Öffentlicher Dienst in Spanien wächst seit Pandemie um 10,5 Prozent

EPA-Daten von 2024 zeigen 3,59 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Sektor Spaniens, ein Anstieg von 10,5 Prozent gegenüber dem Vorkrisenniveau.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Öffentlicher Dienst in Spanien wächst seit Pandemie um 10,5 Prozent
Öffentlicher Dienst in Spanien wächst seit Pandemie um 10,5 Prozent

In Foren wird über die Größe des öffentlichen Sektors und das Fehlen guter Alternativen in der Privatwirtschaft diskutiert. Laut den im Thread zitierten EPA-Daten (Encuesta de Población Activa) für 2024 hat Spanien 3,59 Millionen öffentliche Bedienstete, was einem Plus von 10,5 Prozent seit vor der Pandemie und 21,5 Prozent innerhalb von zwei Jahrzehnten entspricht. Im zweiten Quartal 2024 überschritt die Zahl der Erwerbstätigen in Spanien 21,6 Millionen. Einige Teilnehmer argumentieren, dass die Privatwirtschaft prekäre Verträge, unbezahlte Überstunden und Löhne bietet, die die Inflation nicht ausgleichen, weshalb viele Arbeitnehmer den öffentlichen Dienst suchen.

Der Rückzugsort öffentlicher Dienst: 3,59 Millionen und steigend

Diese Zahl ist keine Anekdote. Nach den neuesten im Diskurs genannten Daten ist der öffentliche Dienst seit 2019 um 10,5 Prozent gewachsen und in zwanzig Jahren um 21,5 Prozent. Im zweiten Quartal 2024 lag die Gesamtbeschäftigung in Spanien bei über 21,6 Millionen. Manche behaupten, die Gastronomie leide darunter und Kellner wechselten, wenn möglich, in die Verwaltung. Es sei kein Trend, sondern eine Flucht, sagen sie.

Andere sehen das Problem nicht in der Anzahl der Beamten, sondern darin, dass es an Unternehmen fehlt, die etwas Mindestens Anständiges bieten. Die Klagen sind wiederkehrend: unbezahlte Überstunden, minimal besetzte Teams, Ingenieure, die Böden wischen müssen, und Kunden, die immer recht haben. In diesem Kontext sehen einige die öffentliche Ausschreibung als einzigen Ort, wo sich Mühe lohnt. Oder zumindest dort, wo das Gehalt am Monatsende reicht.

Wie viele Beamte gibt es wirklich in Spanien?

Die Verwirrung ist groß. Manche sprechen von 1,6 Millionen festangestellten Beamten, andere erhöhen die Zahl auf 3,4 Millionen, wenn man Tarifbeschäftigte, befristete Kräfte und Personal von Staatsunternehmen hinzuzählt. Ein Teilnehmer zufolge führt die Agencia Tributaria (Steuerbehörde) Daten mit 3,4 Millionen Arbeitnehmern im öffentlichen Sektor, einschließlich jener bei Correos, ADIF, AENA, EFE, RTVE, Indra oder Tragsa. Die tatsächliche Zahl hängt also davon ab, wie man „Beamter“ definiert. Und hier beginnt laut einigen das Spiel mit falschen Zahlen.

Klar ist, dass der öffentliche Sektor nicht mehr nur Ärzte und Lehrer umfasst. Dazu gehören auch Verwaltungsangestellte für Festivals, Gleichstellungsberater und Sportkoordinatoren. Es gibt zu viele Universitäten, zu viele Politiker und Tausende überflüssige Verwaltungsangestellte, urteilt ein Teilnehmer. Die Frage ist, ob diese Struktur tragfähig ist oder ob wir, wie andere sagen, vor einer fiskalischen Zeitbombe stehen.

Die Kultur der Leistung lässt nach

Die Diagnose wiederholt sich unter Teilnehmern: Bildung ist zur Formalie geworden. Kinder rücken trotz fünf nicht bestandener Fächer auf, um Traumata zu vermeiden, heißt es. Hochschulabschlüsse werden in vier Jahren vergeben, ohne Abschlussarbeit, mit indoktrinierenden Fächern und Stundenplänen, die zum Feiern einladen, so die Kritik. Das Ergebnis sei eine Generation, die auf den Arbeitsmarkt kommt, ohne Grundwissen, aber überzeugt, vom ersten Tag an einen gut bezahlten Job zu verdienen.

Unternehmen stehen derweil vor der Wahl, Lehrlinge jahrelang auszubilden oder zu schließen. Lehrlingsausbildung erfordert Hingabe und Zeit, erinnert ein Veteran. Aber niemand will diese Kosten tragen, fügt er hinzu. Das Ergebnis sei ein Teufelskreis: Unternehmen bilden nicht aus, junge Leute finden keine Arbeit und der Staat wird zum letzten Arbeitgeber. Nicht immer der beste.

Der öffentliche Sektor als einziger Wirtschaftsmotor

Einige beschreiben die spanische Wirtschaft als human centipede: Einige leben von anderen, alle vom Staat. Der öffentliche Sektor sei der einzige, der kräftig wächst, behaupten sie. Staatsunternehmen, auch wenn sie unrentabel sind, schütten Dividenden aus und verteilen Posten an Parteimitglieder, so die Vorwürfe. Selbstständige sehen ihre Beiträge steigen, um Leistungen zu finanzieren, die sie nie nutzen werden, klagen sie. Die Beitragserhöhung dient nicht direkt den Belangen der Selbstständigen, kritisieren Branchenvertreter. Der Staat behält das Geld und verteilt es nach Gutdünken, fügen sie hinzu.

Die im Raum stehende Frage lautet: Wer produziert eigentlich noch in diesem Land? Paco der Klempner? Der Kellner, den es kaum noch gibt? Die unbequeme Antwort für manche ist: Immer weniger Menschen. Währenddessen wächst der staatliche Leviathan weiter, so die Beobachtung. Ich hoffe nur, dass Katalanen und Basken bis dahin gegangen sind, scherzt ein Kommentator. Der Witz ist wenig komisch.



Die Debatte ist nicht abgeschlossen. Einige fordern, den Staat auf ein Minimum zu reduzieren und die Gehälter der Beamten um 25 Prozent zu senken, um sie an die Privatwirtschaft anzupassen. Andere erinnern daran, dass Beamte zumindest eine Prüfung bestanden haben. Dazwischen stehen Millionen Arbeitnehmer, die jeden Morgen aufstehen, ohne zu wissen, ob ihr Unternehmen nächsten Monat noch existiert. Spanien ist laut einigen nicht mehr das Land der Kellner. Jetzt ist es das Land der Beamten. Und dessen, was kommt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (142 Antworten).

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