Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Spanien zahlt Weihnachtsgeld vor der Wahl
Der spanische Staat überweist das Weihnachtsgeld für Beamte und Rentner kurz vor der Wahl, wie Berechnungen zeigen.
Kann man mit einem Gehalt Stimmen kaufen? Die Frage klingt nach einem Scherz, hat aber eine unbequeme Antwort: Es hängt davon ab, wann das Geld eingeht. Laut im Umlauf befindlichen Berechnungen fällt die Zahlung des zusätzlichen Weihnachtsgeldes für Beamte und Rentner – üblicherweise zwischen dem 21. und 25. November – mit den Stunden vor dem Wahltermin zusammen. Der Betrag, der in diesen Tagen fließt, liegt bei rund 16,7 Milliarden Euro. Eine Liquiditätsspritze, die genau dann kommt, wenn die Wahllokale öffnen.
Die Operation ist mechanisch nicht neu, aber ihr Timing schon. Die Regierung behauptet, es handle sich um eine einfache Verwaltungsanpassung. Manche sprechen von Stimmenkauf mit öffentlichen Geldern. Und mitten drin ein Fakt, den niemand bestreitet: Die Empfänger sind überwiegend ältere Wähler, eine Gruppe mit historisch hoher Wahlbeteiligung.
Warum wird das Extra-Geld im November und nicht im Dezember gezahlt?
Das zusätzliche November-Geld ist keine neue Erfindung. Es wird seit Jahren in diesem Monat ausgezahlt, mit dem Argument, dass die Empfänger so vor den Weihnachtseinkäufen über mehr Liquidität verfügen. Was sich geändert hat, ist nicht das Datum, sondern der Kontext: Diesmal überschneiden sich Wahlkalender und Zahlungsplan so, dass politisches Kalkül kaum zu leugnen ist.
Die Berechnungen sprechen von mehr als 16,7 Milliarden, die in wenigen Tagen aus der Staatskasse fließen. Zur Einordnung: Diese Summe entspricht einem erheblichen Teil der monatlichen Ausgaben für Versicherungsleistungen. Das ist kein Kleingeld. Und es kommt nach wochenlangen Leaks über angebliche Liquiditätsengpässe zur Deckung des Extra-Geldes.
Manche sagen, die Vorverlegung sei vorausschauende Verwaltung. Dagegen spricht, dass der Staat Zahlungen nicht aus Großmut, sondern aus Kalkül vorzieht. Die Übereinstimmung mit dem Wahlkampf ist zumindest auffällig.
Die Geschichte der leeren Kasse und der Plot-Twist
Wochenlang hielten sich Gerüchte, es fehle das Geld für das Extra-Geld. Diese, nicht identifizierten Quellen zugeschriebenen Berichte, schürten Unsicherheit unter Rentnern und Staatsbediensteten. Die Regierung widerlegte dies mit Fakten: Das Gehalt wird gezahlt, und zwar bevor jemand wählt.
Der politische Effekt ist doppelt. Einerseits zerstreut er die Angst vor Nichtzahlung, die die Opposition nutzen wollte. Andererseits bringt er die Empfänger in eine Lage erzwungener Dankbarkeit genau beim Stimmabgeben. Man muss kein Genie sein, um zu verstehen, dass ein Wähler, der gerade eine ungewöhnliche Überweisung vom Staat erhalten hat, den Geber selten an der Urne abstraft.
Währenddessen beobachtet die Rechte das Spektakel mit einer Mischung aus Empörung und Ungeschicklichkeit. Ihre Kritik am „wahlkämpferischen Einsatz“ der Boni klingt hohl, da sie keine glaubwürdige Alternative zum Pensionssystem anbieten konnte. Das Ergebnis: Die Regierung gibt den Ton an, die Opposition reagiert nur.
Wer bekommt das Geld und wer profitiert elektoral?
Die direkten Begünstigten sind zwei Gruppen mit spezifischem Gewicht bei Wahlen: Rentner und Beamte. Beide haben eine überdurchschnittliche Wahlbeteiligung und beide reagieren sensibel auf Bedrohungen ihrer Einkommen. Das November-Extra-Geld ist kein Geschenk, sondern ein Recht, aber die Auszahlung zu einem kritischen Zeitpunkt kann den Ausschlag geben.
Die eigentliche Debatte ist nicht, ob das Geld gezahlt werden soll – das bestreitet niemand –, sondern ob der Kalender manipuliert wurde, um den politischen Gewinn zu maximieren. Die offizielle Antwort lautet Nein. Die inoffizielle Antwort, die man in den Fluren hört, ist, dass alles bis aufs Millimeter berechnet wurde.
Tatsächlich improvisiert der Staat solche Dinge nicht. Zahlungen werden Monate im Voraus geplant. Dass das Datum mit dem Wahlkampf zusammenfällt, ist kein Zufall des Wetters.
Die Präzedenzfälle, an die sich niemand erinnern will
Es ist nicht das erste Mal, dass eine Regierung den Zahlungsplan als Wahlkampfinstrument nutzt. Die jüngere Geschichte ist voll von Ankündigungen für Investitionen, Rentenerhöhungen oder Steuerboni, die verdächtig günstig datiert sind. Was sich ändert, ist die Größenordnung und die dreiste Gleichzeitigkeit.
Die Frage, die viele stellen, ist nicht, ob dies legal ist – das ist es –, sondern ob es anständig ist. Wirtschaftspolitik ist zu einer Abfolge von Gesten geworden, die auf kurzfristigen Wahlerfolg statt auf System-Nachhaltigkeit zielen. Unterdessen bleibt das Defizit bestehen und wartet darauf, dass jemand den Mut hat, ihm ins Gesicht zu sehen.
Am Ende ist der Zug so simpel, dass er fast fremdschämend wirkt: Zahlen vor dem Wählen und den Gegner in Erklärungsnot bringen. Der Hund ist unbesiegbar, sagen manche. Andere, nüchterner, prüfen einfach ihren Kontostand und lächeln.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (23 Antworten).
Nach Drohnenangriffen auf eine Pipeline stellt Saudi-Arabien die Öllieferungen an europäische Raffinerien ein. Die Barrelpreise steigen, und Sorgen vor Benzinpreisen über 3 Euro pro Liter nehmen zu.
Asturien verzeichnete im dritten Quartal 2024 ein Bevölkerungswachstum von 2.504 Einwohnern, maßgeblich getrieben durch Zuwanderung aus Kolumbien und Venezuela.