Alfons XIII.: Der Fehler von 1923, der ihn die Krone kostete

Alfons XIII. fiel nicht wegen Kommunalwahlen: 1923 billigte er den Putsch Primo de Riveras und löste die Parteien auf, die die Monarchie trugen

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Alfons XIII.: Der Fehler von 1923, der ihn die Krone kostete
Er ging, ohne Wahlen verloren zu haben: die Unterstützer, die Alfons XIII. verbrannte

Die Berichte über das Ausscheiden Alfons XIII. stimmen in einem unbequemen Detail überein: Er reiste nachts und, den am häufigsten erzählten Versionen zufolge, allein, und ließ die Königin und die Kinder im Palast zurück. Er wählte das Schiff statt des Weges über Frankreich, weil er der Marine mehr vertraute. Die offizielle Erklärung reduziert alles auf Kommunalwahlen. Das Problem: Ein König dankt nicht wegen eines schlechten lokalen Wahlergebnisses ab; er geht, wenn niemand mehr bereit ist, ihn zu verteidigen. Und genau das war geschehen.

Die ermordeten Ministerpräsidenten, die seine Herrschaft prägten

Um das Klima zu verstehen, in dem sich die Monarchie bewegte, genügt eine Liste:

  • Prim, Ministerpräsident, ermordet 1870.
  • Cánovas, Regierungschef, ermordet 1897.
  • Canalejas, 1912, ebenfalls als Regierungschef.
  • Eduardo Dato, 1921, im selben Amt.

Auf Alfons XII. gab es Attentate 1878 und 1879; auf Alfons XIII. ein schweres 1906. Wer diese Folge betrachtet, versteht, dass ein Bourbon jener Zeit den Gedanken verinnerlicht hatte, dass man das Amt mit dem Leben bezahlen konnte.

Der Fehler von 1923: Maura warnte, doch der König hörte nicht auf ihn

Als Primo de Rivera 1923 den Putsch verübte, billigte ihn Alfons XIII. Antonio Maura hatte ihm genau das Gegenteil geraten: sich nicht zu engagieren und keinen Militärputsch offen zu unterstützen. Die Folge war die Liquidierung der politischen Stützen der Krone. Die Konservative und die Liberale Partei hörten auf zu existieren, und mit ihnen verloren ihre Führer die Fähigkeit, Sitze, Ministerien, Staatssekretärsposten und Bürgermeisterämter zu verteilen. Ohne Patronage keine Klientel; ohne Klientel hat ein König kein Netz, das ihn trägt. Maura brachte es früher als alle andere auf den Punkt: „Dieser Mann (Primo) ist verrückt. Das ist das Ende der Monarchie; eine Republik wird kommen; dann das Chaos; und danach, klar, das Militär.“

Ging er aus physischer Angst oder weil niemand mehr zu ihm stand?

Wahrscheinlich aus beidem. Berenguer soll ihm zu verstehen gegeben haben, dass seine körperliche Sicherheit nicht gewährleistet war, und wenig später machte er die Koffer. Königin Victoria Eugenie war eine Enkelin der englischen Königin Victoria und Cousine der Zarin Alexandra, die 1917 mit der russischen Kaiserfamilie hingerichtet wurde. Wer diese Szene vor Augen hat, braucht nicht viel Fantasie, um eine gewisse Eile zu verstehen. Zudem kursiert eine Verschwörungstheorie über eine maurische Verschwörung, die über sein Schicksal entschieden haben soll: Sie stammt aus einem Buch von 1965, verfasst von einem ehemaligen Polizeikommissar, und hat keine weitere dokumentarische Grundlage als diese Quelle.

Telefónica, CAMPSA und der Zolltarif: die wirtschaftliche Bilanz der Diktatur

Hier spaltet sich die Erzählung. Auf der einen Seite die Compañía Telefónica Nacional de España, 1924 mit dem amerikanischen ITT gegründet, dazu CAMPSA, Iberia, Renfe und Transmediterránea, in einem Rahmen von Staatsinterventionismus und Protektionismus, der die goldenen Zwanziger nutzte. Auf der anderen Seite der Zolltarif, der Millionen Spanier in Elend gehalten haben soll, mit der katalanischen Textilindustrie, die auf Kosten von Kastilien und León sowie Galizien geschützt wurde. Und die Korruption der Einheitspartei: Es gibt zeitgenössische Beschreibungen von Zwischenhändlern der Unión Patriótica, die ihre Stellung nutzten, um Sinekuren und Aufträge zu erhalten.

Alfons XIII. hinterließ keine geordnete Übergabe der Macht an ein republikanisches Regime. Er ging, einfach so. Und was er zurückließ, war laut einem familiären Zeugnis eines Mannes, der in jenen Tagen in Cartagena seinen Wehrdienst leistete, eine Ladung, deren Verladung Tage dauerte. Auf die Krone verzichtete er; auf die Wertsachen deutlich weniger.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (82 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver