Das Kurbelradio, das für 34 Euro 30 Stunden verspricht
Lohnt sich ein Kurbelradio für 34 Euro? Diese Frage stellte jemand, der es gerade gekauft hatte und nicht verstand, warum nicht längst jeder eines besitzt: 240 Gramm, 16 Zentimeter lang, austauschbarer Standard-18650-Akku mit 5000 mAh, Laden per Dynamo, Solarpanel oder USB-C, 30 Stunden Radio im Dauerbetrieb, 7W-Stereolautsprecher, Bluetooth 5.0, Taschenlampe mit Notfallmodi, SOS-Sirene, analoger Kompass und microSD-Lesegerät. All das zum Preis eines Abendessens für zwei.
Die Antwort war eine Mauer. „Noch so ein nutzloser Kram“, urteilte einer. „Das typische Gerät mit hunderttausend Funktionen, das nach zwei Tagen kaputtgeht“, ergänzte ein anderer, der zugibt, noch nie auf einen Plastik-Kurbellader gestoßen zu sein, der fünfzehn Minuten am Stück durchhält, ohne dass die Zahnräder brechen. Chinesischer Schrott, vollendete ein Dritter. Der Käufer, dessen Paket noch unterwegs war, musste sich allein verteidigen.
Wie lange hält die Kurbel eines Notfallradios wirklich?
Der Hersteller verspricht, dass fünf Minuten Kurbeln dreißig Minuten Radio ergeben. Eine in der Diskussion zitierte Rezension dämpft den Optimismus erheblich: drei Minuten kräftiges Kurbeln für eine einzige Minute Hören. Man rechne lieber nach, bevor man alles aufs Handgelenk verlässt.
Der zweite Schwachpunkt liegt beim Akku. Mehrere Tüftler-Veteranen warnen, dass die meisten dieser Geräte mit eingebautem Powerbank Zellen mit 2000 mAh verbaut haben, nicht die 5000, die der Karton verspricht. Der einzige echte Vorteil, räumen sie ein, sei der austauschbare 18650-Akku, für den auch der eines alten Laptops taugt. Das Radio selbst sei nicht schlecht, sagen die, die es wirklich getestet haben: Es hat SSB-Empfang und ein ordentliches Luftfahrtband. Was versagt, ist der Rest der Verpackung.
Drei Preise für dasselbe Radio: 17, 34 und 52 Euro
Dasselbe Gerät kostet 34 Euro auf AliExpress mit Zollrisiko, 52 auf Amazon mit Schnellversand und 17 in ärmeren Versionen. Hier kommt das klassische Argument ins Spiel: Niemals gibt es etwas für nichts, selbst wenn auf der anderen Seite der Welt Hungerlöhne gezahlt werden. Wenn die Herstellung acht oder zehn Euro kostet, ist der Spielraum für gute Bauteile eben begrenzt. Wer das Gerät verteidigt, hat in einem Punkt recht: Ob die Materialien schlecht sind, lässt sich nicht sagen, ohne es in der Hand zu halten. Und wer es angreift, hat einen anderen: Wenn man es wirklich braucht, wird es keinen Nachschub geben.
Es gibt eine Szene, die die Sache besser zusammenfasst als jede Spezifikation. Nach wochenlanger Diskussion und explodierenden Preisen kehrte der Urheber des Geräts mit drei Worten zurück: Radios ausverkauft. Er wollte noch eines für seine Onkel und Tanten kaufen.
Die Batterie-Alternative für 12 Euro
Dem Multifunktionsgerät steht die alte Schule gegenüber. Eine Panasonic GX50, neu und im Karton auf einem Flohmarkt für 12 Euro gekauft, betrieben mit vier C-Batterien, die monatelanges Hören ermöglichen. Die Rechnung geht auf: Zwei AA-Batterien reichen für zwei Stunden Radio am Tag über fünfzehn Tage, und hundert Alkalibatterien mit zehn Jahren Haltbarkeit kosten 25 Euro. Das Problem des klassischen Transistorradios, halten die anderen dagegen: Ohne Batterien wird es zum Briefbeschwerer; und in einem Szenario mit langen Stromausfällen wird es nicht trivial sein, Batterien zu finden.
Wer wirklich Empfangsqualität will, dem fallen immer wieder dieselben Namen ein: Tecsun PL660, Sony ICF SW7600GR und XHDATA D-808. Keines davon ist billiger als ein Wocheneinkauf.
Vom Empfänger zum Sender: der Weg über den CB-Funk
Wenn das Szenario ein ernster Blackout ist, reicht Zuhören nicht. Der am häufigsten geäußerte Vorschlag ist ein CB-Funkgerät (CB 27) mit Antenne, guter Erdung und Höhe, ein President für 70 Euro, das keine Lizenz erfordert, Kanal 9 für Notfälle und vier Watt Leistung, gespeist aus einer 12V-Autobatterie. Mit Ausbreitung und einem erhöhten Standort, sagen die, die es jahrelang genutzt haben, kommt man deutlich weiter, als die eigene Stimme reicht.
Und wenn das Stromnetz wirklich zusammenbricht?
Hier spaltet sich die Debatte. Die einen behaupten, das kommerzielle Radio würde nicht senden, und nur Kurzwelle würde nachts und je nach Ionosphäre etwas von einem anderen Kontinent empfangen lassen; daher die Marotte, ein Empfangsgerät in Kunststofffolie und dann in Aluminium eingewickelt aufzubewahren, als Faradayscher Käfig. Die anderen erwidern, die kritischen Kommunikationsstationen hätten Dieselgeneratoren und hielten Wochen durch, ein KWK-Werk fahre in Stunden hoch, und das totale Kollabieren sei eher ein Produkt der Fernsehfiktion als einer energetischen Berechnung.
Die komplette Ausrüstung — Empfänger, Reservebatterien, CB-Funkgerät und Antenne — kostet weniger als ein High-End-Smartphone. Das Bezahlen ist nicht das Schwierige. Schwierig ist es, zu Hause zu erklären, warum ein in Aluminium eingewickeltes Radio im Schrank liegt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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