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Das 'Charo-Zertifikat': Männer benutzen und laufen lassen
Das 'Charo-Zertifikat' popularisiert die Theorie, Männer zu benutzen und laufen zu lassen: wer gewinnt und wer am Partnermarkt als benutzt zurückbleibt
Das 'Charo-Zertifikat' und die Theorie, Männer zu benutzen
Eine ältere Frau, mit der Autorität, die die Zeit mit sich bringt, verrät das Rezept: Männer benutzt man und lässt sie dann laufen. Die Szene, die als Gründungsbeispiel für das kursiert, was in der Internetsprache als 'Charo-Zertifikat' getauft wurde, fasst eine Theorie über Paarbeziehungen zusammen, die schließlich zu Diskussionsmaterial in der Ökonomie geworden ist: wer wen benutzt, wer die Zeit investiert und wer den Gewinn einstreicht. Der Rat ist nicht neu. Neu ist, dass er ohne Scham formuliert wird und Anklang findet.
Das Etikett 'Charo' fungiert hier als grob gezimmerte soziologische Kategorie: die Frau, die dieser Lesart zufolge gelernt hat, das soziale und ökonomische Kapital des Partners auszupressen, bevor sie ihn aussortiert. Das Material, das die Debatte speist, liefert keine Zahlen oder Studien, nur die Feststellung, dass sich der Archetyp verfestigt hat und dass ihn die einen feiern und die anderen verabscheuen – je zur Hälfte.
Von der 'Maruja' zur 'Charo': wie der Archetyp entstand
Das Gespräch zeichnet eine Genealogie. Früher gab es die 'Maruja', eine häusliche Figur ohne Ansprüche. Die 'Charo' wäre ihre räuberische Weiterentwicklung: diejenige, die verinnerlicht hat, dass der Partnermarkt ein Markt ist und dass das Geschäft mit Vorteil abgeschlossen werden kann. Manche behaupten, dieser Sprung habe zwei Welten kristallisiert und einen Zeitalterwechsel eingeleitet; die Übertreibung ist beabsichtigt, aber die Grunddiagnose – dass die Erzählung über Beziehungen ökonomisiert wurde – ist es nicht ganz.
Als Handbuch gelesen, ist der Rat eine Theorie der gegenseitigen Benutzung: Frauen, so das Argument, denken nicht wie ein Mann, denn ihre Kalkulation ist nicht Sens, sondern Haus, Job, Lernzettel. Der Mann, der sich für den Jäger hält, wäre in Wahrheit das Werkzeug. Die Ironie: Dieselbe Logik, die man anprangert – den anderen als Ressource zu behandeln –, wird als Methode vorgeschlagen.
Der Gegenangriff: das Taschentuch und die doppelte Messlatte
Die schärfste Antwort kommt von der Seite der Gegenseitigkeit. Wenn der Rat lautet, zu benutzen und laufen zu lassen, ist der Einwand sofort zur Hand: Benutzt wird am Ende der, der der Geschichte Glauben schenkte. Das Bild des Taschentuchs – die Frau, die sich frei wähnt und am Ende das Wegwerftuch eines anderen ist – schlägt mit derselben Derbheit zurück.
Dazu kommt der Vorwurf des geografischen doppelten Standards: Sich in einem Land an der Notlage anderer zu bereichern heißt Missbrauch; es in einem anderen zu tun, heißt Mut und Komplexlosigkeit. Die Inkonsistenz, so heißt es, liege nicht beim Ziel, sondern bei denen, die den Finger erheben. Und in der Luft hängt der Verdacht, dass der Rat nur funktioniert, wenn der andere anbeißt.
Warum dieser Rat ein Publikum findet
Das Echo der Botschaft erklärt sich nicht durch ihre Neuheit, sondern durch ihren erzählerischen Nutzen. Sie bietet denen, die sich am Partnermarkt betrogen fühlen, eine einfache Erklärung: Es war kein Pech, es war eine Methode. Und sie bietet denen, die sie anwenden, ein Alibi: Es ist keine Kälte, es ist Strategie. In beiden Fällen erspart man sich die Arbeit, die eigenen Bilanzen zu prüfen.
Das Gespräch driftet ab in politisches Terrain, wie vorhersehbar: Manche machen den kulturellen Rahmen dafür verantwortlich, dass Männer zu leichten Zielen geworden sind, andere erinnern daran, dass Verallgemeinerungen über eine Gruppe der Kurzschluss sind, der nie etwas erklärt. Die Anekdote ist am Ende immer dieselbe: ein markanter Satz, der bestätigt, was jeder schon vorher dachte.
Die verstörende Erkenntnis steckt nicht im Rat, sondern in seiner Aufnahme: Die Theorie der gegenseitigen Benutzung ist so populär geworden, dass sie nicht mehr zwischen Anklage und Gebrauchsanweisung unterscheidet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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