Nu Skin: das MLM mit dem Versprechen passiven Einkommens

Nu Skin verspricht passives Einkommen und finanzielle Freiheit. Das Vergütungsmodell belohnt vor allem die Werbung neuer Mitglieder, nicht den Verkauf. Eine Analyse des Network-Marketings.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Nu Skin: das MLM mit dem Versprechen passiven Einkommens
Nu Skin: finanzielle Unabhängigkeit durch das Anwerben von Bekannten

Das Angebot kommt mit einem immer gleichen Drehbuch: Hightech, volle Expansion, passives Einkommen und sein eigener Chef sein. Eine Bekannte hat es der Schwester eines Lesers angeboten, und dieser brachte das Thema in einem Gründerforum auf. Das Ergebnis ist ein Gruppenporträt davon, wie Network-Marketing funktioniert: ein Geschäft, das vom Produktverkauf lebt und vor allem davon, Leute anzuwerben. Die eigentliche Frage ist nicht, ob Nu Skin existiert —das tut es—, sondern ob das Modell denjenigen belohnt, der verkauft, oder denjenigen, der anwirbt.

Was ist Nu Skin und warum weckt es so viel Misstrauen

Nu Skin präsentiert sich als Kosmetik- und Geräteunternehmen mit ageLoc-Technologie, einem Mikrostromgerät, das laut Verkaufsargument Falten sofort beseitigt. Das Angebot kommt bis nach Hause, mit Verkaufssets von einer Maschine und einer Creme bis hin zu Komplettpaketen für Schönheitssalons. Der Köder funktioniert: Das Ergebnis ist sofort sichtbar und überzeugt die Stammkundschaft. Die Zweifel kommen später, wenn man merkt, dass das Geschäft nicht von der Creme abhängt, sondern vom Netzwerk.

Die Struktur ist die klassische des Network-Marketings: Jedes neue Mitglied zahlt eine Einstiegsgebühr und verdient von da an Provisionen an den eigenen Verkäufen und an denen der Leute, die unter einem stehen. Das versprochene passive Einkommen ist in Wirklichkeit ein Prozentsatz der Verkäufe anderer. Wer oben einsteigt, verdient an denen, die später kommen. Das ist für sich genommen nicht illegal, erklärt aber, warum das Gespräch sich aufs Anwerben konzentriert statt aufs Erklären des Produkts.

Das Argument, das immer wieder kommt: Wäre das Produkt gut, würde man nicht an die Haustür kommen

In der Diskussion fällt ein einfacher Test, dem mehrere zustimmen: Ein ehrliches Geschäft verbringt fast die ganze Zeit damit, das Produkt und die Margen zu erklären, nicht über Manager und Systeme zu reden. Wenn das Gespräch voller „volle Expansion“, „Spitzentechnologie“ und „finanzielle Freiheit“ steckt, wird das Produkt zur Ausrede. Die logische Folge: Das eigentliche Geschäft ist nicht die Creme, sondern das Netzwerk.

Manche gehen weiter und nennen es direkt ein Schneeballsystem. Andere relativieren: Nicht jedes Network-Marketing ist betrügerisch, aber das Vergütungsmodell drängt zum Anwerben. Die Grenze zwischen legalem Geschäft und Schneeballsystem ist in der Praxis verschwommen, und die Behörden haben bei ähnlichen Fällen lange gezögert, etwa bei Forum Filatélico (ein spanischer Anlagebetrug mit Briefmarken).

Das Profil der Einsteiger und das Profil derjenigen, die verdienen

Das Ergebnis hängt stark von sozialen Fähigkeiten und dem Kontaktnetzwerk ab. Wer Freunde, Bekannte und Führungsqualitäten hat, kann Geld verdienen; wer nicht, bleibt mit dem Set und dem Gefühl zurück, für nichts bezahlt zu haben. Die Scheiternenden sind meist diejenigen, die später „Betrug“ rufen, während die Erfolgreichen das System verteidigen. Es ist kein automatischer Betrug, aber auch nicht das Wundermittel, als das es angepriesen wird.

Die Erfahrung anderer ist die beste Warnung: Ein Bekannter war bei rund zwanzig Network-Marketing-Firmen und ist am Ende rausgeflogen. Ein anderer versuchte, die ganze Familie anzuwerben. Das Muster wiederholt sich: Das Geschäft ruht auf dem Kreis der Liebsten, und wenn dieser Kreis erschöpft ist, geht das Geschäft mit ihm unter.

Was die verfügbaren Belege über Nu Skin sagen

Die Suche nach negativen Informationen über Nu Skin liefert wenige Artikel mit soliden Argumenten, und viele der gefundenen sind Werbematerial des Unternehmens selbst. Das beweist nichts: Es zeigt nur, dass das Marketing der Firma das Netz flutet. Die geteilten Videos —eines von Discovery Channel über die ageLoc-Technologie— stärken das wissenschaftliche Image, ohne das Geschäftsmodell anzufassen.

Die Schlussfolgerung, die immer gilt: Steck kein Geld in ein Geschäft, das du nicht verstehst. Der Satz stammt von Warren Buffett und hat hier seine Berechtigung. Wenn jemand das Versprechen finanzieller Unabhängigkeit braucht, um Cremes zu verkaufen, liegt das Problem nicht an der Creme.



Wie viele derjenigen, die beim Network-Marketing einsteigen, verdienen am Ende Geld, und wie viele holen nur den Preis des Sets wieder raus? Die Antwort steht bis heute nicht in den Broschüren.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (28 Antworten).

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