Ersatz-Seifenschale für Miele kostet 700 € – der Techniker rät, von 'Smart'-Geräten fernzubleiben
Ein Gerätetechniker bringt es auf den Punkt: Wenn er es verhindern kann, meidet er «intelligente» Geräte. Der Rat ist keine Laune. Er stammt aus Jahren voller Defekte, unerhältlicher Ersatzteile und einer Rechnung, die ans Absurde grenzt: eine Ersatz-Seifenschale für eine Miele-Waschmaschine, die 700 Euro kostete, zehnmal mehr als ein Standardteil. Das Problem war nicht der Preis. Sondern dass der Computer der Waschmaschine jede Seifenschale ablehnte, die nicht das Original war, selbst wenn sie perfekt passte. Die Elektronik entschied, nicht der Nutzer.
Der Fall ist kein Einzelfall. Zwei Bekannte desselben Technikers kauften vor weniger als zwei Jahren ultramoderne Autos. Beide waren inzwischen mehrfach in der Werkstatt. Nicht wegen mechanischer Defekte, sondern weil «alle Nase lang irgendeine Warnleuchte angeht». Die hochkomplexe Elektronik macht jedes Auto zur Dauergäste-Werkstatt. Das Fazit, das immer wieder fällt: Klassiker mit wenig Elektronik sind die beste Wahl.
Was sich hinter dem Zusatz 'intelligent' verbirgt
Das Etikett «intelligent» verkauft sich gut. In der Praxis ist das Adjektiv aber zum Synonym für Abhängigkeit geworden. Manche meinen, man sollte nicht «intelligent» sagen, sondern Spion. Geräte, die sich mit dem WLAN verbinden, vernetzte Kleidung, Autos, die Daten melden. Alles mit Chip und Verbindung schickt am Ende Informationen an externe Server. Die Frage ist, wer diesen Datenfluss kontrolliert.
Falsch verstandene Hausautomation ist Spionage. Die erste Regel, die immer wieder genannt wird, ist einfach: Wenn du das laufende Programm nicht selbst kontrollieren kannst, ist es keine Hausautomation, sondern etwas anderes. Das meistzitierte Beispiel sind Solar-Wechselrichter und Smart Meter, die mit dem Heim-WLAN verbunden sind. Sie werden sorglos installiert, ohne Zugang zur Firmware, und senden die Stromverbrauchsdaten an externe Server. Mit diesen Daten weiß jeder, wann niemand zu Hause ist. Stellen Sie sich vor, die Daten fluten ab. Einbrecher würden sich die Hände reiben.
Geplante Obsoleszenz und Ersatzteile zum Goldpreis
Das Problem ist nicht nur die Vernetzung. Es ist das Geschäftsmodell. Kunststoffteile, die von allein kaputtgehen – Knöpfe, Griffe, Schubladen –, die der Hersteller teuer verkauft oder gleich ganz aus dem Sortiment nimmt. Ein Kühlschrank für 800 Euro kann eine Schublade für 250 nötig haben. Eine hochwertige Miele-Waschmaschine kann eine Seifenschale für 700 verlangen. Der Hersteller weiß das, denn diese Teile gehen meistens kaputt. Und er tut nichts. Oder doch: Er drängt dich, ein neues Gerät zu kaufen.
Die Paradoxie: Die Regierungen reden davon, die geplante Obsoleszenz zu bekämpfen, davon, dass Geräte länger halten sollen. Aber ohne Vorschriften, die Teile vereinheitlichen und die Abhängigkeit vom Originalhersteller beenden, bleibt das alles heiße Luft. Solange man dir 250 Euro für eine Plastikschublade abknöpfen kann, ist Nachhaltigkeit nur ein Slogan.
Das Auto, das nicht startet, wenn es nicht läuft
Die Elektronik hat auch das Auto erreicht – mit Effizienzversprechen. Ein kurioser Fall: Ein Mercedes stand über eine Stunde mit laufendem Motor geparkt, ohne dass jemand drin saß. Als der Besitzer zurückkam, erklärte er, das sei wegen irgendeines Abgassystems nötig, sonst springe er danach nicht an. Ein ultrasparsames Auto, das Kraftstoff verbrennt, um überhaupt starten zu können. Die Ironie erzählt sich von selbst.
Der Trend ist unaufhaltsam. Immer mehr neue Modelle sind standardmäßig «intelligent». Gebrauchtwagen ohne Vernetzung werden selten, ihre Preise steigen. Manche sehen in den Fahrverboten in den Städten – mit Papieren und TÜV in Ordnung – einen Weg, die Bürger zum neuen, vernetzten und kontrollierten Auto zu drängen. Beweise gibt es nicht, aber das Muster passt.
Der Widerstand: 'dumm' kaufen und das WLAN ausschalten
Dagegen wächst eine Konsumströmung, die das Analoge verteidigt. Das ist keine Nostalgie. Das ist Kalkül. Ein «dummes» Gerät ist billiger, hält länger und spioniert dich nicht aus. Die Strategie ist einfach: Alles meiden, auf dessen Verpackung «smart», «Alexa», «Google» oder «Siri» steht. Höchstens ein Fernseher ohne Kamera und Mikrofon. Und wenn es ein vernetztes Gerät sein muss, dann Modelle mit physischem Ein-/Ausschalter – gedrückt heißt an, herausgeknipst heißt aus –, um sie über eine intelligente Steckdose steuern zu können, ohne vom Hersteller abhängig zu sein.
Der Markt liefert Signale. In einigen Ländern Osteuropas verkaufen Elektrogeschäfte keine «intelligenten» Modelle. Der Verkäufer sagt es ohne Umschweife: Dort vertraut das Volk nicht mal dem eigenen Vater, geschweige denn einer Waschmaschine, die mit irgendwas verbunden ist. Misstrauen als Konsumpolitik.
Die Debatte ist nicht abgeschlossen. Die Technologie schreitet voran, der Widerstand ist eine Minderheit. Aber die Zahl ist hartnäckig: eine Seifenschale für 700 Euro, ein Auto, das nicht startet, wenn es nicht läuft, ein Kühlschrank, der 250 Euro für eine Schublade verlangt. Die Intelligenz steckt in diesen Fällen nicht im Gerät. Sie steckt in dem, der beschließt, es nicht zu kaufen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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