verkaufen. Das Produkt geht dorthin, wo die Metropole ist, und der lokale Verbraucher schaut nur ins Regal. Dies ist das klassische Muster von Exportwirtschaften, mit der Besonderheit, dass es innerhalb der Europäischen Union stattfindet. Einige erinnern zudem daran, dass die Löhne in der Landwirtschaft in Jaén weit unter dem Durchschnitt liegen, sodass der Anstieg nicht durch Arbeitskosten erklärt werden kann.
Lohnt sich der Kauf direkt bei einer Kooperative?
Der am meisten empfohlene Weg ist der Direktverkauf. Es gibt Produzenten, die fünf Liter EVOO für 25 Euro anbieten, ohne Zwischenhändler, mit Lieferung ab einem bestimmten Betrag und der Möglichkeit, die neue Ernte im Oktober oder November zu kaufen. Die Ersparnis hängt vom Volumen ab: Für eine dreiköpfige Familie decken 25 bis 30 Liter das ganze Jahr ab.
Die Kooperative ist kein Wundermittel. Wer eine in der Nähe von Madrid sucht, stellt fest, dass der Endpreis identisch mit dem im Supermarkt ist, ohne den theoretischen Rabatt durch den Wegfall des Zwischenhändlers. Die Skaleneffekte dominieren: Eine kleine Kooperative kann bei den Logistikkosten nicht mit großen Ketten konkurrieren. Sparen erfordert den Kauf direkt beim Erzeuger, in großen Mengen und zum richtigen Zeitpunkt im Kalender.
Die Berechnung, die die wahre Größe des Olivenanbaus zeigt
Es lohnt sich, einen Blick auf einen durchschnittlichen Betrieb zu werfen. Ein Teilnehmer berechnet, dass eine Ernte von 2.000 kg Oliven mit den üblichen Ausbeuten etwa 400 Liter EVOO ergibt und zusammen mit Tresteröl rund 800 Liter. Diese Aufschlüsselung — Ausbeute, Gesamtliter und Haushalte, die damit ein Jahr versorgt werden könnten — liefert eine Zahl, die überraschend klein ist.
Die Paradoxie besteht darin, dass auch der Landwirt nicht reich wird. Wie bei Kakao erzielt der Rohstoffproduzent nicht die Gewinnmarge. Der Produzent verkauft seine Oliven zum Preis der Kooperative — manchmal unter dem Industriepreis — und sieht, wie sich der Literpreis später multipliziert, wenn er verpackt ins Regal kommt.
Boykott, Sonnenblumenöl und Alternativen zu Olivenöl
Der Ärger führt zu verschiedenen Reaktionen. Eine ist der reine Boykott: Wenn niemand kauft, reguliert sich der Markt selbst. Eine andere ist der Ersatz, denn einige behaupten, dass Sonnenblumenöl trotz des andauernden Ukraine-Krieges günstiger geworden ist, was das Argument widerlegt, dass alles wegen des Konflikts teurer wird. Eine dritte, radikalere Option schlägt vor, Fette zum Braten ganz wegzulassen: Grillen und mit Essig und Salz würzen. Die Empfehlung, Frittiertes zur Ausnahme zu machen, findet so einen unerwarteten wirtschaftlichen Anreiz.
Die Prognosen laden nicht zum Optimismus ein. Wenn die Ernte bei einem Drittel liegt und die ausländische Nachfrage die Preise weiter treibt, wird der Literpreis weiter steigen und es muss importiert werden, um die Binnennachfrage zu decken. Laut Feldarbeitern tragen die Olivenbäume in einigen Gebieten gute Lasten; andere Stimmen sprechen von Totalverlust und gebrochenen Ästen. Die Uneinigkeit wird erst gelöst sein, wenn die Früchte in die Mühle kommen.
Der Punkt, an dem die Berechnung feststeckt
Jeder hat eine Erklärung für den Anstieg, aber keine passt vollständig zur nächsten. Dürre, Export, Zwischenhändler und sogar eine politische Agenda, die einige ohne weitere Details beschwören. Währenddessen hängt der Literpreis weiterhin an einer Variable, die niemand kontrolliert: ob es regnet. Bis dahin hat, wer Flaschen der vorherigen Ernte zu Hause hat, eher eine Wertanlage als ein Lebensmittel.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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