Olivares und Godoy: zwei Günstlinge, ein erschöpftes Weltreich

Die Union de Armas von 1626 sollte die Kosten des Imperiums verteilen: Katalonien zahlte keinen Cent, während Kastilien die Zeche allein bezahlte

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Olivares und Godoy: zwei Günstlinge, ein erschöpftes Weltreich
Olivares war kein Versager: Er scheiterte an einem Imperium, das nicht mehr zahlen konnte

War der Conde-Duque de Olivares der Günstling (valido), der dem Imperium die halbe Welt in Brand steckte, oder der letzte Staatsmann, der das Problem erkannte, bevor es explodierte? Diese Frage beschäftigt derzeit die Geschichtsfreunde anlässlich eines unbequemen Vergleichs: War der allmächtige Minister Philipps IV. genauso unfähig wie Manuel Godoy, der Extremadurer, der Napoleons Kommen kommen sah, als dieser längst im Salon saß? Die Antwort hängt, wie so oft, davon ab, wem man die Schuld für ein ausgeblutetes Kastilien zuschreibt.

Auf dem Tisch liegt jedenfalls die Diagnose. Die Union de Armas, beschlossen 1626, zielte genau darauf ab, die Kosten des Imperiums auf alle Königreiche zu verteilen und nicht nur auf den kastilischen Steuerzahler. Katalonien lehnte in den Cortes von Barcelona ab und zahlte keinen einzigen Real. Valencia und Aragón leisteten widerwillig etwas. Wer die Zeche bezahlte, während die anderen sich zurückzogen, war immer derselbe.

Warum scheiterte die Union de Armas?

Denn Olivares' Reformprogramm war kein Paar Verwaltungsdekrete. Es ging an das Geld und die Macht des kastilischen Adels, der weder das eine noch das andere hergeben wollte. Er selbst fasste es in einen Satz zusammen, der bis zum Überdruss zitiert wird: faltan cabezas – es fehlen Köpfe. Die polisinodiale Maschinerie der Habsburger – sich überlappende, veraltete und teure Räte – hatte nur funktioniert, weil Philipp II. ein geborener Workaholic war, nicht weil das System viel taugte.

Und da liegt der Knoten: Er wollte die Reform mit der Pistole auf dem Tisch durchsetzen. Aus einem Verteilungsproblem machte er einen Souveränitätskonflikt, und die Königreiche, die schon widerwillig zahlten, fanden im Krieg mit Frankreich die perfekte Ausrede, sich zu widersetzen.

War Olivares ein genialer Visionär oder eine öffentliche Gefahr?

Das hängt davon ab, wen man fragt. Manche halten ihn für einen der wenigen Staatsmänner, die dieses Land hervorgebracht hat – einer, der vierzig Jahre vor allen anderen erkannte, dass Kastilien die Hegemonie in einem Europa, in dem Holland eine Großmacht war und Frankreich sich wieder aufrappelte, nicht mehr allein tragen konnte. Andere betonen, seine Reformen lagen 50 oder 60 Jahre vor ihrer Zeit: Agrar- und Steuerreform, Abbau feudaler Privilegien und weniger Korruption am Hof.

Auf der anderen Seite wiegt ein unbequemeres Argument: Er nutzte den Krieg, um über die Gesetze hinwegzugehen und den König noch tiefer in die Taschen derer greifen zu lassen, die zahlen konnten – und machte Katalonien zum Schlachtfeld. Die vollständige Rechnung, mit dem Beitrag jedes Königreichs, ergibt ein Bild, das allen wehtut.

Godoy, die Pantaletanza und das Imperium, das hätte sein können

Über Godoy wird mit demselben doppelten Maßstab geurteilt. Für die schwarze Legende ein Dieb und Frauenheld – aber er war der Einzige, der die napoleonische Katastrophe kommen sah und plante, die Königsfamilie über den großen Teich in Sicherheit zu bringen. Und hier taucht der Präzedenzfall auf, den kaum jemand beachtet: Der portugiesische Hof floh im November 1807 nach Brasilien, kam im März 1808 in Rio an, und das lusomerikanische Imperium blieb geeint. Die Unabhängigkeit kam zwar 1822, aber als Kaiserreich Brasilien unter Pedro I., dem Sohn des Königs. Nichts mit der Zersplitterung Hispanoamerikas zu vergleichen.

Die Vellón-Abwertung: der Feind, den niemand beim Namen nannte

Abgesehen von den großen nationalen Erzählungen gibt es einen weniger heldenhaften, aber vernichtenderen Faktor: Pestepidemien, die stagnierende Bevölkerung Kastiliens und eine erratische Geldpolitik. Die Abwertung des Vellón (Kupfermünze) war ein verheerender Fehler. Ihn nicht rechtzeitig zu korrigieren, das Tüpfelchen auf dem i. Es bringt wenig, darüber zu streiten, ob der Kapitän gut war, während das Schiff an allen Nähten Wasser lief.

Zwei Jahrhunderte später streiten wir immer noch, ob das Problem Olivares oder das Imperium war. Beruhigt euch: Es war das Imperium.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (44 Antworten).

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