Neuer Citroën 2CV-Restomod kostet 15.000 Euro ohne Klimaanlage

Ein 15.000-Euro-Restomod des ikonischen 2CV erntet Kritik wegen fehlender Klimaanlage und der Abkehr von seinen günstigen Wurzeln.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Neuer Citroën 2CV-Restomod kostet 15.000 Euro ohne Klimaanlage
Neuer Citroën 2CV-Restomod kostet 15.000 Euro ohne Klimaanlage

Citroën hat einen Restomod des 2CV vorgestellt, was sofortige Kritik am Preis auslöste. 15.000 Euro für ein elektrisches Stadtauto, das laut verfügbaren Materialien keine Klimaanlage hat. Diese Zahl weckt Vergleiche mit dem Original, das „ein paar Gehälter eines einfachen Arbeiters“ kostete und fünf Personen, einen Sack Kartoffeln und ein Schwein transportieren konnte. Das neue Modell ist kein Auto des Volkes mehr. Es ist ein Statussymbol-Zubehör, und zu diesem Preis wird Angeberei teuer.

Was der neue Citroën 2CV wirklich ist

Das vorgestellte Fahrzeug ist ein Restomod, gespeist von Flohmarkt-Nostalgie. Auf einer billigen elektrischen Plattform von Stellantis (ähnlich dem e-C3) werden runde Scheinwerfer, Planen und Sitze im Sechziger-Stil montiert. Es nutzt denselben Trick wie der Fiat 500 und der Mini, aber mit schlechterer Karosserieausführung, so die härteren Kritiker. Der Innenraum, beschrieben als „niedlicher ländlicher Nachkriegsstil“, umfasst sofahafte Sitze zum „Erzeugen europäischer Babys“ und ein Armaturenbrett, das kaum jemanden überzeugt.

Die Ästhetik spaltet die Meinungen. Manche vergleichen es mit „Brigitte Bardot, die 1965 durchs Loiretal fährt“, während andere sagen, es sehe aus wie „Pénélope Glours Auto“ oder „eine Kabine eines Kinder-Riesenrads“. Die Bandbreite ist groß: von „gefällt mir“ bis „von Kindergartenkindern entworfen“.

Preis: 15.000 Euro und keine Klimaanlage

Hier herrscht breiter Konsens. 15.000 Euro gelten als Abzocke, viele sehen den fairen Preis zwischen 6.000 und 7.000 Euro. Der Vergleich mit dem Original ist vernichtend: Der Nachkriegs-2CV wurde so konzipiert, dass ein Bauer in Holzschuhen mit einem Korb Eier über ein gepflügtes Feld fahren konnte, ohne dass eins zerbrach. Er kostete so viel wie ein Basis-Nutzfahrzeug. Dieses kostet so viel wie ein echtes Auto.

Das Argument, dieser Preis sei in Spanien günstig für ein E-Auto, überzeugt nicht. Die schwebende Frage betrifft die Mittelschicht, die es angeblich kaufen sollte. Laut wiederholten Analysen ist diese Mittelschicht ein Mythos: Es gab nur ein 40-jähriges Fenster (1960-2008), in dem ein gewerkschaftlich organisierter Arbeiter eine Hypothek, ein Auto und eine Woche in Benidorm finanzieren konnte.

Der Original-2CV war kein Luxusauto

Die Verteidigung des Mythos ist klar. Der 2CV wurde für Landmenschen gemacht, nicht für Großstädter. Ein extrem einfaches Auto, das die schlechtesten Dorfwege bewältigte, kaum umkippte und auf einer Wiese von einem analphabetischen Bauern mit Grundwerkzeug reparierbar war. Daher die weiche, vorder-hinten verbundene Federung, die in jeder Kurve zu kippen schien, es aber nie tat.

Die ursprüngliche Anforderung, zugeschrieben Pierre-Jules Boulanger, verlangte ein Auto, das zwei Bauern in Holzschuhen und 50 kg Kartoffeln oder ein Fass bei 60 km/h transportierte, etwa 3 Liter pro 100 km verbrauchte und ein gepflügtes Feld mit einem Korb Eier überquerte, ohne dass eins zerbrach. Das war das Lastenheft. Keine Bildschirme, keine Sofasitze.

Sicherheit: Ein 1.200-kg-Stadtauto gegen einen 2.200-kg-Mercedes

Die Diskussion wandte sich der Verkehrssicherheit zu. Solch ein elektrisches Stadtauto hält das Gewicht dank Batterien tief, was das Umkippen verhindert, ändert aber nichts an Newtons Gesetzen. Bei 140 km/h rammt ein 2.200 kg schwerer Mercedes voller Stahl und Airbags Sie nicht nur; er fegt Sie weg. Ein Massendifferenz von tausend Kilogramm bei dieser Geschwindigkeit bedeutet, dass Insassen des kleineren Autos schlecht davonkommen.

Prognosen deuten darauf hin, dass tödliche Unfälle zunächst leicht sinken, dann stagnieren oder steigen. Die Masse des Fuhrparks wächst: Ein durchschnittliches E-Auto wiegt 300-500 kg mehr als sein thermisches Äquivalent. Das Durchschnittsalter der Autos in Spanien liegt bei rund 14 Jahren und steigt. Wer sich kein neues Auto leisten kann, behält seine alten Fahrzeuge mit gültiger TÜV-Prüfung.

Kontext: Europäische Hersteller und städtische Angeberei

Das Problem ist nicht die Werbung, sondern dass dieses Auto unter dem Marketing eine 1.200-kg-Kiste auf Rädern ist. Die europäische Branche ist auf den Zug aufgesprungen, um schuldbewussten Großstädtern etwas zu verkaufen. Der Original-2CV war ein Volksauto; dies ist Zubehör. Vergleiche mit dem Fiat 500 oder Mini sind unvermeidlich: Beide hielten an der ursprünglichen Mission fest (städtisches Nutzfahrzeug, Zweitwagen), während dieses scheinbar beim ästhetischen Gestus stehen bleibt.

Manche argumentieren, dass der einzige erfolgreiche Restomod weiterhin der Fiat 500 ist, sowohl ästhetisch als auch in der Mission. Der neue 2CV hingegen bleibt eine oberflächliche Hommage. Und bei 15.000 Euro wird die Hommage teuer bezahlt.



Die Analyse landet immer beim selben Punkt: Ob das Auto hässlich oder schön ist, ist diskutabel, der Preis nicht. 15.000 Euro für ein Stadtauto ohne Klimaanlage widerspricht der Geschichte des 2CV. Währenddessen bleibt die grundlegende Frage unbeantwortet: Gibt es in Spanien noch eine Mittelschicht, die es sich leisten kann?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (235 Antworten).

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