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Navarra zahlt Studentinnen in MINT-Fächern 200 Euro
Navarra gewährt Studentinnen in MINT-Studiengängen 200 € jährlich. Die Hilfe von ca. 16,66 € monatlich stößt wegen des symbolischen Betrags und der Geschlechterdiskriminierung auf Kritik.
Navarra zahlt 200 Euro jährlich für Studentinnen technischer Studiengänge
Die Regierung von Navarra hat eine Beihilfe von 200 Euro pro Jahr für Studierende der Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen oder Mathematik genehmigt. Die Maßnahme, über die Diario de Navarra berichtete, gilt für alle Universitätsjahre und soll das Geschlechtergefälle in technischen Hörsälen korrigieren, wo der Frauenanteil weiterhin gering ist. Die Summe löste jedoch heftige Kritik aus, da viele sie als symbolisch betrachten – kaum 16,66 Euro im Monat – und aufgrund des ausschließlich nach dem Geschlecht ausgerichteten Verteilungskriteriums.
Beihilfe, die nicht einmal zwei Kaffees im Monat deckt
Der Betrag war das erste Ziel. Eine schnelle Rechnung ergibt 16,66 Euro monatlich, eine Summe, die die Entscheidung, sich für Informatik oder Telekommunikationsingenieurwesen einzuschreiben, kaum beeinflusst. Manche halten den Anreiz für so lächerlich, dass er an eine Beleidigung grenzt; dagegen argumentiert man, dass jede Hilfe, so klein sie auch sei, angesichts steigender Studiengebühren willkommen ist. Doch die Ironie liegt auf der Hand: Wenn das Ziel darin besteht, weibliches Talent für MINT-Fächer zu gewinnen, kaufen 200 Euro im Jahr nicht einmal ein Analysis-Lehrbuch.
Geschlechtsbezogene Diskriminierung, die die Verfassung verbietet
Die zweite Front ist rechtlicher Natur. Mehrere Stimmen wiesen darauf hin, dass die Maßnahme mit Artikel 14 der spanischen Verfassung kollidiert, der jede Diskriminierung aufgrund des Geschlechts verbietet. Die Beihilfe wird nur an Frauen vergeben, ohne entsprechende Ausgleichszahlungen für Männer in weiblich dominierten Studiengängen wie Pflege, Erziehungswissenschaften oder Philologie. Die Kritik ist hier einhellig: Wenn es darum geht, Prozentsätze auszugleichen, sollte das Kriterium die Unterrepräsentation in jedem Studiengang sein, nicht das Geschlecht der Studierenden. Das Paradoxon ist offensichtlich: Man bekämpft eine Diskriminierung mit einer anderen.
Gleichstellungsministerium und Schweigen bei männerdominierten Studiengängen
Das Fehlen spiegelbildlicher Maßnahmen für Männer war ein weiterer häufiger Vorwurf. Kritiker verweisen auf Daten, die ein Geschlechtergefälle an Universitäten zeigen, das auch Männer betrifft: Sie brechen ihr Studium früher ab und stellen nur 43 % der eingeschriebenen Bachelorstudenten, verglichen mit 57 % Frauen. In der Berufsausbildung und nicht-universitären Studiengängen erreicht die männliche Abbruchquote 15,9 %, fast doppelt so hoch wie bei Frauen. Wenn das Ziel echte Gleichstellung ist, deckt die navarrische Beihilfe nur einen Teil des Problems ab.
Rentenpräzedenzfall und Angst vor einem unerträglichen Land
Über diesen konkreten Fall hinaus hat die Maßnahme ein tieferes Unbehagen geschürt. Manche interpretieren sie als Symptom der Feminisierung der Gesellschaft und eines Staates, der Almosen verteilt, statt Leistung anzuerkennen. Andere sehen darin eine einfache Wahlkampfrechnung: Die Regierung von Navarra, in Koalition mit Bildu und PSOE, versucht, junge Wählerinnen günstig zu sichern. Der Schatten der Opus-Dei-Universitäten in der Region fügt der akademischen Kontroverse eine lokale Note hinzu.
Ist geschlechtsbezogene Diskriminierung bei Stipendien verfassungsgemäß?
Die kurze Antwort lautet wahrscheinlich nein. Artikel 14 der Verfassung besagt, dass alle Spanier vor dem Gesetz gleich sind und keine Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Rasse, Geschlecht, Religion oder Meinung zulässig ist. Eine ausschließliche Beihilfe für Frauen in MINT-Fächern könnte als positive Maßnahme betrachtet werden, die vom Verfassungsgericht in sehr begrenzten Fällen und mit verhältnismäßigen Mitteln zugelassen wurde. Hier stellen der geringe Betrag und das Fehlen eines umfassenden Plans diese Verhältnismäßigkeit infrage. Der Ball liegt nun beim Gericht.
Letztendlich hat die Maßnahme etwas scheinbar Unmögliches geschafft: linke und rechte Kritiker zu vereinen. Einige wegen des Betrags, andere wegen des Kriteriums, alle wegen des Kerns. Glaubt wirklich jemand, dass 200 Euro im Jahr die Studienwahl verändern werden?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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