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Oktober 1934: Die Revolution, die Spaniens Geschichtspolitik ausblendet
Debatte darüber, warum 1934 weniger Aufmerksamkeit erhält als 1936: der revolutionäre Streik von UGT und PSOE in Spanien, Estat Català und das Argument der Notwehr.
Oktober 1934: Der Aufstand, den die Geschichtspolitik nicht gedenkt
Eine Regierung mit Beteiligung der CEDA, revolutionäre Beschlüsse, die vom PSOE gebilligt wurden, und ein Generalstreik, der in Asturien und Katalonien aufflammte. Das ist der Ausgangspunkt einer Streitfrage, die seit Jahren schwelt: Warum widmet die öffentliche Erzählung dem Militäraufstand vom Juli 1936 Tausende Seiten, dem Versuch, die Republik zwei Jahre zuvor mit Waffengewalt zu stürzen, aber kaum eine Fußnote? Die Frage ist nicht harmlos. Dahinter steht ein Kampf um den Kalender der Schuld.
Was geschah im Oktober 1934
Auslöser war der Eintritt der CEDA in die Regierung. Die Antwort war ein revolutionärer Streik, ausgerufen von UGT und PSOE, während die Generalitat Kataloniens unter der Präsidentschaft von Lluís Companys den Estat Català proklamierte. In Asturien war der Aufstand bewaffnet und örtlich konzentriert; im übrigen Land gab es Demonstrationen und Arbeitsniederlegungen, die entweder im Sande verliefen oder zerschlagen wurden. Manche halten den Vergleich mit 1936 für unredlich: Ein landesweiter Militärputsch gegen eine legitime Regierung lässt sich nicht mit demselben Maß messen wie ein revolutionärer Streik. Andere entgegnen, die Absicht, die Regierung zu stürzen, stehe schwarz auf weiß in den vom PSOE gebilligten Beschlüssen, und der revolutionäre Fahrplan sei kein Gerücht gewesen.
Das Notwehr-Argument
Die unbequemste These der Debatte ist die, die den Beginn der Gewalt vor Juli 1936 ansiedelt. Manche behaupten, mehrere hundert Führer der Rechten seien zwischen Februar und dem Militäraufstand ermordet worden, teils mit Unterstützung der Regierung, teils direkt durch die Sturmgarde. Stimmte das, hätte die Rechte in Notwehr gehandelt. Es ist eine Behauptung, die mit groben Zahlen um sich geworfen wird, ohne dass Belege vorgelegt würden, und man sollte sie behandeln, was sie ist: eine parteiische Hypothese, die dokumentarische Überprüfung verlangt, bevor sie zur Erzählung wird.
Der Wahlbetrug von 1936 und andere Gespenster
Auch der Verdacht eines Wahlbetrugs bei den Wahlen von 1936 taucht auf, mit dem Argument, die Rechte hätte an der Urne gewonnen. Es ist das fehlende Teil, das den Kreis schließen würde: Kam die Volksfront durch Betrug an die Macht, ändert alles, was danach kam, seine Farbe. Die Diskussion wird ergänzt durch den Putsch Sanjurjos vom 10. August 1932, an den sich kaum jemand erinnert, und durch das Argument, die Republik sei nie in einem Referendum bestätigt worden. Das sind Munition für denselben Graben: die Legitimität des Regimes von 1931.
Das Geschichtsgesetz als Schlachtfeld
Das Hintergrundrauschen ist legislativ. Manche fordern, Spaniens Gesetz zum historischen Gedächtnis bis 1934 zurückzudatieren und die Parteien zu verbieten, die am bewaffneten Aufstand gegen die Republik beteiligt waren. Die Symmetrie wird dann zum zentralen Argument: Verurteilt man einen Putsch, müssen alle verurteilt werden. Der Einwand lautet, dass nicht alle Gewalten gleichwertig sind und dass es bedeutet, die Karte mit dem Gelände zu verwechseln, wenn man Parallelen zwischen einem revolutionären Umsturzversuch und einem Militärputsch zieht, der drei Jahre Krieg eröffnete.
Die Frage, die in der Luft bleibt, ist nicht historischer, sondern politischer Natur: Wer kontrolliert den Kalender der Gedenktage? Und dieser Kalender hat vorerst nur ein einziges unterstrichenes Datum.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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